„Die Feuerwehr hat Priorität“

Eigentlich hätte 2015 das Jahr des Blaulichts in der Gemeinde Spiesen-Elversberg werden sollen. Geklappt hat dann aus verschiedenen Gründen fast nichts. Das soll sich in diesem Jahr ändern.

Neue Garagen und eine Schlauchwerkstatt in Spiesen, neue Sanitärräume und eine Atemschutzwerkstatt für Elversberg - was in den Feuerwehrgerätehäusern der beiden Löschbezirke gemacht werden soll, ist eigentlich lange klar. Immer wieder gab es Probleme und Verzögerungen (wir haben berichtet). "Man könnte fast den Glauben an die Menschheit verlieren", sagt Bürgermeister Reiner Pirrung im Gespräch mit unserer Zeitung. Während das Verfahren von Planung bis Vergabe früher etwa ein Jahr gedauert habe, brauche eine Verwaltung heute, wenn es schlecht laufe, drei bis vier Jahre.

Das Problem liegt laut Pirrung vor allem darin, dass die Gerätehäuser sogenannte Sonderbauten sind. An sie werden nicht nur Anforderungen aus aktuellen Bauvorschriften, sondern auch feuerwehrspezifische und weitere gestellt. Wenn endlich eine Baugenehmigung da sei, müsse die Verwaltung im Rahmen der Vergaberichtlinien unter Umständen Firmen beauftragen, mit denen von vornherein Probleme zu erwarten seien. Und dann gab es im Fall der Gerätehäuser auch noch Probleme mit dem Ingenieurbüro. Es wurde gewechselt.

Weitere Verzögerungen



Intern, also Feuerwehr mit Verwaltung und zuständigen Stellen in Saarbrücken, habe die Abstimmung dagegen relativ reibungslos funktioniert.

Planungsmängel gab es trotzdem. So habe das Gerätehaus in Spiesen im Januar immer noch keine 100 Prozent funktionstüchtige Heizungsanlage, bestätigt Pirrung. "Ende September sollte die Anlage laufen." Es habe ein klärendes Gespräch zwischen Bauamt, Bauleitung und ausführender Firma gegeben. Darin sei ein Fertigstellungstermin zum Ende des Monats vereinbart worden. "Erst dann können die anderen Gewerke folgen." Immerhin sei ein Teil des Vorplatzes gemacht, sodass das vor Jahren angeschaffte große Löschfahrzeug endlich in seiner Bestimmungsgarage parken kann. "Bis zu den großen Ferien muss das Ding fertig sein", so der Verwaltungschef. Vielleicht gelinge es ja auch im nächsten Jahr, den schon öfter im Investitionsprogramm aufgeführten Abriss des alten Schulgebäudes auf den Weg zu bringen. "Es wäre auch mal schön, wenn eine Ecke fertig wäre", so Pirrung.

Für den Löschbezirk Elversberg steht die Beschaffung eines großen Fahrzeugs an. Hier hat es etwas länger gedauert, "weil keiner der Bewerber sich bei seinen Angeboten an die Leistungsbeschreibung in der Ausschreibung gehalten hat".

2013 war bereits das Dach in Elversberg gemacht geworden. Den Umbau im Anschluss durchzuführen habe mit dem damaligen Ingenieur nicht funktioniert. Nach dem Wechsel des Planungsbüros für das Elversberger Gerätehaus hatte der zuständige Architekt einen Unfall und fiel bis auf Weiteres aus. Ein Ersatz musste sich erst einarbeiten. Außerdem hat der hauseigene Hochbautechniker der Gemeinde den Rücken gekehrt.

Baukosten gestiegen

. . . und das Pendant dazu: das Feuerwehrgerätehaus in Spiesen. Fotos: Willi Hiegel.



Die ursprüngliche Grobkostenschätzung ist von rund 670 000 Euro auf 1,1 Millionen Euro gestiegen. "Verantwortlich dafür sind gestiegene Baunebenkosten und die damals neue Planung für den Mittelbau", so Pirrung. 50 Prozent der Kosten erhofft man sich als Förderung vom Innenminister. Das neue Gebäude soll Garagen und Mannschaftshaus verbinden und sowohl die Schlauchwerkstatt als auch getrennte Sanitärräume auf dem neuesten Stand beherbergen. Laut grobem Zeitplan soll man "bis Ende des Jahres hier etwas sehen". Konkret rechnet der Bürgermeister damit, dass der Rohbau steht und Grundgewerke wie Sanitär und Elektro erledigt sind. Damit es möglichst reibungslos läuft, wurde ein externer Projektsteuerer installiert.

Der Brandschutz gehöre zu den Aufgaben der Gemeinde, und Spiesen-Elversberg habe eine gute und landesweit anerkannte Feuerwehr. "Das Ehrenamt muss entsprechend gewürdigt werden", so Pirrung. Deshalb habe für ihn die Feuerwehr - zwei Gerätehäuser und die Fahrzeugbeschaffung für den Löschbezirk Elversberg - in diesem Jahr Priorität.