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Ein großes Haus für eine große Familie

Ein großes Haus für eine große Familie

Vor einem Jahr begann im Gewerbepark Spiesen der Bau einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung. Am Freitag war es so weit: Mit vielen Gästen feierten die künftigen Bewohner ein harmonisches Richtfest.

Es nieselt und tropft noch hinein, doch das stört am Freitagnachmittag kaum jemanden. "Das ist ein äußerst wichtiges Ereignis für die Lebenshilfe ." Mit diesen Worten eröffnete Jürgen Müller, Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe , seine Ansprache vor versammelter Mannschaft: Zum Richtfest am Rohbau im Gewerbepark Hungerpfuhl in Spiesen waren unter anderem die künftigen Bewohner, die stolze Architektin, und die Vertreter seines Vereins und des dazugehörigen Behindertenwerks gekommen. In das zweigeschossige Gebäude sollen 20 Menschen mit Behinderung einziehen, acht Zusatzplätze sind vorgesehen für Bewohner, die die Räume nur für kurze Zeit nutzen möchten.

Bisher sind die künftigen Hausbewohner in der Einrichtung "Haus Elisabeth" an der Alexanderstraße in Elversberg untergebracht. So auch der 23-jährige Marcel Kling, der am Freitag mit seinen Freunden um die Wette strahlte. "Es ist schön, alle hier zu sehen", sagte er. Seit fünf Jahren arbeitet Kling als Schreiner im Werkstattzentrum der Lebenshilfe in Spiesen-Elversberg. Der Neubau im Gewerbegebiet könnte ihm und weiteren 19 Menschen mit Behinderung schon Mitte 2016 ein neues Zuhause bieten.

Vor sieben Jahren hatte das Behindertenwerk beschlossen, ein neues Wohnheim zu errichten, im vergangenen Jahr im August begannen dann die Bauarbeiten. Der Umzug sei längst überfällig, sagt Otto Dietz, zweiter Vorsitzender des Behindertenwerks Neunkirchen: "Das Haus in der Alexanderstraße genügt nicht mehr den Anforderungen." Im Hinblick auf die neuen Räumlichkeiten ist er zuversichtlich. "Das wird ein wundervolles Objekt werden." Wundervoll deshalb, weil hier auf 1800 Quadratmetern Fläche nicht nur Wohnraum entstehen soll, sondern auch Platz für Freizeitaktivitäten wie Basteln und Bewegung. Konzipiert ist die Wohnstätte vor allem für ältere Menschen mit Behinderung und im Ruhestand.

Das Gebäude liegt in direkter Nachbarschaft zur Wohnstätte Tom-Mutters-Haus, die ebenfalls von der Lebenshilfe getragen wird. In Zukunft soll durch die Nähe der beiden Einrichtungen das entstehen, was Dietz zu Beginn seiner Ansprache zum Ausdruck bringt:"Wenn ich hier bin, fühle ich mich wie in einer Familie."

All diese Möglichkeiten im Wohnheim zu schaffen, habe die Lebenshilfe eine "große Kraftanstrengung" gekostet, betont Müller. Mehrere Millionen Euro kostet das Projekt, das von der Lebenshilfe in vollem Umfang vorfinanziert wird. "Die Landesregierung wird uns erst im Laufe vieler Jahrzehnte bei der Finanzierung unterstützen", sagt er.

Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Scherben, die nach dem Richtspruch entstanden sind, auch wirklich Glück bringen.