60 Jahre Idealismus beim Deutsch-Französischen Orchester

60 Jahre Idealismus beim Deutsch-Französischen Orchester

Für einen rundum gelungenen Konzertabend in der Spiesen-Elversberger Glückauf-Halle sorgten jetzt die Musiker des Deutsch-Französischen Orchesters Friedrichsthal. Anlass war der 60. Geburtstag der Formation.

Als man 1954 in Bildstock den Hausmusikkreis unter Leitung des Lehrers Ludwig Oehm gründete, war noch nicht abzusehen, was schließlich daraus erwachsen würde. Willi Schmitz erinnert sich: "Wenn ich bedenke, was aus den paar Leutchen geworden ist, dann finde ich das großartig." Schmitz war Mitglied des Streichsextetts, das sich 60 Jahre später zu einem vollwertigen Sinfonieorchester entwickelt hat: zum Deutsch-Französischen Orchester Friedrichsthal. Für die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums präsentierten die mittlerweile rund 40 Mitglieder des Kammer-Sinfonie-Orchesters ein Konzert in der Glückauf-Halle in Spiesen-Elversberg . Stellvertretend für alle alten und jungen Musiker , die an dieser Idee mitgearbeitet haben und weiterhin daran arbeiten, nahm Karl-Lutwin Theis die Medaille der Stadt Friedrichsthal von Bürgermeister Rolf Schultheis entgegen.

Zum ursprünglich ausschließlich aus Streichern bestehenden Instrumentalkreis gesellten sich Ende des letzten Jahrtausends Holz- und Blechbläser, was die Aufführungsmöglichkeiten erweiterte. Dirigiert wurde das Orchester zu dieser Zeit von Alfred Veith. Aus Altersgründen gab Veith zwar vor circa zwei Jahren die Leitungsposition ab, als Violinist wirkt er allerdings nach wie vor tatkräftig mit. Sein Erbe und somit aktueller Dirigent des Sinfonieorchesters ist Emanuele Frisardi, ebenfalls Violinist, Musikpädagoge und bis vor Kurzem noch Leiter des Kammer-Orchesters Saar.

Für das Jubiläumskonzert hatte man sich ein sehr vielseitiges, anspruchsvolles Programm ausgedacht. Los ging's im ersten, ernsteren Teil mit der "Idomeneo-Ouvertüre" von Wolfgang Amadeus Mozart , im zweiten, entspannteren Part mit Felix Mendelsohn Bartholdys "Hebriden-Ouvertüre". Franz Schuberts "Sinfonie Nr. 1" ließ in den vier Sätzen die mannigfaltigen Möglichkeiten des Orchesters von der langsam feierlichen Einleitung bis hin zum lebhaften, heiteren Allegro Vivace im letzten Satz erkennen. Als musikalischer Höhepunkt der Veranstaltung trat der bekannte Solist Wolfgang Mertes auf, dessen Violinenspiel Pablo de Sarasates "Zigeunerweisen" mit zwei anderen Werken Sarasates in drei Sätzen kombinierte. Schließlich folgten der Konzertwalzer "Gold und Silber" von Franz Lehàr sowie "Der ungarische Tanz" von Johannes Brahms als exzellent gewählte Abrundung eines durch und durch gelungenen Abends.

Schmitz, nun als Zuhörer zwar nicht mehr aktiv dabei, nichtsdestotrotz immer noch spürbar musikbegeistert, war außerordentlich angetan von einem "gut klingenden Klangkörper". "Wenn man bedenkt, wie viel Arbeit darin steckt, wie viel Freizeit man aufwenden muss, dann gehört schon eine große Portion Idealismus dazu." Doch die harte Arbeit dahinter zahle sich aus. "Man merkt, dass das Miteinander funktioniert. Das ist beim Musizieren ganz wichtig!"

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