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Das Helferteam von St. Ludwig Spiesen passt die Krippe in der Kirche dem jeweiligen Evangelium an.

Advent in Spiesen : Jeden Adventssonntag andere Szene

Team von St. Ludwig Spiesen passt Krippe dem jeweiligen Evangelium an.

Maria, die in der Woche zuvor Josef war? Oder ein Hirte, der sich im Königsgewand wiederfindet? Kein Problem für das eingespielte Krippenbauerteam der Katholischen Kirche St. Ludwig in Spiesen. „Je nachdem, welche Geschichte des Evangeliums an der Reihe ist, wechseln wir die Köpfe und Gewänder einfach aus“, verrät Ursel Bayer. Fünf Figuren, jede stolze 80 Zentimeter groß, und sieben verschiedene Köpfe stehen zur Verfügung. Geschnitzt wurden sie im Westerwald, gekauft wurden sie von der Pfarrei 1970. Mehr ist über die Herkunft nicht überliefert, berichtet die 77-Jährige. Das Besondere ist nicht nur, dass die Köpfe austauschbar sind, auch die Gliedmaßen sind beweglich. Sie werden mit Flügelschrauben in der gewünschten Position fixiert und dann je nach Szene entsprechend platziert. Das klappt nicht immer gleich wie gewünscht. Wenn etwa Maria knien soll, aber partout ihr Gleichgewicht nicht halten kann. „Maria, stell dich net so an!“ heißt es dann von den eingespielten Krippenbauern. Ein schwerer Stein, der unter dem langen Gewand versteckt wird, hält Maria schließlich in Stellung. „Das ist schon spaßig“, sagt Ursel Bayer und lächelt.

 In der Woche vor dem ersten Adventssonntag waren die vier Frauen und zwei Männer bereits im Einsatz, um die Krippe aufzubauen. Diese sieht an jedem Sonntag anders aus, da die Motive nach dem jeweils von Dechant Olaf Harig ausgesuchten Evangelium gestaltet werden. Mit einfachen Mitteln und guten Ideen werden dann Szenen dargestellt wie etwa „Johannes tauft Jesus im Jordan.“ Ein langes, blaues Tuch stellt den Fluss Jordan dar. Und jede Menge luftiger Watte umgebt die Jesusfigur, die auf einem Sockel steht. So wandelt der „Menschensohn auf einer Wolke“. Nach dem vierten Adventssonntag wird pünktlich zum Weihnachtsfest die gesamte Krippe samt Maria, Josef und kleinem Jesuskind aufgebaut. Ochs und Esel dürfen nicht fehlen, genau wie ein paar Schafe. Die geschnitzten Tiere stammen aus Südtirol. Zum 6. Januar haben die Heiligen Drei Könige ihren großen Auftritt, begleitet von einem stattlichen Kamel. Der Krippenstall wird dann zum Tempel umgebaut. Alfred Marx hat Krippe und Stall im Jahr 2009 überarbeitet. Seither steht diese links neben dem Altar, damit sie während der Messe jeder sehen kann. Früher war sie in der Taufkapelle aufgebaut.

Die geschnitzten Krippenfiguren sind beweglich. Foto: Ursula Bayer

 Ehrensache für die Helferinnen des Krippenteams, dass die Gewänder der Figuren selbst geschneidert sind. Nach dem 2. Februar wird die Krippe abgebaut und in der Sakristei eingelagert. Doch bis dahin werden wieder Kinder und Erwachsene ihre helle Freude an der ungewöhnlichen Krippe haben. Wenn auch wegen der Corona-Pandemie nur angemeldete Besucher den Gottesdiensten bewohnen dürfen. „Viele stellen Blumen davor, um ihre Begeisterung zu zeigen“, sagt Ursel Bayer. „Das freut uns dann auch.