Der Anfang ist gemacht

Bürger helfen Bürgern – so lautet die Idee für einen Spiesen-Elversberger Bürgerverein. Ein erstes Kennenlernen interessierter potenzieller Mitglieder hat am Dienstagabend bei einem Treffen in Elversberg stattgefunden.

Im Nebenzimmer des Elversberger "Heggewirt" sollte am Dienstag der Grundstein für etwas Neues in der Gemeinde gelegt werden. Eine überschaubare Runde interessierter Bürger hatte sich eingefunden, um die mögliche Gründung eines Bürgervereins zu diskutieren.

Eingeladen zu diesem ersten Treffen hatten Norbert Wolf und Mitstreiter. Man wolle erst mal schauen, wer sich überhaupt für die Idee eines Bürgervereins interessiere, miteinander reden und auch Ideen sammeln, in welchen Bereichen man in den beiden Ortsteilen aktiv werden könne.

Die Idee, so Wolf bei der Begrüßung, stamme aus dem Internet (wir haben berichtet). Arno Salm, der ebenfalls anwesend war, hatte auf einem historischen Foto ein Schild mit der Aufschrift Bürgerverein entdeckt, sich ein paar Gedanken gemacht und diese dann Wolf vorgetragen. Erste Resultate waren das Treffen und eine Liste möglicher Aufgabenbeschreibungen. Die Förderung von Kultur- und Vereinsarbeit, aber auch ein offenes Ohr für die Belange der Mitbürger zu haben, stehen unter anderem auf der Liste. Immer wieder betonte man eine politische und konfessionelle Unabhängigkeit.

Insgesamt 13 Interessierte hatten sich zur Gesprächsrunde zusammengefunden, bei der man sich erst mal "unverbindlich und unbürokratisch austauschen" wollte, so Wolf. Schnell wurde klar, dass viele der Anwesenden eine ganz eigene Motivation haben, sich in ihrem Ort zu engagieren. Während einem die Versiegelung von Flächen und der Abriss alter Häuser im Ortskern missfielen, drückten andere ihren Unmut über den Umgang mit Senioren aus. Niemand mehr finde Zeit für die Älteren. Auch hier wolle man vom Bürgerverein - eine ausreichende Zahl an Mitgliedern und entsprechendes Engagement vorausgesetzt - aktiv werden. "Beispielsweise wäre denkbar, dass man eine Art Nachbarschaftshilfe organisiert", so Wolf. Ein positives Beispiel gab es passend von einem Vertreter der Solidargemeinschaft Hirzweiler, der "aus reinem Interesse und ein bisschen zum Ideenklauen" gekommen war. Dort habe man zum Beispiel in Kooperation mit dem Bauamt Bebauungslücken tatkräftig mitgestaltet, sich aber auch mit einer großen Benefizveranstaltung dafür eingesetzt, dass einer auf den Rollstuhl angewiesenen Frau ein Aufzug ermöglicht wurde.

Dass die Grenzen der politischen Einflussnahme in der Gemeinde - nicht zuletzt durch die Finanzausstattung der Kommune bedingt - eng gesteckt sind, war den meisten klar. Immer wieder wurde deshalb betont, dass man nicht gegen jemanden arbeiten wolle, sondern Kooperationen anstrebe. Das gelte für die Verwaltung und Kommunalpolitik genauso wie für den ebenfalls anwesenden Kulturbeauftragten der Gemeinde, Patrick Wehrle. Der zeigte sich von der Grundidee eines sozialen, aber auch kulturellen Engagements eines Bürgervereins durchaus angetan. "Derzeit mache ich eine One-Man-Show mit zehn Festen im Jahr", so Wehrle. Das sei auf Dauer nicht zu schaffen.

Wieder andere wollten den Verein als Ideenmaschine sehen, die Visionen für das gemeinsame Zusammenleben in der Gemeinde entwickeln soll.

Schlussendlich fanden sich unter den Anwesenden acht Personen, die sich als Gründungsmitglieder zur Verfügung stellten. Jetzt gelte es, eine Satzung auszuarbeiten, Mitglieder zu werben und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, so Wolf. Das nächste Treffen, zu dem jeder einen weiteren Interessierten mitbringen soll, ist am Dienstag, 13. Januar, um 19 Uhr beim "Heggewirt".

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