Ein Weltstar zur Einweihung

Es ist das erste Konzert auf dem Rasen im Elversberger Waldstadion. Und dann mit Nigel Kennedy gleich ein Weltstar. Zwei bis drei solcher Großveranstaltungen seien jedes Jahr möglich, sagt die Stadiongesellschaft. Die Priorität liegt aber woanders.

Ganz schön schick geworden ist das neue Stadion der SV Elversberg. Foto: SZ-archiv/Marcus kalmes. Foto: SZ-archiv/Marcus kalmes



Robert Leonardy hatte die Frage kommen sehen. "Was Nigel Kennedy mit Polen zu tun hat?" Ganz unberechtigt war die Frage nicht. Ist doch Polen das diesjährige Gastland der Musikfestspiele Saar und der Name Nigel Kennedy klingt ebenso wenig polnisch wie seine "Jimi-Hendrix-Show". Doch Leonardy, der Intendant der Musikfestspiele, erklärt, dass es da eindeutig einen Zusammenhang gebe und sich Kennedy wunderbar ins Programm einfüge: "Nigel Kennedy hat einen polnischen Pass, ist mit einer Polin verheiratet, lebt in Krakau und fast seine gesamte Band kommt aus Polen. Das passt also sehr wohl." Kennedy, der sich immer wieder zwischen Pop und Klassik bewegt, mag der vielleicht bekannteste Geiger derzeit sein, doch auch er hat sich seine Geheimnisse bewahrt.

Und doch fällt das Konzert am 12. Juni ein wenig aus der Reihe. Und das nicht, weil Kennedy so etwas wie das Sinnbild des - mitunter etwas despektierlich gemeinten - Begriffes "Stargeiger" ist, sondern wegen des Ortes. Die ehrwürdigen Musikfestspiele ziehen um ins Stadion der SV Elversberg . Eine Premiere für die Festspiele, aber auch für das Stadion. Dass Kennedy zu "poppig" sei, dagegen wehrt sich Leonardy entschieden: "Wenn jemand mit solcher Leidenschaft Brahms' Violinkonzert spielt und mit derselben Leidenschaft Heavy Metal spielt, dann kann das doch nicht falsch sein."

Und vielleicht passt der stadionerfahrene Stargeiger Kennedy für die Premiere ja ganz gut. Einerseits sind 400 Gäste im Innenraum - bis zu 2600 auf den Tribünen kommen hinzu - schonender als eine Horde rasen-zertrampelnder Rocker, und außerdem füge sich Kennedys "Hemdsärmeligkeit" ganz gut ins Stadion, wie Boris Röder es ausdrückt. Röder ist Leiter der Unternehmenskommunikation beim Namensgeber des Stadions und Hauptsponsor der SVE, Ursapharm. "Ein bisschen Kribbeln" verspüre er schon angesichts der Premiere.

Im Sommer 2013 hatten die ersten Arbeiten am Stadion begonnen. Schon damals mit dem Ziel, das Stadion nicht nur zu den Spieltagen am Wochenende zu nutzen, sondern auch für Veranstaltungen. Und damit auch für solche Groß-Konzerte wie das von Nigel Kennedy . Jetzt ist die große Tribüne fast fertig. "Allerdings darf man zwei Dinge nicht vergessen", sagt Kai-Uwe Frantz, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, "unsere Priorität ist der Fußball. Und solche großen Veranstaltungen im Innenraum kann es höchstens zwei bis drei Mal pro Jahr geben." Mehr lasse der eng gestrickte Terminkalender gar nicht zu. Und der könnte bald noch enger werden. Schließlich könnte auch der 1. FC Saarbrücken für eine gewisse Zeit nach Elversberg umziehen, solange der Saarbrücker Ludwigspark umgebaut wird.

Stattdessen liege das Hauptaugenmerk auf den Veranstaltungen im Inneren. In den VIP-Bereichen und der Catering-Ebene. Anfragen gebe es schon. "Allerdings müssen wir warten, bis der Deutsche Fußballbund seinen Rahmenterminkalender für die kommende Saison bekannt gibt. Und natürlich, wenn wir wissen, wo wir spielen", sagt Frantz, "erst dann können wir Veranstaltungen zusagen".

Doch erst einmal fiebern sie dem großen Auftakt entgegen. Und selbst der erfahrene Festival-Intendant Leonardy ist von der Atmosphäre begeistert: "Diese Heimeligkeit hier im Stadion, das ist im Südwesten einmalig." Man darf gespannt sein, was der stadionerfahrene Kennedy davon hält.

Die Karten kosten 25 und 50 Euro zuzüglich Gebühren und Versand. Zu bestellen unter www.musikfestspielesaar.de/

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