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Heimatblätter
Vergangene Zeiten leben in Heimatblättern auf

Die Pfarrkirche St. Martin noch vor der Sanierung.
Die Pfarrkirche St. Martin noch vor der Sanierung. FOTO: Foto: Ralf-Dieter Persch
Schiffweiler. Die 20. Auflage der Schiffweiler Heimatblätter beschäftigt sich neben anderen Themen mit der Pfarrgemeinde St. Martin. Von Mathias Huckert

Über 200 Seiten voller Heimatgeschichte: in Schiffweiler hat der Historische Verein die 20. Auflage der Heimatblätter für die Ortsteile Schiffweiler, Stennweiler, Landsweiler-Reden und Heiligenwald im Vereinsheim der Strauße vorgestellt. In den insgesamt neun Artikeln haben die 15 Autoren des Vereins zahlreiche neue Erkenntnisse über die Geschichte der Gemeinde, aber auch allerlei Kurioses zu erzählen. „Wir wollen mithelfen, dass Dinge, die nicht mehr oder noch nicht bekannt sind, dem Vergessen oder Nichtwissen entrissen werden“, erklärte der Vereinsvorsitzende Winfried Dietz bei der Vorstellung der Heimatblätter.


Einen Schwerpunkt der Heimatblätter stellt in diesem Jahr die Geschichte der Pfarrgemeinde St. Martin dar. Bei der Recherche zu seinem Artikel fand Helmut Weyand etwas über die Gründung der „Marianischen Congregation“ heraus, deren Ziel „die Hebung der Sittlichkeit und die Pflege des Tugendsinns“ war. Viele Schlüsse lassen dabei die Zahlen zu: wie Weyand herausfand, hatten sich in Schiffweiler 203 Mädchen dem 1897 gegründeten Verein angeschlossen, in Stennweiler aber nur vier. Von einem echten Erfinder aus Landsweiler-Reden erzählt die Geschichte von Konrad Grebe. Nachdem noch lebende Verwandte von Grebe den Historischen Verein Schiffweiler kontaktiert hatten, konnte man herausfinden, dass der Tüftler im Laufe seines Lebens über 100 Erfindungen gemacht hatte. Darunter auch die des Kohlenhobels, eines weltweit noch heute eingesetzten Abbaugerätes für Kohle. Dafür wurde Konrad Grebe 1943 zum „Pionier der Arbeit“, sowie vom damaligen Gemeinderat Landsweiler-Reden zum Ehrenbürger des Ortes ernannt.

Laut Winfried Dietz sind solch spannende Geschichten nichts Ungewöhnliches für die Heimatblätter: „Wir erhalten oft Informationen, die zum Beispiel auch Auswanderer aus unserer Gemeinde betreffen.“ Auch für die nächste Ausgabe ist schon für reichlich Stoff gesorgt – um die Gaststätten, Geschäfte und Firmen der Gemeinde soll es dann gehen. Bis dahin laden die 20. Heimatblätter zum Erkunden der Schiffweiler Geschichte ein. Die Heimatblätter sind für 7,50 Euro erhältlich.