TKN: Alles auf Anfang bei der Sommeralm in Reden 2019

Was die Touristiker für unsere Region planen : Alles auf Anfang bei der Sommeralm in Reden 2019

Die Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen setzt in 2019 auf Bewährtes und bietet auch Neues an.

Wer im Tourismusgeschäft tätig ist, schaut oft sorgenvoll in den Himmel. Der Sommer 2018 machte die Wetterkartenguckerei überflüssig. Gefühlt war eigentlich immer schönes Wetter. Was sich auch günstig auf die Freiluftveranstaltungen der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen (TKN) auswirkte.

Los ging es bereits im April mit dem „Frühling auf Finkenrech“, als der Sommer quasi einen Frühstart hinlegte und Tausende nach Dirmingen lockte. Die sehr gute Besucherzahl wurde im Juni noch getoppt durch die Veranstaltung „Klingende Gärten“ mit Kreisrosenschau. „Wow, wo kommen denn all’ die Leute her“, habe sich sein Team gefragt angesichts des Besucheransturms, erinnert sich TKN-Leiter Christian Rau. Mit seiner Stellvertreterin Lisa Grandke hält Rau eine Rückschau auf 2018 und blickt im SZ-Gespräch auf das, was 2019 von Seiten der Tourismus- und Kulturzentrale zu erwarten ist. Das Freizeitzentrum Finkenrech als einer der Leuchttürme im Landkreis Neunkirchen spielt dabei natürlich eine besondere Rolle. Hier war doch tatsächlich eine Veranstaltung, nämlich der Sonntag von „Herbst auf Finkenrech“ von so garstigem Wetter betroffen, dass er wegen Unwetterwarnung abgesagt werden musste. Wer sich Frühling und Herbst auf Finkenrech in seinen Kalender 2019 notieren möchte: Am 28. April und am 21./22. September sind diese beiden Veranstaltungen geplant. Finkenrech ist auch ohne Großveranstaltung ein Besuchermagnet, vor allem an den Wochenenden. Das Programm für Kinder und Jugendgruppen boomt, die Buchungen stiegen innerhalb von zwei Jahren von 103 auf 145. Insgesamt 57 Erlebniswanderungen, 32 Waldindianer und 17 GPS-Touren lassen das aktuelle Team an Gästeführern an seine Grenzen stoßen, hier ist Verstärkung hochwillkommen. Ausgebucht waren alle offenen Tierwanderungen, und auch die Grillhütte (20 Prozent Plus) ist außerordentlich beliebt. Noch ausreichend Kapazitäten gibt es dagegen bei den Gartenführungen, die noch bekannter gemacht werden sollen. Als echte Attraktion hat sich das Labyrinth gemausert. Über 3200 Teilnehmer nahmen an dem Gewinnspiel teil, 2016 waren es nur 750. „Finkenrech hat sich absolut etabliert“, freut sich Christian Rau. Von einem lokalen Geheimtipp könne man schon lange nicht mehr sprechen.

Zweite Säule in der Willkommensregion Neunkirchen: Der Erlebnis­ort Reden. Erstmals ließen sich 2018 über 1000 Gäste über das Gelände führen, die Zahl der Gruppenbuchungen stieg von 25 auf 46. Dieses Angebot soll einmal im Monat (sonntags) durch eine offene Führung erweitert werden, außerdem gibt es monatlich thematische Gartenführungen auf Finkenrech. Um das Angebot für die Gäste zu optimieren, werden die Gästeführer regelmäßig zu Fortbildungen eingeladen.

Alle offenen Tierwanderungen waren im Jahr 2018 auf Finkenrech ausgebucht. Foto: Gerd Wehlack/TKN/Gerd Wehlack

Weitaus mehr Besucher auf einen Schlag werden vom Alm Open Air und den Konzerten auf der Halde angezogen. Hier unterstützt die TKN das Veranstaltungsmanagement (Bergmannsalm) etwa bei der Sicherheit. Mitveranstalter ist der Landkreis bei der SR3-Sommeralm, die bekanntlich mit dem emotionalen Abschied vom Alm-Ebi einen herben Verlust hinnehmen musste. Mit einem neuen Konzept und einem abgespeckten Programm (Verzicht auf die Nachmittagsstunden) wird vom 19. bis 28. Juli die elfte Sommeralm unter neuer Moderation über die Bühne gehen. Viele kleine und große Überraschungen kündigt Christian Rau an, die Alm-Fans dürften gespannt sein.

Im neuen Jahr rückt das Thema Radfahren mehr in den Fokus. Premiere feierte bereits ein Runder Tisch Rad zur Verbesserung des Angebots. Dem Landkreis Neunkirchen, durch seine Topografie nicht gerade ein Radler-Paradies, spielt der E-Bike-Boom kräftig in die Karten. Auf Finkenrech und der Halde Reden sind zwei E-Bike-Ladestationen geplant. Und wer ein Mountain-Bike fährt, stört sich ohnehin nicht an Hügeln und Bergen. Gerade für die Mountain-Biker wird intensiv nach einer neuen Strecke gesucht, mit der man den Wanderern buchstäblich aus dem Weg geht. Diese haben den im Oktober eröffneten Itzenplitzer Pingenpfad bereits in ihr Herz geschlossen, freut sich Lisa Grandke, unter deren Regie der neue Premiumwanderweg zertifiziert wurde. Im Jahr 2019 steht die Verlängerung der Premiumzertifikate von vier Wanderwegen (Brunnenpfad, Mühlenpfad, Steinbachpfad, Schauinslandweg) an. In Zusammenarbeit mit den Wegewarten ist Grandke guter Dinge, dass dies gelingen wird.  Am 19. Mai wird überdies der Hartfüsslerweg mit einer Wanderung eröffnet.

Die Halde Reden ist beliebt bei Radfahrern mit und ohne Hilfsmotor. Am Erlebnisort Reden und im Freizeitzentrum Finkenrech sollen im Jahr 2019 E-Bike-Ladestationen in Betrieb genommen werden. Das E-Bike boomt und hilft bei der hügeligen Topografie in unserer Region. Foto: TKN/Harald Hartusch

Der Veranstaltungskalender ist auch 2019 gut gefüllt. Zwischen Januar und November stehen sieben Kreishauskonzerte im Ottweiler Witwenpalais auf dem Plan. Die TKN beteiligt sich an mehreren Tourismusmessen und lädt am 30. Juni zu den Klingenden Gärten. Ein absolutes Topereignis dürfte wieder die FaRK werden, die am letzten Augustwochenende die Fantasyfreunde aus ganz Deutschland nach Reden lockt. Mit einem reduzierten Team – Iris Schmolze nimmt seit 30. September passive Altersteilzeit in Anspruch – stemmt die TKN zudem den serviceorientierten Relaunch der Broschüre „Sehenswertes“ und bringt einen Wanderkalender ins Netz. Und wagt sogar etwas ganz Neues, nämlich einen Wandkalender mit Luftbildmotiven aus der Region für 2020. „Das sind wirklich einmalig schöne Aufnahmen“, macht Christian Rau schon Appetit auf die Zukunft.

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