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Markus Fuchs will Bürgermeister bleiben
Zwei mit Amtsbonus wollen noch mal ran

Die SPD Schiffweiler hat Amtsinhaber Markus Fuchs (Mitte) zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahlen im kommenden Mai nominiert.
Die SPD Schiffweiler hat Amtsinhaber Markus Fuchs (Mitte) zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahlen im kommenden Mai nominiert. FOTO: Günther Waluga
Eppelborn/Schiffweiler. Die SPD Schiffweiler und Eppelborn haben mit Birgit Müller-Closset und Markus Fuchs ihre Bürgermeisterkandidaten gewählt.  Von Michael Beer

In das noch übersichtliche Feld der Bürgermeisterkandidaten für die Wahl im Mai kommenden Jahres kommt Bewegung. Die Sozialdemokraten haben sowohl in Eppelborn als auch in Schiffweiler jetzt ihre Frontleute benannt. Überraschungen gab es dabei nicht. Die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und der Schiffweiler Rathauschef Markus Fuchs hatten schon vor Wochen ihren Willen bekundet, eine zweite Amtszeit dranzuhängen. Die Delegierten folgten diesem denn auch mit großer Geschlossenheit.


Wenn überhaupt die Versammlungen einen überraschenden Aspekt hatten, dann war es das Ergebnis für Müller-Closset. Sie wurde im Rahmen der Gemeindeverbandsdelegiertenkonferenz mit 100 Prozent zur SPD-Bürgermeisterkandidatin gewählt. Seit August 2012 ist die Sozialdemokratin im Amt. Sie hatte bei ihrer Wahl im Oktober 2011 einen Wechsel an der Rathausspitze von der CDU zur SPD geschafft und Gaby Schäfer einen Strich durch die Rechnung gemacht, die viele schon als Nachfolgerin von Fritz-Hermann Lutz gesehen hatten. Die 100 Prozent am vergangenen Donnerstag haben die Amtsinhaberin schon ein wenig überrascht: „Es gab keine Enthaltungen, die man ja schon einkalkuliert. Das Ergebnis war ungewöhnlich, ich habe mich sehr darüber gefreut.“

Die Einhelligkeit des Votums gebe ihr einen Schub. Gefreut hat sie sich auch über ein besonderes Geschenk, das ihre politischen Mitstreiter ihr an diesem Abend gemacht haben: Neben den roten Rosen erhielt Müller-Closset rote Stiefel – natürlich aus einem Eppelborner Schuhgeschäft – für den bevorstehenden Wahlkampf. Der Gemeindeverbandsvorsitzende Marco König gratulierte Müller-Closset. Sie will den Wahlkampf gelassen angehen, sagt die 61-Jährige. Die Bürger in der Urwahl schauten schon darauf, ob sie ernst genommen und aktiv vertreten werden. Die ehemalige Oberstudienrätin hat bislang einen Herausforderer. Die Christdemokraten haben Andreas Feld nominiert.



Müller-Closset sieht sich für die Urwahl gewappnet. Der Neubau der Dirminger Kita, die Neugestaltung des Dorfplatzes in Humes sowie Fortschritte im Bereich Breitbandausbau und regenerative Energien bezeichnet sie als Erfolge ihrer Amtszeit: „Wir haben unsere Kitas, Schulen und Sporteinrichtungen kontinuierlich verbessert und werden dies fortführen. Hinsichtlich einer immer älter werdenden Gesellschaft haben wir Netzwerke gegründet, Vereine und Organisationen bei der Errichtung von Treffpunkten oder Tagespflegeeinrichtungen unterstützt. Wir haben ein neues Wohngebiet erschließen können, sind Fair-Trade-Kommune und haben die erste Fairtrade-Kita im Landkreis – die Fortschritte sind vielfältig gefächert.“ Aktuell will sie einen Radweg zwischen Eppelborn und Lebach angehen. Dafür, so die Verwaltungschefin, gab es vergangene Woche auch eine Förderzusage.

Die Schiffweiler SPD hat als Ergebnis für Markus Fuchs 95,45 Prozent errechnet. Einstimmig bei zwei Enthaltungen hat ihn am Freitagabend der SPD-Gemeindeverband zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nominiert. Eugen Roth, stellvertretender Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, besuchte die Kandidatenkür. Fuchs, 59 Jahre alt und früher Kriminalbeamter, ist seit acht Jahren Chef im Schiffweiler Rathaus. Er folgte auf den damals abgewählten Bürgermeister Wolfgang Stengel (SPD). Trotz Sparzwang, sagt Fuchs, sei es in den vergangenen Jahren gelungen, zahlreiche Projekte für die Gemeinde zu verwirklichen. Neben dauerhaften Investitionen in Schule und Bildung – Sanierungsmaßnahmen in den Grundschulen der Gemeinde wie beispielsweise ein neues Dach für die Grundschule Stennweiler und Modernisierungen im Unterricht wie die Anschaffung von Smartboards – ist er auf ein Projekt ganz besonders stolz: der Fünf-Millionen-Neubau des Kinderhauses Im Wiesengrund. Die Verwaltung sei in großen Teilen unter seiner Leitung modernisiert worden, sieht er weiter auf der Habenseite.

Und auch wirtschaftlich brauche sich Schiffweiler nicht zu verstecken. Das Gewerbegebiet „Am Nusskopf“ sei heute fast vollständig belegt. Das ehemalige Kohlenlager der RAG könnte perspektivisch als weitere Gewerbefläche dazukommen. Auch Bauplätze habe die Gemeinde noch in allen vier Ortsteilen. Der Schiffweiler Rathauschef hat neben der flächendeckenden Breitbandversorgung auch die Schaffung weiterer Betreuungsplätze in den Kindergärten auf der Agenda. Damit einher geht der Neubau der Kita Stennweiler. Zudem soll die Grundschule Schiffweiler erweitert werden. Hoffnung macht ihm der von der Landesregierung beschlossene Saarlandpakt, der zur Entlastung der Kommunen beitragen soll. Fuchs: „Wir müssen die Gemeinde weiterhin konsolidieren.“

Mit Hilfe des Landes lasse sich der Kompass neu einstellen, um gemeinsam den Kurs zu halten. Die 95 Prozent Zustimmung der Basis bewertet Fuchs als Bestärkung mit Blick auf die kommenden Monate: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn die Mannschaft hinter einem steht.“

Der Gemeindeverbandschef Marco König (Zweiter von links) sowie die Ortsvorsteher Stefan Löw (Zweiter von rechts), Manfred Klein (links) und Edgar Kuhn (rechts) gratulieren Birgit Müller-Closset mit Rosen und roten Stiefeln.
Der Gemeindeverbandschef Marco König (Zweiter von links) sowie die Ortsvorsteher Stefan Löw (Zweiter von rechts), Manfred Klein (links) und Edgar Kuhn (rechts) gratulieren Birgit Müller-Closset mit Rosen und roten Stiefeln. FOTO: Jasmin Alt