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Ab nun in der Alterswehr
„Das Gesicht der Feuerwehr Spiesen“

Horst Matheis wurde mit einem großen Zapfenstreich aus dem aktiven Dienst in der Wehr verabschiedet. Zahlreiche Gäste verabschiedeten ihn. Von links: Landesbrandinspekteur Timo Meyer, Ehefrau Inge Matheis, Bürgermeister Reiner Pirrung, Horst Matheis, Kreisbrandinspekteur Werner Thom und der Wehrführer von Spiesen-Elversberg, Knut Karch.
Horst Matheis wurde mit einem großen Zapfenstreich aus dem aktiven Dienst in der Wehr verabschiedet. Zahlreiche Gäste verabschiedeten ihn. Von links: Landesbrandinspekteur Timo Meyer, Ehefrau Inge Matheis, Bürgermeister Reiner Pirrung, Horst Matheis, Kreisbrandinspekteur Werner Thom und der Wehrführer von Spiesen-Elversberg, Knut Karch. FOTO: Jörg Jacobi
Spiesen. Großer Zapfenstreich für Hauptbrandmeister Horst Matheis, der sich nach 51 Jahren verabschiedet. Von Anja Kernig

Im Fackelschein ging am Freitagabend ein „landesweit außerordentliches, wenn nicht gar fast einmaliges Feuerwehrleben“ (Pirrung) im Gerätehaus der Spieser Wehr mit großem Bahnhof zu Ende. Viele Wegbegleiter, Freunde und Kollegen hatten sich in der freigeräumten Halle eingefunden, die fast aus allen Nähten platzte „Ehre, wem Ehre gebührt“, betonte Bürgermeister Reiner Pirrung. Weshalb es für ihn auch völlig in Ordnung war, Hauptbrandmeister Horst Matheis mit dem Großen Zapfenstreich zu verabschieden. Prinzipiell ist der zwar den Führungspersönlichkeiten vorbehalten. Aber wenn man wie Matheis 50 aktive Feuerwehrjahre vorweisen kann, sei das mehr als gerechtfertigt, so Pirrung.


Am 1. Januar 1967 war Matheis in die gerade neu gegründete Jugendwehr eingetreten. „Fortan absolvierte er zahlreiche Ausbildungen, Wettkämpfe und Prüfungen, die ihn auf der Feuerwehrkarriereleiter schließlich zum Löschbezirksführer und zum stellvertretenden Wehrführer aufsteigen ließen“, erinnerte der Bürgermeister in seiner Ansprache. Erste Führungsaufgaben übernahm er als Jugendgruppenleiter und, nach der Gebietsreform, auch als Gemeindejugendfeuerwehrwart. Pirrung selbst hatte immer wieder mit Matheis zu tun, der seit 1994 auch Gemeinderatsmitglied ist und beruflich als Bezirksschornsteinfeger tätig war. „Er war Jahrzehnte lang das Gesicht der Feuerwehr Spiesen.“ In die gemeinsame Ära Matheis/Pirrung fallen wichtige Beschaffungen an Feuerwehrequipment, darunter die Indienststellung von Löschgruppengroßfahrzeugen und Mannschaftstransportwagen, die Erstellung von Brandschutzbedarfsplänen, die Kompletterneuerung der beiden Feuerwehrgerätehäuser, die Einführung digitaler Meldeempfänger oder, ganz aktuell, die Beschaffung der neuen Ausgehuniformen.

Auf Wunsch der Kameraden und zum Dank für das Geleistete ernannte der Bürgermeister den fortan der Alterswehr angehörenden Feuerwehrmann zum Ehrenlöschbezirksführer. „Ob es bei den Schornsteinfegern etwas Ähnliches gibt wie die Alterswehr bei uns, weiß ich nicht“, erklärte Pirrung. „Deshalb habe ich vorsorglich mit ihm einen Handschlag-Vertrag abgeschlossen, dass er mir weiterhin bis zum Ende meiner Amtszeit als jährlicher Glücksbringer beim Neujahrsempfang der Gemeinde zur Seite steht“ – wie schon das letzte Dutzend Jahre.



Dass Matheis im gesamtem Landkreis Neunkirchen geachtet und hochgeschätzt sei für seine „Fachkenntnisse, Führungsqualität und Menschlichkeit“, ergänzte Kreisbrandinspekteur Werner Thom in seinem Grußwort. Für seine besonderen Verdienste, darunter 30 Jahre als Löschbezirksführer und 36 Jahre als stellvertretender Wehrführer, ehrte er Matheis mit der Florians-Plakette. Und da solch ein Lebenswerk nicht ohne den Rückhalt und die Unterstützung der Familie möglich ist, gingen auch etliche Dankesworte und ein großer Blumenstrauß an Inge Matheis, mit der Horst Matheis seit 43 Jahren verheiratet ist.