Gemeinderat Spiesen-Elversberg diskutierte Hallensituation

Gemeinderat : Hallensituation in der Gemeinde bleibt Thema

In seiner ersten Sitzung gab es viel Lob für den parteilosen Bürgermeister Bernd Huf für sein Verhalten in Sachen Hallenschließung.

Es lag auf der Hand, dass sich der Gemeinderat Spiesen-Elversberg am Freitagabend auch mit der Glückauf-Halle befassen würde. Das war auch in der Tagesordnung so vorgesehen. Allerdings ging es beim Punkt 14 im öffentlichen Teil der Sitzung ursprünglich lediglich um die Zustimmung zu einer außerplanmäßigen Ausgabe bei der laufenden Sanierung der Halle. Angesichts der aktuellen Situation mit der Schließung der Halle „bis auf weiteres“ geriet diese Entscheidung aber fast zur Nebensache.

In der ersten Sitzung unter seiner Leitung informierte der parteilose Bürgermeister Bernd Huf den Rat und die vielen Besucher im Sitzungssaal zunächst über die festgestellten Mängel, die ihn zur Schließung der Halle veranlasst hatten, und die Maßnahmen, die nun erforderlich sind. Die verursachen nach einer groben Kostenschätzung etwa zwei Millionen Euro Mehrausgaben zu den ohnehin geplanten Sanierungskosten. Für Horst Matheis von der SPD-Fraktion liegen die Versäumnisse in der Vergangenheit. Er warf den Verantwortlichen Untätigkeit vor, „denn das war alles bekannt“. Den neuen Rathauschef nahm Matheis bewusst aus der Schusslinie und lobte ihn stattdessen für sein Verantwortungsbewusstsein und die unpopuläre Entscheidung, die Halle zu schließen. Anerkennung gab es für den Bürgermeister auch für seine Bemühungen um Alternativlösungen, „denn es sind ja nicht nur die beiden Karnevalsvereine, sondern auch andere Vereine und Organisationen in der Gemeinde betroffen“, stellte Huf klar. Die Mehrausgaben in Höhe von 40 000 Euro bei der laufenden Sanierung der Glückauf-Halle hat der Rat bewilligt.

Gleich zu Beginn der Sitzung ging es um den Zustand und die weitere Vorgehensweise bei der Sanierung der Langdellhalle, die schon seit über zwei Jahren nicht mehr genutzt werden kann. Nach einem entsprechenden Beschluss im Bauausschuss hat sich der Gemeinderat einstimmig dafür ausgesprochen, die Leistungsphasen eins bis zwei an ein Architekturbüro zu vergeben, um Klarheit über die Kosten zu erhalten. „Die Halle muss schnellstmöglich für alle Vereine wieder nutzbar gemacht werden“, forderte CDU-Sprecher Peter Marx und bekam dafür Zustimmung auch aus den übrigen vier Fraktionen.

Lebhaft diskutierte der Rat auch die Sanierung der Schulturnhalle Mittelberg und hierbei insbesondere die Finanzierung. Hierfür können 560 000 Euro Fördermittel des Landes abgerufen werden, doch für den ersten Bauabschnitt verbleiben dann noch weitere 500 000 Euro als Gemeindeanteil. SPD-Sprecherin Heike Morgenthal äußerte Bedenken, ob der zu schultern ist, und das veranlasste ihren Fraktionskollegen Steffen-Werner Meyer zu dem Vorwurf, dass die Verwaltung den Rat in Unkenntnis über die finanzielle Situation der Gemeinde lässt. „Wir müssen umfangreich informiert werden“, forderte der SPD-Mann. Es sei „klar, dass ohne Landeszuschüsse gar nichts geht“, merkte Linken-Fraktionschef Klaus-Dieter Kreuter an, und Thomas Thiel von der CDU plädierte dafür, den Verwaltungsvorschlag umzusetzen, um den Zuschuss nicht zu verlieren. Der Gemeinderat hat sich danach mehrheitlich dafür ausgesprochen, den ersten Bauabschnitt zur Sanierung der Schulturnhalle Mittelberg für das Förderprogramm anzumelden.

Die Änderung des Vorhaben bezogenen Bebauungsplans Sportpark Kaiserlinde hat der Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Dort gab es zwischen Plan und Ausführung Abweichungen, die der Rat nicht mittragen will, weil er sich in dieser Angelegenheit übergangen fühlt, wie es alle Fraktionen ausdrückten. Für weitere Maßnahmen wie etwa die Anschaffung eines Dienstfahrzeugs oder die personelle Besetzung des Seniorenbeirats gab es im Rat breite Zustimmung.

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