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Ortsrat Landsweiler-Reden
Verbesserungen für 150 000 Euro

Landsweiler-Reden. Der Ortsrat Landsweiler-Reden stimmte in seiner jüngsten Sitzung für eine deutlich teurere Variante des künftigen Ausbaus der Landesstraße 129. Von Anja Kernig

Das war so nicht geplant. Doch aus Dringlichkeitsgründen beraumte Ortsvorsteher Holger Maroldt trotzSommerferien eine Sitzung ein. Muss doch der Ortsrat noch vor der
Gemeinderatssitzung zum Ausbau der L129 zwischen Landsweiler-Reden und dem Verkehrskreisel Sinnerthal gehört werden, so Maroldt. Thema war das bei den Zusammenkünften hier in der Klinkenthalhalle schon öfters. Wie Bauamtsleiter Hubert Dürk zusammenfasste, wird der Straßenausbau genutzt, um eine „intensive Durchgrünung“ der Ortseingangsituation zu erreichen. „Gewünscht war ja, dass es dort nicht mehr so nackt ist.“ Abhilfe schaffen könnte eine „Baumallee, ansatzweise wie am Klinkenthalcenter“. Das kam gut an beim Ortsrat. Aber: „Knackpunkt war die weiß markierte Radspur auf der Fahrbahn“, erinnerte Dürk. „Diese hatte man damals vehement abgelehnt – aus Sicherheitsgründen.“ Was dem Gemeinderat dann doch zu weit ging. Er nämlich stimmte der Planung des Landesamtes für Straßenwesen zu, bat allerdings darum, diesen Sachverhalt noch mal zu prüfen. Das Ergebnis lag nun am Montag vor: Die neue Entwurfsplanung kombiniert Rad- und Fußweg auf weiten Teilen der Strecke in beiden Fahrtrichtungen. Vor der Abzweigung zum Schwimmbad wird der Radfahrer in Richtung Ortsmitte wieder auf die Fahrbahn geleitet –  und muss dann, sollte an der Haltestelle gerade ein
Bus parken, warten, bis dieser abfährt. 150 000 Euro an Mehrkosten zieht die Realisierung dieses Entwurfes nach sich. Und, so Dürk, begonnen wird dann auch nicht mehr wie vorgesehen in diesem Jahr, sondern erst 2020.


Die Sache scheint sich aller Voraussicht nach sogar noch zu verkomplizieren. Wie der Bauamtsleiter andeutete, erzwingen starre Eigentumsverhältnisse möglicher Weise an einer Stelle die Verlegung des Rad-/Fußweges. Doch dieser Sachverhalt sei noch ganz neu und folglich ungeklärt. Mit großer Zustimmung reagierte jedenfalls die SPD auf den neuen Vorschlag. Anders als Christian Düppre (CDU), dem das Projekt entschieden „zu teuer“ ist – „die Haushaltslage ist nun mal so, wie sie ist. Da können wir nicht drüber weg gehen“ – war die SPD sehr zufrieden. Wie auch schon zuvor Maroldt sprach Detlef Reinhard von einer „Gelegenheit, die nicht noch mal kommt“ und einer „Chance, die wir uns nicht entgehen lassen“. Mit Blick auf Düppre, der anschließend als einziger gegen den Entwurf stimmte, fügte der Sozialdemokrat noch an: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“

Wo sind die Schlösser hin? Das konnten die Mitglieder des Ortsrates unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen/Mitteilungen genau so wenig beantworten wie die drei anwesenden Mitarbeiter der Verwaltung. Fakt ist: Die mit Initialen und Herzen verzierten Schnappschlösser am Geländer der Treppen in den Wassergärten Reden, gemeinhin als Symbol einer +nie endender Liebe geltend, wurden offenbar von der RAG entfernt. „Es handelt sich hierbei um das Privatgelände der RAG“, meinte Dürk. „Dort ist die Gemeinde grundsätzlich nicht zuständig.“ Bekanntlich gibt es bei den berühmten Vorbildern wie der Pariser Pont des Arts oder Venedigs Rialto Brücke längst schon massive Probleme mit der Bausicherheit, da sich die Schlösser zu einem stattlichen Gewicht summieren. Bei vier Euro pro Kilogramm verschrottetes Messing hat sich der Einsatz des Bolzenscheiders für die RAG jedenfalls sicherlich gelohnt, witzelte die Runde abschließend.