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Schellenmann eröffnete Dorffest
„Wer schafft, der soll auch feiern können“

Der Schellenmann Tobias Tafel führte die Bürgerinnen und Bürger von Schiffweiler durch die Hauptstraße zum Dorffestplatz.
Der Schellenmann Tobias Tafel führte die Bürgerinnen und Bürger von Schiffweiler durch die Hauptstraße zum Dorffestplatz. FOTO: Jörg Jacobi
Schiffweiler. Das mittlerweile 39. Dorffest „mit Herz“ erfreute am Wochenende die Bürger von Schiffweiler und viele Gäste aus der Region. Von Anja Kernig

. Welche Spaßbremsen waren denn hier am Werk? „Alkohol. Kenn dein Limit“ hatte das Team der Beratungsstelle Die Brigg vorsorglich auf die Straße gemalt – unterhalb des Rathauses, am Eingang der Festmeile. Ob es daran lag oder einfach nur am Selbstverständnis der Schiffweiler Bürger, Fakt ist: Bis auf den unschönen Zwischenfall am frühen Sonntagmorgen (siehe Seite C 1) war das Dorffest ein rundum gelungenes, exzessfreies Fest, das sich einmal mehr geradezu exemplarisch als generationsübergreifend erwies.


Alt und Jung feierten einträchtig miteinander. Was ganz im Sinne des Schellenmanns alias „Knall“ alias Tobias Tafel sein dürfte, der seine Glocke am Freitagabend schwang: „Seit 1980, so ist’s Tradition, feiern wir Schiffweiler Dorffest nun schon. Das Fest mitten im Dorf zieht alle in seinen Bann, zum 39. Mal stoßen wir gleich darauf an“, verkündete er bei der Eröffnung. Für den erkrankten Schirmherrn Friedel Läpple sprangen die Freunde aus Greifenburg ein. „Denn wir feiern dieses Jahr nicht nur 1125 Jahre Schiffweiler, nein, auch Greifenburg hatte Geburtstag“, erklärte Schiffweilers Ortsvorsteher Dominik Dietz.

Die 1724 Seelen zählende Marktgemeinde im oberen Drautal erhielt vor 750 Jahren das Marktrecht. In der Vorwoche hatte man den Österreichern vor Ort gratuliert, Musikverein und Shanty-Chor aus Schiffweiler verpassten dem Festprogramm mit ihren Liedern eine saarländische Note. „Unsere Partnerschaft besteht nun mehr seit 45 Jahren“, so Dietz. Weshalb der Ortsrat kurzfristig beschloss, die beiden Bürgermeister zu Schirmherren zu ernennen. Sepp Brandner und Markus Fuchs mussten ran – und vollzogen den symbolischen Akt fröhlich-routiniert. Dass sie auch singen können, stellten die Greifenburger am Samstagabend in St. Martin eindrucksvoll unter Beweis.



Fast noch mehr Freude bereiteten sie mit Speck, Käse und Marillenbrand – Kärntner Spezialitäten, von vielen Gästen erwartet, genau wie Speckwaffeln, Schnitzelspieße, Crepes, Pizza & Co. der Vereine und Gewerbetreibenden, allesamt Klassiker. Das schlechte Gewissen blieb dabei außen vor. Denn, wie der „Knall“ betonte: „Wer schafft, der soll auch feiern können und sich schon mal ne Auszeit gönnen.“