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Fastnacht
„Heut’ ist so ein schöner Tag – lalalalala“

Alleh hopp – Spiesen stand gestern kopp!
Alleh hopp – Spiesen stand gestern kopp! FOTO: Jörg Jacobi
Spiesen. Bei allerbestem Wetter feierten die Narren gestern in Spiesen den Umzug. Und der war in diesem Jahr so groß, wie noch nie zuvor. Von Marc Prams

„Heut’ ist so ein schöner Tag - lalalalala!“ Wenn das mal nicht genau der passende Stimmungshit zum gestrigen Umzug in Spiesen war, der aus den Boxen der Wagen schallte. Bei strahlend blauem Himmel lachten oben die Sonne und unten die Narren um die Wette. Und sie sind ja einiges gewöhnt, die Spieser und die Elversberger Faasebooze, wenn sie an Fastnachtsdienstag  gemeinsam auf der Straße feiern. Wie im vergangenen Jahr, als der Regen ihnen gehörig zusetzte. Aber Schwamm drüber, das karnevalistische Durchhaltevermögen vom Vorjahr wurde schließlich in diesem Jahr belohnt.


„Der Zug ist so groß wie noch keiner zuvor“, sagte Ferdinand Matheis. Er muss es wissen. Seit 30 Jahren sorgt Matheis als Zugmarschall dafür, dass jeder Wagen und jede Gruppe an der richtigen Stelle im Zug für gute Stimmung sorgt. An seiner Seite: Hansi Klemm, der für die Verteilung der Gutzjer und anderen süßen Wurfgeschosse verantwortlich ist. Aber gleich in Hektik verfallen, nur weil über 50 Gruppen mit rund 700 Teilnehmern in die Fuhr gebracht werden müssen? Ach was:  „Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen“, weiß Matheis, der neben den vielen Gruppen aus Spiesen – allen voran der Alleh-Hopp – und Elversberg – allen voran die Elversberger Narrenzunft – Gäste aus Rentrisch, St. Ingbert, Neunkirchen, und und und begrüßen durfte. Es hat sich natürlich rumgesprochen, dass man in Spiesen weiß, wie man Straßenfastnacht feiert, aber: „Wir profitieren sicher auch von Zug-Absagen, wie etwa in Friedrichsthal“, so Matheis.

Pünktlich um 15.30 Uhr setzte sich der Zug am Spieser Kreisel in Bewegung, angeführt von den Feierhexen, die den Besuchern kräftig einheizten. Mit viel Alleh Hopp, aber auch hier und da mit einem Spritzer aus der Wassersprühflasche, in der sich aber vermutlich kein Wasser befand. „Bei der do Kält muss ma sich aach gudd von inne wärme“, meinte Zugbesucherin Bärbel Theis aus Bildstock, und nippte an einem heißen Glühwein.

Den gab es für die vielen kleinen Besucher selbstverständlich nicht, dafür durften die sich, als Einhörner, Grüffelos, Bienchen, Eisprinzessinnen, Bob der Baumeister, Piraten und vieles mehr verkleidet, ordentlich die Taschen mit Süßzeug vollstopfen und auch vor Ort das ein oder andere Gutzje verputzen. Derweil wurde über ihren Köpfen kräftig geschunkelt, gesungen, gelacht und getanzt. Mit Glühwein und mit Sonnenbrille. „Mir komme zwar aach, wenn’s räänt, awwer wenn die Sonn scheint, macht’s nochmol so viel Spaß. Alleh-Hopp!“, so das passende Fazit des Ehepaars Kurz aus Elversberg.