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Nicht gut für Senioren und Menschen mit Handicap
„Das Ende vom Sparschwein“

Deutlich teurer als von der Verwaltung veranschlagt wird die Sanierung der Hallen in der Straße  Im Alten Weiher in Ottweiler .
Deutlich teurer als von der Verwaltung veranschlagt wird die Sanierung der Hallen in der Straße Im Alten Weiher in Ottweiler . FOTO: Ralf Hoffmann
Ottweiler. Schlechte Nachrichten im Ottweiler Stadtrat: An der Fußgängerbrücke am Bahnhof Ottweiler wird kein Aufzug gebaut, die Sanierung der Hallen Im alten Weiher wird viel teurer als geplant. Von Solveig Lenz-Engel

Kein Tag der Freude war der Donnerstag für den Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer (CDU): Bei der Sitzung des Ottweiler Stadtrates im Schlosstheater musste er gleich zwei Hiobsbotschaften verkünden. Wobei die Nachricht von der Kostensteigerung bei der Sanierung der beiden Hallen Im Alten Weiher nicht ganz unerwartet kam. Im Juli hatte die SZ bereits über eine Erhöhung der Baukosten berichtet, wobei die jetzt genannte enorme Steigerung von rund 1,5 Millionen Euro auf fast zwei Millionen Euro dann doch eine böse Überraschung war. Laut Schäfer ist die Kostensteigerung auf die Diskrepanz zwischen den von einem für die Stadt Ottweiler arbeitenden Ingenieurbüro errechneten Preisen für die Gewerke und den Ergebnissen der Ausschreibung zurückzuführen. Dazu kämen erhöhte Anforderungen an den Brandschutz. Auch wenn Land und EU den Großteil der Bausumme bezahlen, muss die Stadt Ottweiler jetzt bei der Vorfinanzierung ran. Dazu sollen diverse Haushaltsreste verwendet werden und auch die Mittel zur energetischen Sanierung der Grundschulen Lehbesch und Neumünster werden angegriffen. Was die Ratsmitglieder zähneknirschend zu Kenntnis nahmen. SPD-Sprecher Dr. Wolfgang Brück prägte angesichts der Mühen, das fehlende Geld zusammenzubekommen das Bild vom „Ende des Sparschweins“ und äußerte Unverständnis, dass das Ingenieurbüro offenbar mit nicht mit den marktüblichen Preisen kalkuliert habe.


Beim nächsten Tagesordnungspunkt wurde die Stimmung im Rat nicht besser. Obwohl die Verhandlungen bezüglich des Aufzugs an der Fußgängerbrücke am Bahnhof zwischen Stadt, Bahn dem saarländischen Verkehrsministerium bislang vielversprechend gelaufen waren, so Holger Schäfer, grätschte jetzt überraschend das Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsinstanz dazwischen. Die Bahn machte einen Rückzieher, obwohl die Stadt zahlen wollte. Für den CDU-Sprecher Christian Batz ein „unglaublicher Vorgang für Ottweiler“, das weiter auf einen barrierefreien Bahnhof verzichten müsse. Melitta Daschner (CDU) brachte es für Seniorenbeirat und Behindertenbeirat auf den Punkt: „Ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen dürften nicht im Stich gelassen werden.“

Auf Vorschlag des Bau-, Umwelt- und Sanierungsausschusses wurde vom Stadtrat einstimmig eine Stellungnahme hinsichtlich der Verordnung zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf Agrarflächen verabschiedet. Darin wird festgehalten, dass es sich beispielsweise bei Kerngebieten des Naturschutz-Großprojektes Lik Nord oder bei anderen Flächen mit hoher Bedeutung für den Naturschutz nicht um „minderwertige Agrarflächen“ handele, auf denen Fotovoltaikanlagen errichtet werden dürfen.