Als Tierpflegerin später im Traumjob arbeiten

Als Tierpflegerin später im Traumjob arbeiten

Annika Blum hat ein Praktikum in der therapeutischen Reitanlage der Lebenshilfe in Spiesen gemacht. Das hat ihr bei der Berufswahl weitergeholfen.

(red) "Wir bieten jungen Menschen häufiger Gelegenheit, im Rahmen eines Praktikums in der therapeutischen Reitanlage erste berufliche Erfahrungen zu sammeln", sagt Wolfgang Saiger, der Leiter der therapeutischen Reitanlage. Da Reiten die geistigen, körperlichen und emotionalen Fähigkeiten geistig behinderter Menschen fördert, bietet die Lebenshilfe mit ihrer therapeutischen Reitanlage in Spiesen Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur die Möglichkeit, sich zu bewegen und so die Motorik und Konzentration zu verbessern, sondern auch Vertrauen zu Mensch und Tier aufzubauen. "Selten habe ich eine Praktikantin gehabt, die in der Reitanlage mit solcher Akribie und Begeisterung ihr Praktikum absolviert hat, wie die 18-jährige Annika Blum aus Wellesweiler", erzählt Saiger.

Die junge Frau, die wegen einer Lernbehinderung und Wahrnehmungsstörungen die Johannesschule in Bildstock, eine staatlich anerkannte Waldorffschule für Lern- und Erziehungshilfe besucht, möchte im nächsten Jahr ihren Hauptschulabschluss machen. Eines steht für sie jetzt schon fest: Ihr späterer Beruf sollte auf jeden Fall etwas mit Tieren zu tun haben. "Wenn ich eine Ausbildungsstelle als Tierpflegerin im Neunkircher Zoo bekäme, wäre das für mich, wie wenn ich Weihnachten und Geburtstag am gleichen Tag feiern könnte."

Bei Wolfgang Saiger habe sie während ihres vierwöchigen Praktikums sehr viel gelernt. Sie wisse jetzt beispielsweise, wie man einen Sicherheitsknoten bindet, Heunetze befüllt oder Pferde auf das Paddock bringt. Jeden Morgen habe sie die Pferde mit Namen begrüßt und ihnen einen schönen Tag gewünscht, bevor sie ihnen das Futter gerichtet habe. "Doreen durfte kein Brot essen, Heidi und Ronny keine Karotten, weil sie die nicht so gut vertragen haben", erzählt die Schülerin, zu deren Aufgaben auch das Putzen der Pferde gehörte.

"Annika war sehr fleißig, hat sich permanent Arbeit gesucht und auch ihr Praktikumsheft sehr sorgfältig geführt", lobt Saiger. "Ich habe so oft gekehrt, dass die Tierärztin, die bei einem Pferd eine Kotprobe untersuchen wollte, keine Pferdeäpfel mehr im Stall gefunden hat", sagt die Tierfreundin, die seit ihrem siebten Lebensjahr reitet und als Belohnung für ihren Arbeitseinsatz auch während ihres Praktikums einmal pro Woche reiten durfte. "Das erste Mal bin ich an der Longe auf Ronny geritten, das war cool." In ihrer letzten Praktikumswoche durfte Annika, begleitet vom Leiter der therapeutischen Reitanlage, einen Ausritt machen.

Corina Perrin, Annikas Mutter, sagt über das Praktikum ihrer Tochter: "Annika war während ihres Praktikums jeden Tag gut gelaunt." Auch nach dem Ende des Praktikums sei der Kontakt nicht abgerissen. Seit dem Praktikum, sagt Annika, wisse sie, dass sie keine Reitlehrerin, sondern Tierpflegerin im Neunkircher Zoo werden wolle. Mindestens einmal pro Woche besucht Annika den Zoo, in dem sie auch bereits ein Praktikum absolviert hat. "Damals durfte ich die Schopfmakaken füttern", erinnert sie sich an eines ihrer schönsten Erlebnisse während des Praktikums.