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Hosttown Spiesen-Elversbeg empfängt Gäste aus dem Kongo und aus Griechenland

Besucher aus dem Kongo und Griechenland : In dieser Gemeinde im Saarland sind gleich zwei Delegationen für die Special Olympics zu Gast

Wenn im kommenden Jahr die Special Olympics World Games, die größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger und Mehrfach-Behinderung, nach Berlin kommen, dann ist auch die Gemeinde Spiesen-Elversberg einer von vier Gastgebern im Saarland.

Die Rede war mal von etwa 25 Sportlern. Von dieser Zahl hatte Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Bernd Huf gesprochen, als die Bestätigung zur Hosttown offiziell geworden war. Nun sind es doch ein paar mehr geworden. Wie Anna Woll vom Hauptamt der Gemeinde und Verantwortliche für alles rund um das Gästeprogramm der Special Olympic World Games im kommenden Jahr der SZ auf Anfrage mitgeteilt hat, werden nun etwa vier Mal so viele Sportler erwartet. Sieben Kongolesen und 105 Griechen werden im kommenden Jahr die vier Tage vor den World Games hier verbringen. Damit ist die saarländische Gemeinde eine der wenigen, die gleich zwei Delegationen begrüßen dürfen.

Sponsor Ursapharm

Ursprünglich waren nur die sieben Sportler aus dem Kongo angekündigt. Doch dann kam Alexander Indermark, Präsident von Special Olympics Deutschland im Saarland, vor einigen Wochen auf die Gemeinde zu und fragte an, ob man sich vorstellen könnte, noch eine große Delegation aufzunehmen. Man konnte, zumal Indermark den Kontakt zur Ursapharm herstellte, die nun in Zusammenhang mit der großen Delegation finanziell unterstützen wird. „Aber es werden noch weitere mögliche Sponsoren angesprochen“, sagt Woll.

Übernachtung auch in Neunkirchen

Mit im Boot bei der Programmgestaltung sind die Lebenshilfe Neunkirchen und das Centrum für Kommunikation (CFK). Die seit vielen Jahren bestens funktionierende Zusammenarbeit, wie deren Geschäftsführer Thomas Latz bei Bekanntgabe der Zusage betont hatte, war vermutlich mit ausschlaggebend für den Zuschlag, eine von 216 Hosttowns in Deutschland zu werden. Ein Teil der Gäste wird im CFK untergebracht werden. Der Rest wird in Hotels in Neunkirchen übernachten. „Da haben wir schon angefragt“, sagt Woll. Allerdings werden alle Athleten hauptsächlich im CFK ihren Aufenthalt verbringen. Wenn sie denn nicht grade auf Tour sind. Denn natürlich werden einige Veranstaltungen für die Zeit vom 12. bis 16. Juni geplant. Einiges gemeinsam mit den anderen drei Hosttowns, die da sind Perl mit Gästen aus Haiti, Saarbrücken mit Gästen aus Benin und St. Wendel mit Gästen aus Zimbabwe.

Buntes Programm geplant

„Wir planen Ausflüge, einen Willkommensabend und haben uns vorgestellt, einen kulinarischen Abend ‚Kongo/Griechenland trifft Saarland‘ zu veranstalten“, macht Woll neugierig. „Gerade mit der weiteren Delegation könnte das ganz spannend werden.“ An- und Abreise wird man vermutlich gemeinsam mit den anderen Hosttowns im Land planen. Möglicherweise soll es auch ein gemeinsames Treffen geben. In St. Wendel und in Saarbrücken ist ein Fackellauf mit im Programm. Den gibt es in Spiesen-Elversberg nicht. „Aber wir schließen uns wohl bei Saarbrücken an“, sagt Woll. Die Detailplanung läuft jetzt an. Welche Sportarten die 112 zu erwartenden Athleten ausüben, weiß man noch nicht. Insgesamt 26 Disziplinen sind im Aufgebot der Special Olympics.

Wirken über die Spiele hinaus

Noch exakt 354 Tage sind es am Montag, bis die Special Olympics in Berlin beginnen. Erstmals richtet Deutschland diese größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger und Mehrfach-Behinderung aus. Seit 1968 finden die Special Olympic World Games alle zwei Jahre statt. Ihr Ziel: Für mehr Anerkennung und Teilhabe für Menschen mit geistiger Behinderung zu werben. Deshalb sieht man es gerne, wenn die im Rahmen der Special Olympics entstanden Netzwerke auch über die Spiele Bestand haben, so steht es auf der Homepage. In Spiesen-Elversberg ist man gewillt, alles dafür zu tun. Bürgermeister Bernd Huf hatte die Bewerbung vorangetrieben und steht wie auch der Gemeinderat engagiert und unterstützend hinter dem Projekt, weiß Woll. „Bei den nationalen Special Olympics vergangene Woche in Berlin konnte man bereits einen ersten Einblick gewinnen, was eine tolle Sache das Ganze ist“, sagt Woll. „Darum sind wir umso stolzer, dass wir noch eine weitere Delegation bei uns aufnehmen dürfen.“