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Die Fußballer der DJK Elversberg spielen in der Kreisliga um den Aufstieg

Fußball-Kreisliga : Erfolgreich im Schatten des großen Bruders

Die Kicker der DJK Elversberg spielten in der Kreisliga A Saarpfalz bis zur Zwangspause durch Corona um den Aufstieg mit. Dabei lautete das Saisonziel, nur irgendwie den Spielbetrieb am Laufen zu halten.

In der Fußball-Kreisliga A Saarpfalz hatten bis zur Saisonunterbrechung vier Mannschaften den Kampf um den Aufstieg dominiert. Mittendrin: die DJK Elversberg. An der Spitze lag mit 39 Punkten der FC Palatia Limbach II. Hinter dem Ligaprimus folgten der SC Olympia Calcio Neunkirchen (38 Zähler), die DJK (36) und Hellas Bildstock II (34).

Noch bevor der Saarländische Fußballverband (SFV) die Saison offiziell unterbrach, hatte Markus Scherer, der Trainer der DJK Elversberg reagiert. „Ich habe mich, als die Situation ernster wurde, beim Gesundheitsamt informiert. Zu diesem Zeitpunkt hätten wir offiziell noch weitertrainieren dürfen – haben uns aus Gründen der Gesundheit aber dagegen entschieden. Wenige Tage später kam dann auch die Nachricht vom SFV, dass bis auf weiteres alles eingestellt wird“, erklärt Scherer.

Der 49-Jährige hatte vor dieser Saison das Traineramt bei der DJK angetreten. Sein neues Team war in der Runde davor aus Personalmangel vorzeitig vom Spielbetrieb der Bezirksliga Neunkirchen ausgeschieden. „Für die neue Saison lautete unser vorrangiges Ziel, erstmal nur den Spielbetrieb am Laufen zu halten“, erinnert sich Scherer an die Anfänge seiner schweren Aufgabe. Er ergänzt: „Wir hatten aber gleich einen guten Trainingsbetrieb – und in der Liga haben dann auch die Ergebnisse direkt gepasst.“ Auch wenn das Saisonziel ein bescheidenes war, reifte zu diesem Zeitpunkt die Erkenntnis: „Wenn es gut läuft, können wir sogar ganz vorne mitspielen.“

Scherer, der frühere Spieler des großen Lokalrivalen und Regionalligisten SV Elversberg hat unabhängig von der künftigen Klassenzugehörigkeit seinen Vertrag bereits um ein Jahr verlängert. „Natürlich sind auch einige im Verein der Meinung, ein Aufstieg käme nach dem Neubeginn zu früh. Allerdings spielen wir ja auch Fußball, um etwas zu erreichen. Jetzt wollen wir es auch packen“, betont der Trainer.

Selbstverständlich habe er sich Gedanken darüber gemacht, wie – und ob der SFV die Saison fortsetzen lässt. Ärger darüber, dass die Aufstiegsträume seiner Elf von der Pandemie gestoppt werden könnten, verspürt er aber nicht. Forderungen, die Runde fortsetzen zu müssen, sind ihm fremd. „Im Vordergrund muss die Gesundheit stehen. Solange es noch irgendwelche Risiken gibt, darf auch nicht gespielt werden. Ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die das zu entscheiden haben“, betont Scherer. Falls es zu einem Abbruch käme, würde vermutlich Tabellenführer FC Palatia Limbach II am Grünen Tisch aufsteigen dürfen. Das würde der Elversberger Trainer „schade finden“. Aber nicht aus Eigennutz. Seiner Ansicht nach habe einfach der SV Hellas Bildstock II in der laufenden Runde den schönsten Fußball gespielt.

Aber wie lebt der Verein eigentlich im Schatten des „großen Bruders“, des Regionalligisten SV Elversberg? Der Kunstrasenplatz an der Kaiserlinde – die Heimspielstätte der DJK Elversberg – ist ja quasi rund um die Uhr mit SVE-Mannschaften belegt. Die DJK trainiert jeweils dienstags und freitags von 19.30 bis 21 Uhr. „Natürlich ist das mit unseren vielen Schichtarbeitern nicht optimal. Wer gerade Nachtschicht hat, will ja so früh wie möglich vom Training aus in seinen Betrieb. Allerdings pflege ich als alter SVler einen engen Kontakt zu Jens Kiefer. Wir stehen in regem Austausch und versuchen, sämtlichen Wünschen beider Vereine gerecht zu werden.“ Kiefer leitet bei der SV Elversberg das Nachwuchsleistungszentrum. Die DJK Elversberg bestreitet seit dieser Saison ihre Heimspiele sonntags in der Regel nach der SV Elversberg II in der Oberliga. Auch diesbezüglich hätten sich beide Vereine miteinander geeinigt.

Markus Scherer, der neue Trainer der DJK Elversberg trat vor der Runde eine schwere Aufgabe an. Foto: Holzhauser Foto: Stefan Holzhauser

Bis der Trainings- und Spielbetrieb wieder anlaufen kann, hält Scherer mit seinen Spielern über WhatsApp und Telefongespräche Kontakt. „Klar, man würde sich viel lieber wieder gemeinsam auf dem Platz treffen. Aber wenn Corona überwunden ist, freuen wir uns dafür alle umso mehr auf den Wiederbeginn“, betont der Übungsleiter.