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Kommentar
Zur Bewegung bewegen

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Kinder zum Sporttreiben anzuregen, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Es ist nicht mehr selbstverständlich wie früher, Fußball, Handball oder Schwimmen im Verein zu betreiben. Sportliche Wettkämpfe finden immer häufiger nur noch als E-Sport statt, also zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Sitzend, ohne größere Bewegung, und dazu noch häufig mit ungesunder Nahrung, die man gedankenlos aus der Hand zu sich nimmt. Kein Wunder, dass jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick ist. Von Heike Jungmann

Die Initiative der Linken im Schiffweiler Gemeinderat, den Vereinsbeitrag von Erstklässlern zu übernehmen, ist deshalb eine Überlegung wert. Natürlich können Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien über das Bildungs- und Teilhabegesetz Angebote in Sport und Kultur wahrnehmen. Doch das Ausfüllen des entsprechenden Antrags ist derart aufwändig und kompliziert, dass dieser eher ein Vereinsverhinderungsantrag ist. In einer klammen Kommune wie Schiffweiler scheint es allerdings schwierig, selbst läppische 60 Euro pro Kind und Jahr aufzubringen. Hier sind andere Wege der Unterstützung gefragt. Das große Kinderfest oder die Aktion „Wir im Verein mit dir“ sind gute Beispiele dafür.


Vereine sind immer noch die Stützen unserer Gesellschaft. Gerade Vereinssport stärkt den Erwerb sozialer Kompetenzen. Man lernt, Niederlagen einzustecken und steht für den Mannschaftskameraden beziehungsweise die Kameradin ein. Nicht zuletzt fördert Sport im Verein die soziale Integration. Spätestens hier sollten die Alarmglocken klingen.