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Schüler aus Neunkirchen gewinnen Eine-Welt-Contest mit Rap-Song

Gemeinschaftsschule Neunkirchen : Rapper-Weckruf an die ältere Generation

Wie die beiden Neunkircher Schüler George Byrd und Ward Hanna ihre eigene Erfolgsgeschichte schreiben.

Sie sind 16 Jahre alt, gehen zur Schule, haben eine prägende Vergangenheit und ganz klare Zukunftsvisionen: George Byrd und Ward Hanna. Die beiden verbindet die Liebe zur Musik – und sie haben das Glück, an der Ganztagsgemeinschaftsschule in Neunkirchen (GGSNK), einer Schule mit kulturellem Profil, bei der die musisch-kulturelle Bildung einen hohen Stellenwert hat, unterrichtet zu werden. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Projektgeldern externe Künstler und Musiker zu uns holen können. So ist auch die Rap-AG entstanden“, erklärt Schulleiter Clemens Wilhelm. In der AG haben die beiden Oberstufenschüler zusammengefunden und begonnen, ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben.

In gerade mal fünf Wochen ist den beiden Jungs das gelungen, wovon unzählige Musiker träumen – sie holten einen begehrten Titel ins Saarland. Mit ihrem Song „Molotov zum Blumenstrauß“, der in vielen Metaphern und Bildern aus den Biografien der beiden Schüler erzählt, zogen sie beim „Eine-Welt-Contest“ an der Konkurrenz vorbei und siegten ganz klar.

Rund 2500 Teilnehmern reichten etwa 500 Songs ein, die besten fünf kamen ins Finale. „Schon das war für uns ein riesiger Erfolg, wir sind ja völlig ohne Erwartung rangegangen“, erzählt Schulleiter Clemens Wilhelm. Fünf Wochen lang haben George & Ward als Duo mit der Unterstützung des saarländischen Rappers Manu Meta (Manuel Nicklaus) an ihrem Song „Molotov zum Blumenstrauß“ gearbeitet. Das Stück schlug ein wie eine Bombe. Von den ersten Textpassagen, erzählt George, ist am Ende kaum was übriggeblieben, der Text ist nach und nach gereift – „und das in dieser sehr kurzen Zeit“, betont Wilhelm. Er ist mächtig stolz auf die beiden Schüler, hat den Song auf seinem Handy.

Es ist beeindruckend, was die beiden gerade mal 16 Jahre alten Jungen zu erzählen haben. Der Song ist authentisch, er bietet einen Einblick in das, was die beiden wirklich bewegt. So sah es auch die Jury, die die große Emotionalität, die große Spanne der Thematik und die Auswahl der Methapern, die den Song perfekt machen, herausstellte. Da fügt sich auch der Titel „Molotov zum Blumenstrauß“ – der Wunsch, dass aus Hass Liebe wird, perfekt ein. Natürlich hatten die beiden Spaß an der Performance, „obwohl ich kurz vor dem Auftritt richtig stark gezittert habe. Doch als die Musik anging, war ich in einer anderen Dimension“, erzählt George. Nur einmal noch brauchten die beiden gegenseitige Unterstützung. „Wir haben uns an der Hand genommen, als die Jury den Sieger genannt hat. Bei der Bekanntgabe sind wir ausgeflippt wie sonst was“, erzählt George Byrd.

Etwa 60 Oberstufenschüler aus Neunkirchen durften den Contest vor Ort verfolgen, „die haben uns auch ganz großartig unterstützt“, sagt Ward Hanna. Seine Familie konnte leider nicht live dabei sein. „Meine Eltern sind mächtig stolz auf mich und freuen sich, dass wir jetzt eine professionelles Musikvideo in Berlin aufnehmen dürfen“, erzählt er. Während George schon seit einigen Jahren musikalisch unterwegs ist und gerade seine erste CD veröffentlicht, ist für Ward, der vor sechs Jahren aus Syrien kam, die Musik noch eine ganz neue Welt. Beide, das betont Schulleiter Wilhelm, sind nach dem Gewinn des Contests auf dem Boden geblieben und sich ihrer Verantwortung gerade gegenüber den jüngeren Schülern bewusst. „Wir sind jetzt so was wie Vorbilder. Wir waren schon mehrfach im Radio und Fernsehen zu sehen“, erzählt Ward.

Im Gespräch zeigen die beiden, dass sie von Starallüren meilenweit entfernt sind. „Wir sind einfach nur dankbar für alles, was gerade passiert. Und wir sind froh, dass wir unsere Message bei unserem Song so gut rüberbringen konnten“.

Byrd & Ward werden auch weiterhin musikalisch unterwegs sein, „doch den Weg zum Abitur wollen wir natürlich auch weitergehen“, erklärt George. „Es braucht eine Generation wie diese beiden Schüler, die nicht angepasst durchs Leben gehen, sondern sich einsetzen für einen Weckruf an die ältere Generation. Ich bin stolz auf die beiden, die in den vergangenen Wochen eine riesige Entwicklung in ihrer Persönlichkeit hingelegt haben“, sagt Schulleiter Clemens Wilhelm abschließend.

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