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Wenn der Mann mit der Schell' zum Dorffest ruft

Wenn der Mann mit der Schell' zum Dorffest ruft

Trotz des durchwachsenen Wetters war das Schiffweiler Dorffest eine gelungene Sache. Der Ortsrat als Veranstalter hatte gemeinsam mit den Vereinen einiges auf die Beine gestellt. Große und kleine Besucher hatten viel Spaß.

Der "Knall", alias Dominik Dietz, läutete die Besucher zusammen. In seiner altertümlichen Uniform und mit der Schelle in der Hand zog er durch die Schiffweiler Ortsmitte, an seiner Seite die Karlsberg-Bierkönigin Marie-Christin I. im Dirndl, in seinem Schlepptau die Offiziellen sowie die Besucher. "Freibier gibt's für alle an dieser Stelle! Das verkünde ich euch, de Knall, der Mann mit der Schelle!" ließ er, angekommen an der großen Festbühne, verlauten.

Saar-Umweltminister Reinhold Jost vertrat den Schirmherrn, Bundesjustizminister Heiko Maas , beim Fassanstich. Ortsvorsteher Winfried Dietz, der einige Begrüßungsworte sprach, konnte nicht umhin, scherzhaft ein wenig Druck auszuüben: "Letztes Jahr gelang der Anstich mit nur einem einzigen Schlag!" "Das wird schwierig zu unterbieten", stellte Jost fest, brachte die Sache aber dennoch schnell und spritzfrei über die Bühne und lobte zudem das Schiffweiler Dorffest als eines der schönsten im Saarland. "Hier lebt das Miteinander! Alle unterstützen sich gegenseitig, um so etwas Tolles auf die Beine zu stellen."

Dabei waren rund 20 Vereine, dazu einige gewerbliche Standbetreiber. Musik gab es am Freitagabend, dem Eröffnungsabend, von der Schiffweiler Gruppe Crazy, an einer zweiten Bühne von der Gruppe Carant aus der Partnergemeinde Greifenburg, sowie an einer dritten Bühne von Sonic Infusion und Stereolectrics. Dass die Freunde aus Österreich wieder einmal dabei waren, darüber freute man sich auch in der Bevölkerung: "Die sind immer super drauf und kontaktfreudig. Und die regionalen Spezialitäten, die sie anbieten, sehr fein!", sagte Besucherin Ute Denne. Sie war gerade Freundin Jutta Mark, ursprünglich aus Schiffweiler und später weggezogen, begegnet. Dass man viele Bekannte trifft, das sei das Schönste am Dorffest, da waren sich beide einig: "Ich bin gerade mal ein paar Meter gelaufen und schon zehn Mal stehen geblieben", sagte Mark.

Zwischen köstlich duftenden Crêpes und Popcorn waren Manuela Schreiber und ihre Freundinnen-Stammformation, die bereits sei 20 Jahren gemeinsam das Fest besucht, bei einer Runde Cocktails bester Laune: "Alles selbst gemacht, sogar der Holunderblütensirup für den Hugo!", sagten sie begeistert. Und: "Das ist das schönste Dorffest der Umgebung, immer viel los und beste Stimmung." Einiges los war für die wenig sommerlichen Temperaturen in der Tat. Während die Erwachsenen Bänke und Stehtische belagerten, hatten die Kleinen dank einem Karussell, einem Bungee-Trampolin und einem Glücksrad ebenfalls ihren Spaß.

Den Eröffnungsabend nutzte man außerdem für eine kleine "zweite Vernissage" der Ausstellung "Moderne chinesische Malerei" in der Galerie Miteinander. Der Festsamstag war ebenfalls gut besucht. Der traditionellen Chorserenade und dem Festgottesdienst folgte musikalische Unterhaltung mit Elliot, Carant und Honey Creek. Zum Frühschoppen am Sonntag mit dem Musikverein Harmonie Schiffweiler zeigte sich der Wettergott gnädiger. Ein Kinderprogramm, ein zweiter Gottesdienst und Musik von Double Mal und Be Free rundeten den letzten Festtag ab, an dem der Ortsrat ein positives Resümee ziehen konnte: "In Anbetracht des Wetters sind wir sehr zufrieden. Ein rundum gelungenes Fest", so Winfried Dietz.