Die Haselmaus muss umziehen

Bei Anwohnern des Waldstadions an der Kaiserlinde herrscht mitunter Unsicherheit darüber, was genau im Zuge des Stadionausbaus zu erwarten ist. Aus diesem Grund hatte die Gemeindeverwaltung für Donnerstag zu einer Bürger-Informationsversammlung geladen.

Im Rahmen einer kleinen Präsentation hat Thomas Eisenhut, Geschäftsführer des Planungsbüros Argus Concept, am Donnerstag einer überschaubaren Zahl von Zuhörern den Stand der Dinge in Sachen Kaiserlinde erläutert. Zusammen mit Steffen-Werner Meyer als Vertreter des Bürgermeisters, Bauamtsleiter Peter Gräber und dessen Mitarbeiterin Tatjana Leichner informierte Eisenhut über die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans und die parallele Änderung des Flächennutzungsplans für das Gebiet rund ums Stadion Kaiserlinde (wir haben berichtet).

"Hauptsächlich geht es dabei um Parkflächen zwischen Stadion und Autobahn", erklärte Meyer. Außerdem müsse der bestehende Bebauungsplan an die tatsächliche Lage des Stadions angepasst werden, so Eisenhut. Obwohl der Gemeinderat die notwendigen Beschlüsse schon lange gefasst hatte, sei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Das habe vor allem an "tröpfchenweisen" Nachforderungen der zuständigen Behörden gelegen, was vor allem bestimmte artenschutzrechtliche Gutachten betroffen habe. Das, so Eisenhut, sei dem Umstand geschuldet, dass aktuell gerade auf diesem Gebiet viel geklagt werde. Das habe eine häufige Änderung der Rechtsprechung zur Folge, und an die müssten die Planungen dann angepasst werden. So geschehen in Sachen Haselmaus. Hier habe man ein neues Gutachten fertigen müssen - über eine komplette Vegetationsperiode hinweg. Die vor Ort festgestellte Population von Haselmäusen müsse jetzt umgesiedelt werden. Noch im Oktober soll damit begonnen werden. "Danach könnte die Rodung beginnen", so Eisenhut. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung am 16. Oktober den Satzungsbeschluss fasst. Erst dann wären Bebauungs- und Flächennutzungsplan gültig.

Bevor der Gemeinderat über den neuen Bebauungsplan befinden kann, gilt es noch ein paar Hürden zu nehmen. Zum einen steht eine Absprache mit dem Landesbetrieb für Straßenbau bezüglich der Verkehrsanbindung noch aus. Hier seien sowohl eine Ampelregelung, als auch ein Kreisverkehr denkbar. Zum anderen muss das Plangebiet noch aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert werden. "Das ist bereits beantragt", bestätigte Eisenhut. Vor einer Entscheidung im Gemeinderat steht die öffentliche Auslegung der kompletten Planungsunterlagen an. Diese, so bestätigte Peter Gräber , sei für den Zeitraum vom 10. September bis zum 12. Oktober im Rathaus geplant. "Jeder Bürger hat dann die Möglichkeit, die Unterlagen einzusehen und auch Einwände zu formulieren", so Meyer. Die Pläne sind dann auch übers Internet verfügbar (siehe Link).

Dass es noch Gesprächs- beziehungsweise Aufklärungsbedarf gibt, zeigten einige Fragen aus dem Publikum. Da ging es beispielsweise um den Gehölz-Saum zwischen Trainingsplatz und Gärten in der Waldstraße. Im Plan steht hier Grünfläche statt Wald: "Eine Bitte des Forstes", wie Eisenhut bestätigte. Allerdings sei dies reine Definitionssache. "Fest steht, dass die Gehölze erhalten bleiben sollen", so Eisenhut. Beim Lärmgutachten des TÜV gebe es bereits Signale, dass nach Fertigstellung alle erforderlichen Grenzwerte eingehalten werden. Eine Prognose zum Fertigstellungstermin der Parkplätze wollte am Donnerstag niemand abgeben.

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