Die kommenden Jahre im Blick

Reiner Pirrung, Bürgermeister von Spiesen-Elversberg, feiert heute runden Geburtstag. Wir haben deshalb mit ihm über persönliche Ziele und solche für die Gemeinde gesprochen.

Eins vorweg: Bammel hat Reiner Pirrung vor der runden Zahl nicht. "Es gibt auch schon andere, die so alt geworden sind und die sagen, es habe nicht weh getan", scherzt der Rathauschef. Allerdings, so räumt er ein, reflektiere er doch vielleicht ein bisschen anders als an normalen Geburtstagen. Persönlich wünscht er sich vor allem, dass er gesund bleibt - natürlich über die 2019 endende Amtszeit als Bürgermeister hinaus.

Bis dahin will Pirrung noch einiges bewegen. Die Umbauten an den Feuerwehrgerätehäusern haben hohe Priorität, so der Verwaltungschef. "Spiesen steht nach vielen vielen Jahren kurz vor dem Abschluss." Für den Bau in Elversberg seien die Unterlagen für Zuschussprüfung in Saarbrücken eingegangen. Die nächsten großen Brocken sind die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, und die energetische Sanierung der Mittelbergschule in Spiesen. Außerdem sollen in der Glückauf-Halle so schnell wie möglich das Foyer umgebaut und die Toilettenanlage vom Keller in den hinteren Teil der Halle verlegt werden. Anschließend steht die Sanierung der Halle selbst auf dem Plan.

Die Erschließung des Wohngebietes am Truckenbrunnen "soll jetzt angegangen werden". Das, so Pirrung habe Vorrang vor dem ebenfalls am Ortsausgang von Spiesen in Richtung St. Ingbert geplanten Industriegebiet. Für den Neubau einer Schulturnhalle in Elversberg würden die Fördermöglichkeiten ausgelotet.

Die Entwicklung der Ortskerne und der Ausbau von schnellem Internet in der Gemeinde stehen schon länger auf dem Wunschzettel. Wie so oft ist die kommunale Finanzlage der limitierende Faktor. "Unsere Finanzen werden wir auch in meinen nächsten vier Jahren nicht so schnell in den Griff bekommen, wie wir es gerne hätten", so Pirrung. An den kommunalen Liegenschaften habe sich in den letzten zehn Jahren trotzdem viel getan.

Das bestimmende Thema sei aber nach wie vor die Flüchtlingskrise. Hier ist der Rathauschef allen - ob in Verwaltung oder Kirche und Ehrenamt - dankbar, die dazu beitragen, dass sich die Menschen willkommen fühlen. Noch habe die Gemeinde die Lage im Griff, sehe aber erste Probleme kommen. "Ich will vermeiden, dass wir in größere Gebäude wie Turnhallen müssen", so Pirrung. Denn würde auch Einschnitte für die Bevölkerung bedeuten. "Andererseits können wir die Leute nicht auf der Straße schlafen lassen." Wohnraum wird daher gebraucht. Die Verwaltung versuche sogar, über ein Leerstandskataster gezielt Eigentümer anzusprechen "und garantiert die Mieteinnahmen mit Unterstützung des Landes". Immer werde von Netzwerken gesprochen, so Pirrung. "Das größte Netzwerk aber ist die Dorfgemeinschaft. Da ist viel Hilfe zu erfahren - das ist nicht selbverständlich." Und deshalb freue er sich trotz aller Herausforderungen auch auf die nächsten Jahre.