Alte Herren Spiesen : Wahre Champions im reiferen Alter

Die Alten Herren des SV Spiesen haben einen Titel-Hattrick geschafft und sind stolz darauf.

Irgendwie fühlte man sich bei diesem Pressetermin an den FC Bayern München erinnert. Es ging zwar um die Erfolge der AH-Fußballer des SV Spiesen, doch waren Gemeinsamkeiten zum deutschen Rekordmeister unverkennbar. Spiesens Trainer Jürgen Hammel tauchte mit einem Adidas-Trikot und dem Werbeschriftzug „T“ (Telekom) auf – also quasi identisch wie bei den Bayern. Und in den Händen hielt er ein weiteres Trikot, auf dem der Titel-Hattrick der AH verewigt ist: „Saarlandmeister 2017 – Masters-Champion 2018 – Saarlandmeister 2019“. Auch die Münchner kennen sich mit dreifachen Triumphen aus und hatten in der Saison 2012/13 alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.

Zugegeben: Ein Erfolg in der Champions League scheint auf den ersten Blick nicht mit einem landesweiten AH-Titel vergleichbar zu sein. Und dennoch muss dafür auf beiden Ebenen jede Menge Schweiß vergossen werden. Hammel ist eigentlich ein Ur-Heinitzer, wechselte jedoch 2012 zum SV Spiesen, da bei seinem Heimatverein die Lichter erloschen waren. „Ich wollte damals einfach noch nicht mit meinem Hobby aufhören. Wir haben es nun auch geschafft, in den letzten drei Jahren mit der AH Ü40 jeweils Saarlandmeister zu werden“, erzählte der Trainer.

 Das Ü40-Team des SV Spiesen.
Das Ü40-Team des SV Spiesen. Foto: Stefan Holzhauser

Der Erfolg sei auch dank einiger Neuzugänge zustande gekommen. In der Qualifikationsphase gibt es saarlandweit bei der Ü40 drei Ligenstaffeln. Während der Südsaar- und Westsaarbereich eigenständig sind, wurden die Nord- und Oststaffeln zusammengelegt. Dies bedeutet bereits in der Qualifikationsphase dieser starken Gruppe, dass es Woche für Woche oft enge Spiele gibt. Schließlich lautet das Ziel sämtlicher ambitionierter Teams, nach der Quali an der Saarlandmeisterschaft teilzunehmen. Bis zur Saisonunterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie belegte der SV Spiesen Rang vier. Noch wäre allerdings genügend Zeit gewesen, Boden im Klassement gutzumachen. Beim „Tag der Generationen“ würden dann in den verschiedenen Altersklassen der Ü32, Ü40 und Ü50 die besten Mannschaften zusammenkommen und die saarländischen Champions in der Meisterschaft und im Pokal ausspielen. „Beim ersten Titelgewinn 2017 hatte eigentlich alles gepasst. Wir durften anlässlich unseres 50-jährigen AH-Bestehens zu Hause antreten. Anschließend waren wir auch 2018 in der Halle erfolgreich. Und 2019 folgte auf dem Platz der dritte landesweite Sieg“, fasste Hammel die jüngste Erfolgsgeschichte des SV Spiesen zusammen. Auch in der aktuellen Pokalrunde war man noch vertreten, wo das Ziel die Endspielteilnahme gewesen wäre. Hammel hat nun im Alter von 52 Jahren seine Laufbahn beendet und in Spiesen den Trainerjob angetreten. „Ich bin in die großen Fußstapfen von Ulrich Zarth hineingetreten. Er hat sehr viel in Spiesen bewirkt. Lediglich beim letzten Titel hatte ich bereits die Trainerverantwortung inne“, meinte Hammel und ergänzte: „Es macht mir Riesenspaß mit den Jungs. Einmal pro Woche wird gemeinsam trainiert.“ Und bei den Spielen treffe man auch teilweise auf Ex-Profis, die zuvor ausschließlich im Fernsehen bewundert werden durften - ein Beispiel dafür sei der Ex-Lauterer Thomas Riedl „vom ewigen Rivalen“ SG Urweiler-Freisen-Wolfersweiler. Das große Ziel bei Spiesens Ü40 laute, möglichst schnell den einzigen noch nicht gewonnenen Titel – Saarlandpokalsieger – zu erringen. Und vielleicht trifft der SV Spiesen ja auch einmal im Rahmen der Deutschland-Entscheidung auf den FC Bayern München. Dafür kann man sich auf Südwestebene qualifizieren. Und dann würden sich die beiden Mannschaften mit dem gemeinsamen „T“ auf der Brust Auge in Auge gegenüberstehen.