Ein Wahrzeichen kehrt zurück : Elversberg hat wieder eine Kaiserlinde

Auf Initiative des Elversbergers Hans-Jürgen Euschen wurde am alten Standort eine zwölf Meter hohe Linde aufgestellt.

  Mit reichlich Verspätung und bei denkbar schlechtem Wetter kam sie an: die neue Kaiserlinde von Elversberg. Ein Schwertransporter brachte das alte und neue Wahrzeichen der Gemeinde vom Oldenburger Land an den gleichnamigen Standort in der Gemeinde.

Die alte Kaiserlinde, ein Naturdenkmal, fiel in der Nacht auf den 31. März 2015 dem Orkan „Niklas“ zum Opfer. Sie wurde von einer Böe entwurzelt und stürzte in den nahen Kreisverkehr. Das Drama um das gefallene Wahrzeichen schaffte es damals sogar in die überregionale Presse. So berichtete der Kicker darüber, wie die SV Elversberg um den Baum trauert, der lange Jahre als Namensgeber für das Stadion stand, das bis 2014 Waldstadion Kaiserlinde hieß, heute ist es die Ursapharm-Arena.

Die ursprüngliche Kaiserlinde war zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Wilhelm II. im April 1913 gepflanzt worden. An der Stelle der entwurzelten Kaiserlinde wurde dann im Sommer 2015 ein Blumenbeet angelegt.

Ein riesiger, auf der Seite liegender Blumentopf, aus dem stilisiert die Blumen herausfallen, sollte an die umgestürzte Kaiserlinde erinnern. Akzeptiert wurde dieser Ersatz von der Bevölkerung Elversbergs allerdings nie. So entschloss sich der Elversberger Geschäftsmann Hans-Jürgen Euschen dazu, auf seine Kosten eine neue Linde pflanzen zu lassen. Umsetzen konnte er sein Vorhaben aber erst mit dem neuen Bürgermeister der Gemeinde, Bernd Huf. Der ehemalige Bürgermeister Rainer Pirrung habe, so erzählt Euschen im Gespräch mit der SZ, seiner Initiative stets ablehnend gegenübergestanden.

Und so kam die neue Kaiserlinde am Donnerstag an ihrem Bestimmungsort an und wurde in die vorbereitete Pflanzstelle eingesetzt. Der Dauerregen erschwerte die Arbeiten erheblich, denn durch den aufgeweichten Boden sanken die schweren Baufahrzeuge immer wieder ein. Nach rund vier Stunden aber stand das alte und neue Wahrzeichen an angestammter Stelle. Mit einer Höhe von zwölf Metern und einem Umfang von 80 Zentimetern ist die Linde schon jetzt ein wahres Prachtstück.

Gespannt beobachten Bürgermeister Bernd Huf und Bauamtsleiter Michael Arend die Maßarbeit mit dem Schwerlastkran, der den stattlichen Baum an Ort und Stelle hievt.   Foto: Volker Ammann
Sie steht. Von rechts: Bürgermeister Bernd Huf, Stifter Hans-Jürgen Euschen und Sohn Tim freut’s. Foto: Volker Ammann

Darüber freute sich neben dem Stifter, dessen Firma Lindengarage die Kosten in fünfstelliger Höhe für den Baum, Transport und Pflanzung übernommen hat, auch Bürgermeister Bernd Huf: „Es ist schön, dass die Gemeinde wieder eine Attraktion mehr hat.“ Laut eigener Aussage wird Euschen, sobald der Baum ein festes Wurzelwerk hat und sicher steht, rund um die Linde Bänke aufstellen. „Ich möchte, dass sich die Leute wieder hier treffen und gemütlich unterhalten können. So wie früher“, erläuterte Euschen seine Motivation.