Das „Jahr des Blaulichts“

In seiner Neujahrsansprache hat Bürgermeister Reiner Pirrung das „Jahr des Blaulichts“ für Spiesen-Elversberg ausgerufen. Die Um- und Neubauarbeiten an den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehr in Spiesen und Elversberg sollen mit aller Kraft vorangebracht werden.

Es ist gute Tradition der Verwaltungschefs, den Neujahrsempfang für einen Ausblick auf anstehende Projekte im eigenen Zuständigkeitsbereich zu nutzen. In Spiesen-Elversberg sollen sich Investitionen maßgeblich auf vier Bereiche des Gemeinwesens konzentrieren. Neben Kinderbetreuung, Energieeffizienz und Straßensanierung fließen Gelder in die Feuerwehr. "Und das ist dringend notwendig", betonte Bürgermeister Reiner Pirrung im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon seit 2008 sei man mit verschiedenen Maßnahmen an den Gerätehäusern zugange.

Neue Fahrzeuge

Wesentliche Punkte im damals erstellten Brandschutzbedarfsplan, der 2013 fortgeschrieben wurde, waren die Beschaffung neuer Fahrzeuge, der Umbau der Gerätehäuser im Bereich der Umkleiden und Sanitärbereich (Frauen und Männer getrennt) sowie eine zentrale Atemschutzwerkstatt in Elversberg und eine Schlauchwerkstatt in Spiesen.

Eine Chronologie: Die Arbeiten am Mannschaftsbau in Elversberg wurden 2008 und 2009 umgesetzt. 2013 wurde das Dach neu gedeckt. Außerdem erhielt Elversberg ein neues großes Fahrzeug; ein weiteres soll 2016 folgen. "Zudem konnten wir vor wenigen Tagen ein Kommandofahrzeug für den Wehrführer in Dienst stellen." Es fehlt bislang die Atemschutzwerkstatt. Beim Blick nach Spiesen zeigt sich, dass man noch weit von dem entfernt ist, was man sich eigentlich schon für das vergangene Jahr vorgenommen hatte. Nach langen Querelen mit der ausführenden Firma sind die alten Garagen auf dem Gelände versetzt worden. Ein neuer Anbau als Fahrzeughalle war notwendig geworden, weil ein 2013 für Spiesen angeschafftes Löschfahrzeug wegen seiner Abmessungen nicht in der vorhandenen Garage untergestellt werden konnte. Es ist derzeit "privat" untergebracht. Der Neubau steht - allerdings den ganzen Winter über ohne Dach. Das zuständige Fachplanungsbüro habe versichert, dass das kein Problem sei, so der Verwaltungschef. Das Gebälk für den Neubau ist, so der aktuelle Informationsstand in der Verwaltung, für die kommende Woche angekündigt.

Gründe für die Verzögerung der Baumaßnahmen und sogar Stillstand, gibt es einige. So habe man zum Ende des Jahres das Ingenieurbüro gewechselt. Unter anderem hatten die zuständigen Planer externer Büros den geplanten Bau der Atemschutzwerkstatt in einer angrenzenden Garage des Bauhofs nicht dem Innenministerium zu einer fachtechnischen Prüfung vorgelegt. "Wie wir heute wissen, hätten die Pläne diese auch nicht bestanden", so Pirrung. Ein neuer Entwurf, der in enger Abstimmung mit allen relevanten Stellen erarbeitet wurde, sieht nun einen Neubau vor, der das Mannschaftsgebäude mit den Garagen verbindet und ausreichend Platz für Umkleiden, Sanitärräume und vor allem die notwendige Atemschutzwerkstatt bieten soll.

Die Änderungen in der Planung wirken sich auch finanziell aus.

Für beide Gerätehäuser wurden die Ansätze erhöht, "fast verdoppelt", so Pirrung. Der aktuelle Investitionsplan weist für Elversberg einen Gesamtbedarf von 940 000 Euro und für Spiesen von 830 000 Euro aus. Geld, das man gerne ausgibt. "Wir müssen unseren Ehrenamtlern wenigstens gutes Handwerkszeug an die Hand geben", betont der Rathauschef.

Die Verzögerungen ärgern auch ihn. "Wir mussten uns leider auf das Urteil der beauftragten Fachplanungsbüros verlassen." Leider habe im Amt fast zwei Jahre lang ein Fachmann als Kontroll- und Beratungsinstanz gefehlt.

Pirrung ist zuversichtlich, dass mit dem Engagement der neuen Büros die Sache in beiden Löschbezirken bald ein gutes Ende nehmen wird - wohl bis zum Ende des Jahres. "Ich will haben, dass das endlich fertig wird."