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Fasching in Spiesen
Blühender Orient in der Glückaufhalle

 Früh übt sich, was eine echte Fasenachterin werden will. Die zweijährige Sophia Tanousas auf unserem Foto hatte beim Spieser Lied, gesungen von Ilona Bier, ihren Spaß.
Früh übt sich, was eine echte Fasenachterin werden will. Die zweijährige Sophia Tanousas auf unserem Foto hatte beim Spieser Lied, gesungen von Ilona Bier, ihren Spaß. FOTO: Jörg Jacobi
Spiesen. Die Prunksitzung des KV Alleh Hopp in der neuen Narrhalla wurde für alle Fastnachter ein prächtiges Feuerwerk der guten Laune. Von Heinz Bier

Auch wenn der KV Alleh Hopp Spiesen auf sein Heimrecht verzichten und von der gewohnten Langdellhalle in die Glückaufhalle nach Elversberg umziehen musste, zeigten sich die Akteure am Samstagabend bei der Prunksitzung in neuer Narhalla unbeeindruckt. Sie boten den Besuchern in der ausverkauften Halle eine bunte Mixtur aus Show und Wortbeiträgen, die erst weit nach Mitternacht beendet war. Angesichts der Hallenmisere dankte ein gut aufgelegter Sitzungspräsident zu Beginn der Elversberger Narrenzunft, die den Spieser Kollegen ihre Heimstätte für die Sitzung überlassen hatte. „Hier off‘m Bersch, ein seltenes Bild“, meinte Gerhard Stein angesichts des Sitzungsortes im anderen Ortsteil. Für seinen Kollegen Patrick Wehrle war das Entgegenkommen keine Frage. „Beide Vereine wachsen immer mehr zusammen“, meinte der Präsident der Elversberger Narrenzunft als Gast der Alleh-Hopp-Sitzung.



Nach dem Einmarsch des närrischen Hofstaates durften sich als erste das Kinderprinzenpaar Giuseppe I und Sydney I sowie das „große“ Prinzenpaar Carsten I und Christina I ihren Untertanen vorstellen. Nach Büttensängerin Ilona Bier und Kindertanzmariechen Mariebelle Spaniol sorgte „Es Nissje“ mit einer gelungenen Performance aus Witz, Tanz und Gesang für einen perfekten Auftakt der Solisten auf der Bühne. Nach einigen Jahren Abstinenz in Spiesen lieferte „Eulalia Schippenstiel“ von den Kesselflickern aus Altenkessel mit einem deftigen, aber pointierten Vortrag einen ersten Höhepunkt des Abends. Ihr Vortrag war eingerahmt vom Schautanz der Jugendgarde und einem tollen Auftritt der Kindergarde des KV Alleh Hopp mit einer sehr schönen Hommage an den Bergbau. Schließlich war man ja in der Glückaufhalle.

„Ich soll de Wein kredenze, was mach ich do bloß?“, lautete die verzweifelte Frage einer „Weinkönigin“, die aber beim Thema Wein recht ahnungslos war. Die Prinzengarde beendete den ersten Teil der Sitzung, und zum Auftakt des zweiten Teils gab es mit toller Guggemusik der „Nodepirade“ aus Sulzbach gewaltig etwas auf die Ohren. Der Auftritt des Männerballetts war danach ein absoluter Höhepunkt der Sitzung. Zum Motto Zauber des Orients waren aus gestandenen Spieser Männern verschleierte Haremsdamen, Scheichs, die verführerische Suleika und die Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe geworden und was diese orientalische Formation veranstaltete, das war einfach begeisternd. Weil danach nicht nur der Sultan Durscht hatte, zog die Karawane weiter, derweil andere wie „De Läädisch“, „Fidelius“ und zu vorgerückter Stunde KV-Vorsitzender Klaus Reichard in seiner weithin bekannten Figur als „De Wuschd“ weitere Glanzpunkte der Sitzung ablieferten.

Dazwischen fanden die Desperate Housewives des KV Alleh Hopp „Einfache Worte“, die Jugendgarde begeisterte mit ihrem Thementanz „Alladin“, das KV-Tanzpaar entführte die Besucher vom Orient nach Las Vegas und weit nach Mitternacht beendeten die Alleh-Hopp-Maniacs mit ihrem Schautanz „Bezaubernde Jeannie“ eine tolle Sitzung.