Ein Leben für Bewegung

Im Rahmen der SZ-Serie „Ich lebe gerne in . . .“ stellt die SZ in dieser Woche Menschen aus Spiesen-Elversberg vor. Heute: Ute Born-Hort aus Spiesen. Sie koordiniert den örtlichen Kneipp-Verein.

57 Jahre ist es her, dass sich der Kneipp-Verein Spiesen - lange nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs - neu gegründet hat. Seit seinen Anfängen hat sich der Verein zu einem der mitgliedsstärksten im Kreis entwickelt und sein Kursangebot stetig ausgebaut.

Ute Born-Hort ist seit 2012 Vorsitzende des über 800 Mitglieder zählenden Vereins. Zuvor war sie vier Jahre zweite Vorsitzende. Mit ihrem Mann bietet sie Tai-Chi-Kurse an und ist dazu auch Yoga-Lehrerin. "Allein in diesen Kursen unterrichten wir jede Woche 100 Menschen", so Born-Hort. Seit über 15 Jahren leitet sie schon Kurse für den Verein. Das Angebot der Spieser Kneippianer geht dabei weit über die Klassiker hinaus. "Wir bieten wöchentlich rund 35 laufende Kurse an." Workshops, Wanderungen und Besichtigungen gibt es an den Wochenenden - oft laufen auch mehrere Angebote parallel. Dazu gibt es Tagesfahrten und Kurzurlaube bis hin zu gemeinsamen Flugreisen . Neben Kurs-Dauerbrennern wie eben dem Yoga wird das Angebot stetig erweitert. "Entweder kommen Menschen mit Ideen auf uns zu oder wir suchen uns die passenden Übungsleiter, mit denen wir unsere Ideen verwirklichen können."

Beim Angebot gebe es immer auch gewisse Trends, weiß die Vereinschefin zu berichten. Was zur Zeit besonders gut laufe, seien zum Beispiel die Kurse "Babys in Bewegung". Das gesamte Kursangebot gibt es auf der Internetseite des Kneipp-Vereins. Wer Interesse an einem Kurs oder einer Sportart hat, kann sich bei Ute Born-Hort oder der zweiten Vorsitzenden Brigitte Uhlig melden. Sie beraten gerne. In laufenden Kursen ist zudem ein kostenloses Schnuppertraining kein Problem. "Nur wenn neue Kurse starten, brauchen wir eine verbindliche Anmeldung." Eine Mitgliedschaft ist übrigens kein Muss. Damit sich auch neue Übungsleiter gut ins Vereinsleben und die Gepflogenheiten wie zum Beispiel Möglichkeiten der Bezahlung einfinden können, ist ein großes Handbuch in Arbeit. Das Team für die Öffentlichkeitsarbeit bespielt sämtliche Kanäle, um Mitglieder und Interessierte über Angebote zu informieren. Im Verein gibt es einen E-Mail-Verteiler.

Für viele Kurse werden auch viele Räume benötigt. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Kirchen lobt Ute Born-Hort ausdrücklich: "Die Unterstützung ist toll." Trotzdem sei man immer auf der Suche nach neuen Raumangeboten für Kurse. "Wir könnten sicher noch mehr anbieten, wenn es einen Übungsraum geben würde." Ein Traum seien eigene Räume, eine Finanzierung aber wohl unmöglich.

Das, was organisatorisch gesehen eigentlich ein Vollzeitjob wäre, erledigt Ute Born-Hort mit ihren Mitstreitern sozusagen nebenher. Eigentlich ist sie hauptamtlich in der Personalabteilung des Winterbergkrankenhauses angestellt. Die Vereinsarbeit erledigt sie "danach und abends". Der Kontakt zu den Menschen ist es ihr wert. Die über Jahre gewachsenen Freundschaften sind es auch, was für Ute Born-Hort das Leben in Spiesen-Elversberg ausmacht. "Es sind nicht die Einkaufsmöglichkeiten, Lokale oder die Infrastruktur. Es sind die Menschen, die hier leben und meine Wurzeln, die ich hier habe." So lange sie zurückdenken könne, lebe ihre Familie hier. Die Nachbarschaft sei immer da, wenn sie gebraucht werde. "Vielleicht fühlt sich so Heimat an", sagt sie.

kneipp-verein-spiesen.de