Es fehlt an Wohnungen und Möbel

Für den Gemeinderat Spiesen-Elversberg ist es mittlerweile Routine, sich in den monatlichen Sitzungen auf den neuesten Stand in Sachen Flüchtlinge bringen zu lassen. Wolfgang Kampa vom Ordnungsamt hat jetzt gewarnt.

Die Gemeinde Spiesen-Elversberg hat, wie andere Kreiskommunen auch, die neuen Zuweisungszahlen von der Kreispolizeibehörde erhalten. Sie reichen bis zum 22. Februar. "Stand jetzt werden wir zu diesem Datum 228 Personen in der Gemeinde aufgenommen haben", erklärte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kampa in der jüngsten Sitzung des Rates. Bislang sei bei Prognosen auf Basis der vergangenen drei Monate von rund 170 wei teren Flüchtlingen für 2016 ausgegangen worden. "Jetzt liegen wir schon 20 Prozent höher", so Kampa. Die Verwaltung müsse also mit rund 200 weiteren Personen rechnen. "Ordnungsamt, Bauhof und Bauamt sind an der Kapazitätsgrenze", sagte Kampa. Ohne die vielfältige Unterstützung aus der Bevölkerung hätte man das bislang Geleistete nicht schaffen können.

Kampa erläuterte die Zusammensetzung der bis Ende Februar erwarteten 228 Personen. Unter den Schutzssuchenden sind 63 Einzelpersonen und 43 Familienverbände (mehr als eine Person). Darunter sind elf Kinder bis drei Jahre, 13 bis sechs Jahre, 35 bis 16 Jahre und zehn bis 18 Jahre.

Neu sei derzeit, dass Menschen den Weg ins Saarland finden, die schon an anderer Stelle gemeldet sind. "Es hat sich einfach herumgesprochen, dass wir die kürzeste Zeit für die Bearbeitung von Asylanträgen haben", so Kampa. Diese Menschen müssten natürlich dorthin zurück geschickt werden, wo sie sich gemeldet haben. Insgesamt acht Personen mussten deshalb bereits abgewiesen werden.

Außerdem habe die Verwaltung mit Hilfe ihrer hauptamtlichen Dolmetscherin a uch herausgefunden, dass in Online-Foren, in denen sich die Flüchtlinge austauschen, das Gerücht umgehe, Deutschland nehme ab 1. März keine Flüchtlinge mehr auf. "Das ist natürlich Quatsch", so Kampa.

Neben einer schnellen Integration in einem zweiten Schritt liegen die vorrangigen Probleme bei der Unterbringung und der Ausstattung der Wohnungen für die Menschen. Betten könne die Gemeinde derzeit nur aufstellen, weil sie ein Kontingent von 60 Stück inklusive Matratzen kaufen konnte. Schlechter sieht es derzeit mit anderen Möbeln aus. "Es gibt keine Kleiderschränke", so Kampa. Überall gebe es bis zu sechs Wochen Lieferzeit.

Am meisten drückt der Schuh beim Wohnraum selbst. "Wir schaffen es Stand jetzt, vielleicht noch 25 Leute unterzubringen", erklärte Kampa dem versammelten Gemeinderat. Das, so betonte er, reiche höchstens für einen Monat. Zwar verkaufe die Gemeinde derzeit ein Gebäude, das liege aber daran, dass eine Sanierung durch die öffentliche Hand schlicht nicht zu bezahlen sei. Die Gemeinde sei weiter dringend auf Angebote aus dem privaten Wohnungsmarkt angewiesen, werde sich aber auch mit Alternativen auseinandersetzen müssen. Abgesehen davon, dass es derzeit keine Wohncontainer auf dem Markt gebe, seien diese weder zu bezahlen, noch von der Verwaltung gewünscht. Bliebe - so sah es auch der Rat - nur der Ausbau anderer Immobilien, ob als Zwischenlösung oder permanent. Wie das zu bezahlen sei, stehe auf einem anderen Blatt.

Die Gemeinde hat ein Spendenkonto eingerichtet. Infos (auch zu Sachspenden) unter Telefon (0 68 21) 79 10.