Session : Eine Frage des Überlebens

Der KV Alleh Hopp Spiesen darf nicht in der Sporthalle Langdell feiern und  steht nun ohne Halle da. Regressansprüche werden wohl geprüft.

„Die aktuelle Situation ist für den Karnevalsverein durchaus existenzbedrohend“, sagt Klaus Reichard, Vorsitzender des KV Alleh Hopp Spiesen, auf Anfrage unserer Zeitung. Hintergrund: Die Session 2017/18 steht für die beiden Karnevalsvereine in der Gemeinde Spiesen-Elversberg unter keinem guten Stern. Der KV Alleh Hopp Spiesen hat keine Halle für seine Veranstaltungen. Es gibt keine Genehmigung für die Sporthalle Langdell als Versammlungsstätte. Und die NKV Elversberger Narrenzunft soll sich jetzt mit den Spieser Freunden die Glückauf-Halle in Elversberg teilen. Was zu kaum lösbaren Termin-Kollisionen führt (SZ vom 29. November).  

„Im Detail sind nun viele Fragen offen, die bis vor zirka vier Wochen unter Annahme der bisherigen Hallenverfügbarkeit nicht existiert haben“, stellt Reichard weiter fest. Denn erst am 26. Oktober hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass die Untere Bauaufsicht diesmal keine Einzelgenehmigung für die Langdellhalle erteilen wird (Brandschutzauflagen). In den Jahren zuvor hatten Einzelgenehmigungen die Veranstaltungen gerettet.

Die Folgen? Der KV Alleh Hopp denkt da sogar schon an die folgende Session. „Im schlimmsten Fall droht die komplette Absage der Spieser Fasenacht“, so Reichard. Dies hätte natürlich finanziell negative Folgen: „Der Alleh Hopp ist im Bereich der Jugendarbeit einer der größten Vereine im Ort. Über das gesamte Jahr hinweg trainieren zirka 150 Kinder und Jugendliche regelmäßig in den Sportstätten der Gemeinde. Allein die hierfür anfallenden Kosten wie Miete der Sportstätten, Gema-Gebühren, Versicherungen, Trainerausbildung, Zuschüsse für Trainingslager, Kostüme, Garden und anders mehr belaufen sich auf fast 10 000 Euro pro Jahr und können nur über die Einnahmen während der Session refinanziert werden.“

Die noch größeren Verluste drohten aber durch den perspektivischen Wegfall der Nachwuchsarbeit, erklärt Reichard weiter: „Die Kinder trainieren über zwölf Monate mit dem Ziel von nur wenigen Auftritten auf der großen Fasenachtsbühne und der Hoffnung auf tosenden Applaus.“ Fielen nun diese Darbietungen weg, werde es dem Alleh Hopp nur noch schwerlich möglich sein, die Motivation auf Seiten der Akteure und Trainer zu erhalten. Langfristig drohe ein wichtiger Anteil der Jugendförderung in der Gemeinde wegzubrechen.

„Realistisch erscheint aktuell eine reduzierte Session im Jahr 2018, verbunden mit der großen Hoffnung auf eine Zwei-Standort-Lösung für die beiden Karnevalsvereine im Jahr 2019“, hatte Reichard bereits in einer ersten Stellungnahme gewertet. Direkt von der Absage bedroht seien 2018 die Kinderfaschingsshow und die Frauensitzung wegen direkter Termin-Kollision mit der NKV. Wegen der vorherrschenden Rahmenbedingungen in der Glück-auf-Halle seien auch die Narrenschau und der Lumpenball fraglich: „In jedem Fall wird die Situation zu einer wirtschaftlichen Schädigung des Alleh Hopp führen.“

Wegen der Kurzfristigkeit, so Reichard, seien Terminverlegungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich, die dahinterstehenden Verbindlichkeiten gerade am Faschingswochenende in der Kürze nicht anzupassen. Inwiefern hieraus noch zusätzlicher finanzieller Schaden entstehe, müsse noch geprüft werden.

 Klaus Reichard.
Klaus Reichard. Foto: Alleh Hopp/Reichard

Momentan versucht der Vorstand, auf vielen verschiedenen Wegen eine Lösung zu entwickeln. Reichard: „Neben den intensiven Abstimmungen läuft  auch noch die Suche nach einer räumlichen Alternative.“ Die Empfehlung aus dem Gemeinderat in seiner Sondersitzung am Montagabend, Regressansprüche an die Verwaltung prüfen zu lassen, will der KV Alleh Hopp zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen: „Vorrangig sind wir allerdings mit der Problemlösung beschäftigt. Im Nachgang werden wir wohl die Möglichkeiten prüfen.“