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Wackelnde Zugschnecken und Handball-Dinosaurier

Wackelnde Zugschnecken und Handball-Dinosaurier

Heiligenwald. Zum Endspurt in Sachen Fastnacht machten sich die Heiligenwalder Narren gestern Nachmittag auf. Mit Humbatäterä und Tschingbumm schlängelte sich der traditionelle Fastnachtsumzug mitten durch das Dorf am Sachsenkreuz, wo Schaulustige und Akteure zum letzten Mal für diese Session dem Karneval huldigten

Heiligenwald. Zum Endspurt in Sachen Fastnacht machten sich die Heiligenwalder Narren gestern Nachmittag auf. Mit Humbatäterä und Tschingbumm schlängelte sich der traditionelle Fastnachtsumzug mitten durch das Dorf am Sachsenkreuz, wo Schaulustige und Akteure zum letzten Mal für diese Session dem Karneval huldigten. Bunt, schräg und echt klasse die Kostümierung der 23 Gruppen, Musikkapellen und Komiteewagen, die Flitscher Garden und die Hexen-Zensis, die sich noch für diesen letzten tollen Tag das Motto "Frau sucht Bauer" auf die Fahne geschrieben hatten. Inge und ihre Konsorten aus der Weiherstraße waren mit ihren selbst hergestellten venezianischen Masken eine wahre Augenweide und die Feuerwehr hatte den armen Ackermann als Geld-Hai abgebildet. Dazwischen die mit dem Po wackelnden Zugschnecken der Elleretze, das Jugendrotkreuz und seine Helfer mit (Vampir)Biss, die Kikaju aus Merchweiler, die Knausekäpp aus Wemmetsweiler und verschiedene Garden und Gruppen des KKV Landsweiler-Reden, der FC Ranchers mit "Wir reisen durch die Zeit von frija bis noh heit" und 100 große und kleine TV-Handball-Dinosaurier auf dem Weg nach Gondwana. Die aus der Blumegass nahmen die Schrott-Anleihe, Bad-Bank und Manager mit Boni aufs Korn. "Erst wenn das letzte Auto verschrottet ist, werdet Ihr merken, dass man Babys nicht (zusammen) bauen kann." Mit diesem Slogan warb der Grundschulverein für eine Babyprämie, die auch den Flower Powers, einer gemischten Gruppe von Blumenkindern aus der Großgemeinde gut gefallen würde. Charlys Café kam auf Rädern und mit Häschen daher und das Männerballett der Elleretze als gelb-schwarz gestreiften Bienchen machte die Straße frei für die Heiligenwalder Tollitäten, die standesgemäß aus einer Luxuskarosse heraus dem närrischen Volk zujubelten. Ein Farbtupfer die leuchtend grünen Gewänder der Wald-Elfen, die sich als die Frauen von alten Herren ausgaben. Schließlich hatten die Scheidts ihre eigene Toyota-Discovery mitgebracht. Und als der letzte Wagen in die Pestalozzistraße einbog, trieb es etliche Zuschauer ins Bildhauerstudio von Biewersch Helmut, wo Friedel, der älteste Saxofonspieler des Landes, der Fastnacht den Marsch blies. Denn Kunstgenuss mit Gaumenfreuden, das gibt es bei Helmut schon fast so lange wie den Heiligenwalder Umzug.