Zeitreise mit ausgesuchten StückenLandesschatz aus vielen Quellen

Reden. Gesteinsbröckchen sammeln sich geordnet zu großen Reliefs. Vitrinen erhalten nach und nach gezielt Füllung. Erklär-Tafeln - auf Deutsch, Englisch und Französisch - suchen ihren Platz. Und die Labortheke wartet auf Mikroskope für Forschungsfreudige. Die heiße Phase der Vorbereitung läuft: Am 4

Reden. Gesteinsbröckchen sammeln sich geordnet zu großen Reliefs. Vitrinen erhalten nach und nach gezielt Füllung. Erklär-Tafeln - auf Deutsch, Englisch und Französisch - suchen ihren Platz. Und die Labortheke wartet auf Mikroskope für Forschungsfreudige. Die heiße Phase der Vorbereitung läuft: Am 4. Juli öffnet unterm Dach des Zentrums für Biodokumentation (ZfB) die Schau "Geologie der Region" im Lampensaal des Zechenhauses auf dem ehemaligen Grubengelände Reden. Die Dauer-Ausstellung zur saarländischen Erdgeschichte zeigt die "exquisitesten Stücke" der geologischen Sammlungen des Saarlandes, verspricht ZfB-Leiter Andreas Bettinger beim Vorab-Besuch unserer Zeitung. Und skizziert mit Zechenhaus-Manager Delf Slotta Geschichte und Konzeption der Schau und ihre Bedeutung für den Standort. Ihren Platz hat "Geologie der Region" in einer Hälfte des Lampensaals gefunden. Der jetzt somit eine Doppelnutzung hat: Die andere Hälfte bleibt Veranstaltungsraum für bis zu 200 Leute. Die optische Gestaltung der Geologie-Hälfte hat das Designbüro Hullmann/Gimmler übernommen. Den Besucher erwartet zunächst ein Film, der ihm erklärt, warum das Saarland so aussieht, wie es aussieht. Ein 3,40 mal 3 Meter großes Relief liefert dazu die plastische Ansicht. Von einem Zeitstrahl, an dem der Besucher die zeitgeschichtlichen Epochen über 400 Millionen Jahre abschreiten kann, gehen farbig abgesetzte Fluchten ab. Hier finden Besucher Schaustücke und Informationen zu den einzelnen Perioden. Von Eiszeit in Gelb über Trias in Rot, Perm in Ocker und Karbon in Grau bis Devon in Grün. Schönes Detail: Eine alte Ladestation aus der Bergmannszeit in Reden bleibt in den neuen Lampensaal integriert. Einen Etat von 200 000 Euro, so Bettinger, habe er für die Schau ausgeschöpft. Den Etat jedoch entlastet hat bereits vorhandenes Equipment, etwa aus der Kohleausstellung 2008. Das inhaltliche Konzept entwickelte Bettinger mit den beiden Kuratoren Edgar Müller und Andreas Braun. Braun, wissenschaftlicher Leiter der benachbarten Urzeitschau Gondwana, stieg im Vorjahr mit einer halben Stelle ein. Bettinger weiter: "Müller betreut die Mineralogie, Braun die Paläontologie." "Geologie der Region" ist Teil des Bildungsangebots im ZfB am Standort Reden. "Schulen können dieses Angebot nutzen", sagt Bettinger. "Es gibt Führungen. Wir haben eine Kinderfibel aufgelegt. Am Sammlungslabor ,Geolab' kann man Natur erforschen." Auch Delf Slotta, Zechenhaus-Manager in Reden, war in die Planungen eingebunden. Er sieht die neue Dauerausstellung als wichtiges Zeichen für sein Zechenhaus: "Da wird ein Pflock eingeschlagen." Dennoch wartet er weiter auf "eine überzeugende Gesamtkonzeption" für die Nutzung des Gebäudes. Das braucht den politischen Impuls auf Minister-Ebene.Reden. Der Landes-Schatz zu Geologie, Paläontologie, Mineralogie und Petrographie entstand durch Zusammenlegung der geowissenschaftlichen Sammlung der Universität des Saarlandes und der geologisch-mineralogischen Sammlung der Deutschen Steinkohle AG und war lange im Geologischen Museum der Saarbergwerke/DSK in Saarbrücken zu sehen (mehr Infos unter www.saarland.de, Themenportal Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz). 2004 ging die Sammlung als Schenkung der DSK ans Land, das finanzielle und personelle Unterstützung für eine Präsentation zusicherte, so Andreas Bettinger, Leiter des Zentrums für Biodokumentation (ZfB) im Zechenhaus Reden. In der Vereinbarung von 2004 sei dann auch die Vorgabe fixiert worden, eine moderne Ausstellung zu schaffen. Und diese Vorgabe sei nun umgesetzt. 2005 kamen die Exponate nach Reden. 2007 zog das ZfB ins Zechenhaus ein. 2008 gab es die Kohle-Ausstellung, "der erste Erfüllungsschritt" (Bettinger). 2009 begannen die konkreten Planungen für eine geologische Dauerausstellung. Und "Geologie der Region" wird nun am 4. Juli mit ausgesuchten Stücken fürs Publikum freigegeben. cle

StichwortGeologie: Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der ErdePaläontologie: Wissenschaft von den Lebewesen vergangener ErdzeitalterMineralogie: Wissenschaft von MineralenPetrographie: GesteinskundeKustos oder Kurator: verantwortlich für eine Sammlung oder Ausstellung. cleStichwortGeologie: Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der ErdePaläontologie: Wissenschaft von den Lebewesen vergangener ErdzeitalterMineralogie: Wissenschaft von MineralenPetrographie: GesteinskundeKustos oder Kurator: verantwortlich für eine Sammlung oder Ausstellung. cleAuf einen BlickDie Ausstellung wird am Sonntag, 4. Juli, um 12 Uhr von Umweltministerin Simone Peter eröffnet, eingebettet in den Saarländischen Bergmanns- und Hüttentag auf dem ehemaligen Grubengelände Bergwerk Reden.Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr. Samstag/Sonntag 10 bis 17 Uhr. Montags geschlossen.Kontakt: Zentrum für Biodokumentation (ZfB) des Saarlandes im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA),Telefon (06 81) 5 01 34 52, E-Mail: info@biodokumentation.saarland.de. Internet: www.biodokumentation.saarland.deEintrittspreise: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei, Erwachsene zwei Euro. cle

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