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Balancieren, Zöpfe flechten und Saft pressen

Balancieren, Zöpfe flechten und Saft pressen

Auch in diesem Jahr waren wieder viele Vereine, Verbände und Organisationen in die Glückauf-Halle gekommen um sich beim Kindertag zu präsentieren. Diesmal war sogar eine große Gruppe syrischer Flüchtlinge dabei.

"Wer möchte frischen Apfelsaft?" Wolfgang Adami schenkt eine leicht bräunliche Flüssigkeit in den Becher. Vor zehn Minuten waren das noch ganze Äpfel , geerntet am Hofgut Menschenhaus, mechanisch geschreddert und gepresst. Hmm, schmeckt prima. Und ziemlich süß. Am Tisch nebendran schnippeln zwei weitere Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Spiesen Trauben, Äpfel , Bananen und Mandarinen in mundgerechte Häppchen und stecken sie auf Holzstäbchen, die sich dann recht schnell "in Luft auflösen". "Wir sind das erste Mal beim Kindertag dabei", erzählt Vorsitzende Christa Mahla. Das sei sinnvoll, essen Kinder doch in der Regel zu wenig Obst und Gemüse. "Hier greifen sie dagegen gern zu", was viele Eltern wundere. Und wie aus einem Apfel Saft entsteht, weiß auch nicht jeder.

Der 17. Kindertag in der Glückauf-Halle war mal wieder für alle ein Gewinn, nicht nur für die Zielgruppe, sondern auch für die teilnehmenden Vereine , Verbände und Organisationen, die hier auf einen Schlag Hunderte von Kindern und ihre Eltern erreichen können. Und für die veranstaltende Gemeinde sowieso, die ihre Kinderfreundlichkeit eindrucksvoll demonstrierte. Ganz günstig ist Zauberer Martin Mathias mit seinem Mitmachtheater "Indianer Pow-Wow" sicher nicht gewesen - aber das war es wert, wie die wechselweise staunenden und herzhaft lachenden kleinen Indianer im Publikum bewiesen. Auch, wenn sie die Sprache vielleicht gar nicht verstanden.

"Hier gibt es Sachinformationen, es werden Netzwerke aufgebaut, Integration auf Augenhöhe praktiziert, Partizipation ebenso", zählte Jugendpfleger Horst Findeisen auf.

Ganz konkret konnten die Kinder Windlichter aller Art basten, sich Zöpfe flechten oder schminken lassen, Teller bemalen, Tannenzapfen mit Perlen bekleben, Grußkarten bekleben und - wieder ein Bewegungs-Highlight - dank des Kneipp-Vereins Elversberg über wackelige Bänke balancieren, rutschen, klettern. Eindrucksvoll auch der Versuchsaufbau des THW, deren Jugendgruppe mit zwei Seilzügen eine Art XXL-Geschicklichkeitsspiel aufgebaut hatte.

"Ich fand toll, dass alle Hinweisschilder deutsch und arabisch geschrieben waren", lobte Heike Sicurella, die mit ihren drei Jungen vor Ort war. So konnte sich auch die große Gruppe syrischer Flüchtlinge gut orientieren. Sohn Florian war begeistert, als er am Glücksrad des Gesundheitsamtes eine Zahnputz-Uhr gewann: "Die wollte ich schon lange haben." Einen Wermuttropfen gab es indes: Galt es doch, Lucia Jochum von der Gemeinde in den Ruhestand zu verabschieden. "Der Kindertag ist ihr Baby", erklärte Findeisen.