Es tut sich was im Wald

Der Zweckverband Naherholungsgebiet Ruhbachtal kommt in die Gänge. Und erneuert zunächst einmal ein kaputtes Brückenbauwerk auf dem Karl-May-Rundwanderweg. Die kosten halten sich sehr in Grenzen.

Ab Mai hagelte es Kritik von Radfahrern und Wanderern, die regelmäßig den Karl-May-Weg nutzen. Weil drei Brücken den Geist aufgegeben haben und bislang nicht wieder instand gesetzt worden sind. Zum einen geht es um den Bachsteg in Höhe des Schutzpavillons, der vor Monaten schon abgeriegelt worden ist. Zum anderen sind zwei Brücken betroffen in Richtung Ruhbachtal-Quelle, unterhalb der Elversberger Kläranlage, etwa eineinhalb Kilometer von der erstgenannten Brücke entfernt. Es gibt somit im gesamten Bereich des Rundwanderwegs keine Möglichkeit, trockenen Fußes den Bachlauf zu überqueren, sieht man einmal von nachträglich platzierten Trittsteinen an einer Stelle ab, die aber durch Hochwasser teils schon wieder weggespült worden sind.

Doch nun kommt Bewegung in die Geschichte, wie im Gespräch mit dem Chef des Zweckverbandes Naherholungsgebiet Ruhbachtal, Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam , und dem stellvertretenden Verbandsvorsteher, Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Reiner Pirrung , sowie mit Nils Lesch, Sulzbachs Revierleiter und Mitarbeiter des Saarforst Landesbetriebs deutlich wird. In einer Sitzung des Zweckverbandes vor wenigen Tagen, so erfährt man, habe man sich am Schutzpavillon für einen Brückenneubau entschieden. Es soll dies eine mit Holz verkleidete Metall-Konstruktion sein, die sich vom äußeren Erscheinungsbild gut ins Landschaftsschutzgebiet einfügt. Die Brücke wird in Einzelteilen angeliefert und vor Ort montiert. Das soll am 23. Juli geschehen. Hierzu die Pläne kostenfrei erstellt hat Diplom-Ingenieur Joachim Groß, der auch Vorsitzender des Wandervereins ,,Frei Weg" Hühnerfeld ist. Die Brücke montieren wird das THW - gegen Erstattung der Unkosten. Auch ihnen gilt der Dank des Zweckverbandes. So kommen auf ihn bloß noch die Materialkosten zu: 3500 Euro für die Stahlkonstruktion plus 1600 Euro für die Holzverkleidung.

Was einen der beiden morschen Bachstege in Richtung Elversberg angeht, so wird's hier ein gutes Stück komplizierter, wie Förster Nils Lesch und Bürgermeister Reiner Pirrung erklären. Ein Foto von Lesch sagt da mehr als 1000 Worte, denn: Man sieht zwei schwarze Leitungsrohre, die nicht mehr in Betrieb sind. Und darauf ein Brückenpfeiler, der nicht mehr sicher ist. Den zu unterfüttern, so Pirrung, sei nicht möglich. Und so müsse ein neues Fundament gefertigt werden. Eine konkrete Lösung des Problems sei wohl erst im kommenden Jahr in Sicht.

Was die dritte nicht nutzbare Brücke ein paar Meter weiter, im eigentlichen Ruhbach-Zulauf angeht, so behilft man sich hier durch Trittsteine im Bachbett. Pirrung versprach, dass diejenigen Steine, die das Hochwasser mit sich nahm, umgehend durch andere ersetzt werden.

 Zwei Rohre unterm Brückenpfeiler bereiten dem Zweckverband Ruhbachtal ein wenig Kopfzerbrechen Foto: Nils Lesch
Zwei Rohre unterm Brückenpfeiler bereiten dem Zweckverband Ruhbachtal ein wenig Kopfzerbrechen Foto: Nils Lesch Foto: Nils Lesch
 So soll die neue, mit Holz verkleidete Metall-Konstruktion an der Schutzhütte aussehen. Grafik: Joachim Groß
So soll die neue, mit Holz verkleidete Metall-Konstruktion an der Schutzhütte aussehen. Grafik: Joachim Groß

Nils Lesch wies im Übrigen darauf hin, dass ein Brückenbauwerk im Wald eine atypische Gefahr darstelle. Und man schon deshalb darauf zu achten habe, dass nichts passiert. Das nennt man dann Verkehrssicherungspflicht. Die Abnahme einer Brückenkonstruktion samt ihrer Statik müsse gutachterlich abgesegnet sein, was auch die aktuelle Rechtsprechung fordere. Einfach mal etwas hinstellen, damit ist es demzufolge nicht getan.