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Schwimmverein Neunkirchen hofft darauf, wieder ins Wasser zu können

Schwimmsport im Kreis Neunkirchen : Schwimmer sitzen auf dem Trockenen

Schwimmverein Neunkirchen hat 450 Mitglieder. Unterstützung vom Land für Kurse.

Diese Nachricht hat sich in Windeseile verbreitet: Aufgrund von bereits monatelang geschlossenen Schwimmbädern im Saarland soll es in diesem Sommer Ferienschwimmkurse geben. Das saarländische Sportministerium will sie mit 200 000 Euro fördern. Hintergrund dieser Initiative sei, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Und die Corona-Pandemie habe dieses Problem noch einmal erheblich verschärft. In den Sommerferien sollen daher Schwimmkurse mit bis zu 75 Euro pro Kind gefördert werden. Diese Förderung können ab dem 1. Mai Schwimmvereine, Kommunen als auch private Anbieter von Schwimmkursen beantragen. Nach Angaben des Innenministeriums sollen sowohl Grundlagen- als auch Aufbaukurse angeboten werden. Die Grundlagenkurse sind für Kinder zwischen vier und acht Jahren gedacht. Ziel sei es, am Ende des Kurses das Frühschwimmer-Schwimmabzeichen – umgangssprachlich bekannt als Seepferdchen – abzulegen. Und in Sachen Aufbaukurs werde der Erhalt des Deutschen Schwimmabzeichens Bronze angesteuert. Diese Kurse richten sich an Kinder zwischen sieben und 14 Jahre. Das Ministerium wolle die Kurse nicht nur mit 200 000 Euro fördern, sondern auch noch weitere 50000 Euro in die Ausbildung von Schwimmtrainern sowie Schwimmtrainerassistenten stecken.

„Ziel ist es, die Schwimmausbildung von Kindern attraktiver zu machen und die Familien finanziell zu entlasten. Wenn die Schwimmbäder wieder öffnen können, soll das Schwimmprogramm direkt greifen“, wird Innenminister Klaus Bouillon (CDU) in einer Pressemitteilung zitiert. Silke Rammo sagt dazu: „Dass man an die Sportart Schwimmen denkt, ist prinzipiell natürlich gut. Allerdings sind diesbezüglich noch etliche Fragen zu klären. Es geht unter anderem darum, welche Schwimmbäder und Trainer letztlich zur Verfügung stehen werden. Man darf auch nicht vergessen, dass Ferienzeit ist und viele Trainer vielleicht auch mal etwas anderes vorhaben, falls es die Auflagen der Corona-Pandemie zulassen. Bei uns wird dann wieder ein Kurs aufgenommen, hinzu kommt eine lange Warteliste.“ Sie ist die Vorsitzende des Schwimmvereins Neunkirchen 1923, der am Kombibad Lakai beheimatet ist.

Der Club setzt vor allem auf die beiden großen Sparten Schwimmen und Wasserball – und hat aktuell kein Schwimmbad zur Verfügung. „Die vergangenen Monate waren für uns sprichwörtlich so etwas wie ein Wechselbad der Gefühle. Diese Pandemie begleitet uns nun ja bereits seit über einem Jahr. Wann immer für uns die Möglichkeit bestand, hatten wir etwas angeboten. Als im vergangenen November alles wieder zu war, wurde auch auf virtuelles Fitness gesetzt“, sagt Rammo. Man habe sich dabei „insgesamt etwas mehr Zulauf erhofft“, aber es sei schon okay gewesen.

Einheiten via Zoom können einmal eine gewisse Zeitspanne überbrücken, in denen kein Schwimmbad zur Verfügung steht, eine Dauerlösung stellen sie jedoch für keinen Verein dar. Als es dann im April wärmer wurde, sei auch im Freien ein Parcours-Training auf Abstand angeboten worden. „Klar, man muss auch diesbezüglich die aktuellen Regelungen beachten. Greift noch anhand der Inzidenzzahlen das Saarland-Modell oder bereits das Bundesgesetz, bei dem sich dann automatisch die Gruppengröße verkleinert? Das Positive ist, dass sich gerade Kinder noch einmal sehen können und etwas Abwechslung zum tristen Corona-Alltag erhalten. Aber natürlich ist das auch keine Dauerlösung“, betont die Vereinsvorsitzende.

Momentan sitzen die Mitglieder buchstäblich auf dem Trockenen. „Wir wissen nicht, wann und wo überhaupt Schwimmbäder wieder geöffnet werden. Von daher können wir auch unseren Mitgliedern nur zu Geduld raten. Und das sind immerhin 450, die endlich wieder ins kühle Nass zurückwollen. Positiv ist aber, dass man uns bislang trotz der ewig langen Ausfallzeit im Schwimmen noch ganz gut die Treue hält“, meint Rammo. Sobald es wieder losgehe, gelte es, im Training die weiteren Grundlagen dafür zu legen, dass Schwimmen wieder mehr ins Rampenlicht rückt.

„Überall hörst du ja, dass gerade die Kinder parat stehen, um wieder Schwimmen zu können. Wir benötigen jetzt einfach die notwendigen Wasserflächen, um wieder Training anbieten zu können. Wir haben es diesbezüglich ja nicht so leicht wie andere Sportarten. Schwimmen kannst du nicht zu Hause unter der Dusche oder in der Badewanne lernen. Du musst richtig ins Wasser dafür“, erklärt die Vorsitzende. Und sie denkt dabei auch an die Wasserballer, die einem Re-Start genau so sehnsüchtig entgegenfiebern würden wie der Rest des Vereins. Vielerorts wird bereits befürchtet, dass eine Welle von Nichtschwimmern heranrollen könnte und gerade die Schwimmvereine bei einem noch längeren Verlust auf ihr beliebtes Elixier Wasser einen herben Mitgliederschwund erleiden müssen.

Von daher sind nun gute Ideen gefragt, um die Schwimmer wieder möglichst bals ins Becken zurückzuholen, den Wasserballern wieder eine sportliche Heimat zu bieten und auch darüber hinaus Kurse für Jung und Alt anzubieten. Weitere Monate ohne Schwimmmöglichkeiten könnten jedenfalls viele Vereine vor Probleme stellen.

www.schwimmverein-neunkirchen.de