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Gottseidank nicht festgefroren
Feuerwehr kommt Schwan auf Weiher zu Hilfe

 Um zu überprüfen, ob der Schwan (hinten links) wirklich angefroren war, bahnten sich zwei Feuerwehrmänner mit dem Rettungsboot einen Weg durch das Eis.
Um zu überprüfen, ob der Schwan (hinten links) wirklich angefroren war, bahnten sich zwei Feuerwehrmänner mit dem Rettungsboot einen Weg durch das Eis. FOTO: Bernd Müller
Elversberg. Spaziergänger befürchteten, dass der Vogel fest gefroren sei. Helfer in Booten können Entwarnung geben. Von red

Hilfe in Sachen Schwan leistete der Löschbezirk Furpach der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen über die Grenzen der Kreisstadt hinaus am Mittwochvormittag auf dem Heinitzer Weiher in Elversberg. Spaziergänger sorgten sich um einen auf der Eisfläche des alten Bergbauweihers regungslos sitzenden Schwan und vermuteten, der Wasservogel könnte am Eis festgefroren sein. Beim Versuch der Feuerwehr, sich dem Schwan mit einem Rettungsboot zu nähern, zeigte sich schnell, dass der Schwan nicht angefroren war und keine Hilfe benötigte.


Fast schon könnte man die Feuerwehrangehörigen des Neunkircher Löschbezirks Furpach als Schwanenspezialisten bezeichnen. Nicht nur dass sie für Notfälle auf dem Wasser ein Rettungsboot einsatzbereit vorhalten, immer wieder sind sie mit diesem auch im Einsatz, um den auf dem Furpacher Gutsweiher lebenden Schwänen zu helfen. Beispielsweise als sie im Oktober 2018 beim Aussetzen eines neuen Schwanenpaares tatkräftig halfen. Mit ihrem Rettungsboot und ihrem Fachwissen unterstützen die Furpacher Feuerwehrleute am Mittwoch die benachbarte Feuerwehr Spiesen-Elversberg, die wegen eines in Not geratenen Schwans auf dem Heinitzer Weiher alarmiert worden war. Auf den Wegen rund um das alte Wasserreservoir der ehemaligen Grube Heinitz waren an diesem sonnigen Wintermorgen einige Spaziergänger unterwegs. Ihnen fiel der regungslos auf dem noch immer zugefrorenen Weiher sitzende Schwan auf. Als dieser auch nach Stunden seine Position nicht sichtbar verändert hatte verständigten sie besorgt die Feuerwehr.
Gegen 10.45 Uhr alarmierte die Leitstelle den Löschbezirk Furpach mit seiner Bootskomponente zur Unterstützung des Löschbezirks Elversberg. Weit draußen auf dem zugefrorenen Weiher sitzend konnten die Feuerwehrleute wenig später den Schwan erblicken. Um zu überprüfen, ob der Schwan wirklich angefroren und in Not war, bahnten sich zwei Feuerwehrmänner mit dem Rettungsboot einen Weg durch das den Weiher bedeckende Eis zu ihm. Mit ihren Paddeln mussten die Feuerwehrmänner Stück für Stück das Eis zertrümmern, sich eine Art Kanal durch das Eis schaffen, um sich auf dem Weiher fortbewegen zu können. Als die Feuerwehrmänner mit ihrem Boot noch ein gutes Stück vom Schwan entfernt waren, erhob sich dieser und lief langsam über das dünne Eis weg. Da sich der Schwan offensichtlich nicht in einer Notlage befand und keine Hilfe benötigte konnten die Feuerwehrleute umkehren und mit ihrem Boot wieder das Ufer ansteuern. Gegen 11.20 Uhr konnten die Feuerwehrleute aus Elversberg und Furpach ihren Einsatz wieder beenden und einrücken. Mit zwei Einsatzfahrzeugen sowie dem Rettungsboot waren sieben Feuerwehrangehörige, darunter auch der Elversberger Löschbezirksführer, aus den Löschbezirken Elversberg und Furpach ausgerückt.

„In der Regel frieren Wasservögel, wie Schwäne oder auch Enten, nicht auf dem Eis fest. Über ein spezielles Netz aus Blutgefäßen können diese Vögel ihre Körpertemperatur wie mit einem Wärmetauscher regulieren und mal kälteres oder wärmeres Blut in die Füße leiten“, kann der Neunkircher Feuerwehrsprecher Christopher Benkert informieren und Entwarnung geben. So gelingt es den Schwänen und Enten effektiv das Festfrieren und gleichzeitig auch ein Durchbrechen durch die Eisdecke zu verhindern. Zusätzlich fetten die Tiere ihr über den wärmenden Daunen liegendes Deckgefieder mit einem Sekret aus ihrer Bürzeldrüse ein, welches sie weiter vor Nässe sowie Kälte schützt. „Lediglich bei kranken und geschwächten Vögeln droht die Gefahr des Festfrierens“, so Benkert weiter. Trotz des ausgefeilten Schutzes vor der kalten Witterung müssen die Vögel im Winter Energie sparen und lassen sich aus diesem Grund teilweise fast regungslos zum Ruhen nieder.