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"Wir wollen gemeinsam singen und tanzen"

"Wir wollen gemeinsam singen und tanzen"

Schiffweiler. Am Freitag ist das Café Segen, eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Landsweiler-Schiffweiler, der Öffentlichkeit vorgestellt worden

Schiffweiler. Am Freitag ist das Café Segen, eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Landsweiler-Schiffweiler, der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die Idee, diese Begegnungsstätte mit der Betreuung alter, beispielsweise an Demenz erkrankter Menschen in einem der Räume des evangelischen Gemeindezentrums in der Schiffweiler Parkstraße einzurichten, hatte man bereits vor einem Jahr. Realisiert wurde sie unter dem jetzt verabschiedeten Pfarrer Jürgen Dreyer.Presbyteriumsvorsitzender Friedrich Denne: "Wir sind stolz auf das, was wir hier geschaffen haben. Auch darauf, dass sich so viele Bürger gemeldet haben, um ehrenamtlich mitzuarbeiten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Altersdemenz ist für die Betroffenen, alte Menschen und ihre Familien, eine schwere Bürde." Denne erinnerte sich an zwei Vorfälle, die er selbst erlebt hatte. Auch an die Hilflosigkeit, mit der er den kranken Menschen gegenüberstand. "Wie gehen wir mit diesen Menschen um? Was tun wir, wenn wir einem Mann oder einer Frau gegenüberstehen, die nicht weiß, wo sie sich befindet?" In den Gremien der Kirchengemeinde habe man lange diskutiert, so Presbyteriumsmitglied Ingrid Rixecker. "In unserer immer älter werdenden Gesellschaft ist die Betreuung der Menschen, die sich um die Kranken kümmern, eine Herausforderung. Von derzeit 16 000 wird sich die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 30 000 nahezu verdoppeln. Fantastisch ist, dass sich spontan so viele Bürger für die ehrenamtliche Mitarbeit entschieden haben." Projektleiterin Petra Nix erläuterte, dass im Café Segen sowohl der Umgang mit Demenzkranken vermittelt werde, aber auch die Geselligkeit eine große Rolle spiele. "Wir wollen in den drei Stunden, die uns wöchentlich im Café Segen zur Verfügung stehen, auch die Betreuenden entlasten. Das ist minimal, aber gut. Wer hierher kommt, soll gut geschult werden. Wir wollen auch gemeinsam singen und tanzen." Auch der Einsatz von Kindern und Tieren mache Sinn. Wichtig sei, so die Altenpflegerin, dass diese Einrichtung für alle da sei. "Jeder ist willkommen, der sich hier entspannen oder ausbilden lassen möchte, über Orts-, Konfessions- oder Parteigrenzen hinweg. Den pflegenden Angehörigen bietet sich die Chance, ihre erkrankten Verwandten für drei Stunden in die Hände von professionell geschulten Betreuern zu geben und so etwas Zeit für sich selbst zu haben."

HintergrundWer das Angebot im Café Segen wahrnehmen möchte, muss sich anmelden unter der Telefonnummer (0 68 21) 61 53. Hier erhält man auch Auskunft über die anfallenden Kosten. Das Café Segen ist bei den Pflegekassen anerkannt. rp