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Haldenbahn wird ausgeschrieben
Weichen für Haldenbahn werden gestellt

Die Bergehalde Landsweilers-Reden in einer Draufsicht mit der Bergmannsalm und der zweiten Halde daneben.
Die Bergehalde Landsweilers-Reden in einer Draufsicht mit der Bergmannsalm und der zweiten Halde daneben. FOTO: Robby Lorenz
Reden. Das Transportmittel hoch zur Bergmannsalm in Reden soll „sehr zügig“ europaweit ausgeschrieben werden. Von Heike Jungmann

Eines der beliebtesten Ausflugsziele im Landkreis Neunkirchen ist die Halde in Reden. Für die meisten Besucher gehört die Kraxelei zu Fuß hoch zur neuen Bergmannsalm zum Freizeiterlebnis dazu. Wer gehbehindert oder gar auf den Rollstuhl angewiesen ist bzw. aus Alters- oder anderen Gründen zu schwach für den Aufstieg, der ist auf ein Transportmittel angewiesen. Eine „Haldenbahn“ war schon vor 13 Jahren avisiert worden. Eine so genannte „Haldenmetro“ hatte einst die Funberg GmbH aus Ottweiler – neben weiteren Attraktionen – versprochen, aber nie realisiert. Vor einem Jahr hatte Bernd Therre, Geschäftsführer der Strukturholding Saar (SHS), unsere Zeitung über Pläne für eine barrierefreie, bodengebundene Bahn informiert. Der Bau eines auf Schienen geführten Transportmittels müsse aber erst auf seine technische Machbarkeit geprüft werden. Bekanntlich handelt es sich bei der Halde um aufgeschüttetes Gestein aus der Steinkohleförderung, das aus Schiefer, Tonschiefer und Sandstein besteht. Sobald der Aufsichtsrat Grünes Licht gebe, könne es mit der Ausschreibung für mögliche Anbieter weitergehen, sagte Therre im April 2017.


Auf SZ-Nachfrage informierte SHS-Sprecher Ludwin Vogel nun, dass der Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung intensiv Bericht erstattet habe über die Standortbedingungen. Die Zuständigkeiten in den saarländischen Ministerien habe sich durch die Kabinettsumbildungen in die Länge gezogen, aber jetzt werde eine europaweite Ausschreibung einer Haldenbahn „sehr zügig“ in Angriff genommen. Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Almhütte im Juli vergangenen Jahres hatte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) angekündigt, im Sommer 2018 müsse niemand mehr zu Fuß auf die Aussichtsplattform hoch. Dies stimmt insofern, dass es einen Shuttle-Service gibt, der von der Bergmannsalm organisiert wird. Das Alm-Taxi kann man unter Telefon (0 68 21) 9 59 85 00 von Dienstag bis Sonntag ab 10 Uhr rufen. Abfahrt ist am Parkplatz P 2. Die Fahrt kostet zwei Euro pro Person.

Die angestrebte Haldenbahn wird allerdings nicht schon in diesem Sommer realisiert werden können. Nach den Worten Ludwin Vogels werde aber als Übergang an einem geordneten Zubringerdienst über das Ruftaxi hinaus gearbeitet. „Ich kann definitiv sagen, dass etwas passiert, aber eine Lösung ist noch nicht in trockenen Tüchern.“ Im Übrigen müsse man sich darüber im Klaren sein, dass eine Transportbahn eine zusätzliche touristische Attraktion für den Standort Reden sei. Bei Großveranstaltungen wie etwa der Sommeralm oder den Musik-Openairs sei der Ansturm an Besuchern mit ihr allerdings nicht zu händeln.



Der Bau einer Haldenbahn ist natürlich auch im Sinne der beiden Hüttenwirte Tom Schwarz und Guido Geiger. „Die meisten Besucher kommen locker hier hoch“, sagte Tom Schwarz der SZ. Aber für alle, die nicht gut zu Fuß seien, sei der Weg zu anstrengend und für Rollstuhlfahrer gar nicht zu bewältigen. „Wir versuchen mit dem Alm-Taxi unser Bestes“, versichert Schwarz. Allerdings komme man mit dem Kleinbus für sieben Personen bei großem Ansturm nicht nach. Außerdem fühlten sich manche Spaziergänger durch den Kleinbus gestört. Schwarz bestätigte, dass in Zusammenarbeit mit der SHS als Übergangslösung ein alternativer Shuttleservice geboten werden soll. „Wir würden uns freuen, wenn der ein oder andere Besucher auch bei Regenwetter trockenen Fußes zu uns hochkommen könnte.“ Die Bimmelbahn sei rein optisch ein Highlight gewesen, allerdings steht diese derzeit nicht zur Verfügung. Optimal wäre es, so die Vision der Wirte, wenn die Bergmannsalm an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen wäre.