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Streit der Schulbuchsysteme in Nalbach

Streit der Schulbuchsysteme in Nalbach

Nalbach. Gleich mehrere erfreuliche Aspekte trafen gestern Morgen in der Grundschule Nalbach aufeinander. Zum einen war, wie überall im Land, erster Schultag. Zum anderen steht die Schule mit Tanja Thewes-Mahl unter neuer Leitung. Und - die Schulneulinge bekamen ihre Schulbücher überreicht: Bücher, die sie, entgegen dem landesweiten Schulbuchleihsystem, behalten dürfen

Nalbach. Gleich mehrere erfreuliche Aspekte trafen gestern Morgen in der Grundschule Nalbach aufeinander. Zum einen war, wie überall im Land, erster Schultag. Zum anderen steht die Schule mit Tanja Thewes-Mahl unter neuer Leitung. Und - die Schulneulinge bekamen ihre Schulbücher überreicht: Bücher, die sie, entgegen dem landesweiten Schulbuchleihsystem, behalten dürfen. Eigentlich sind das alles gute Gründe, sich zu freuen. Aber Bürgermeister Patrik Lauer zeigte sich verärgert über eine Entscheidung des Bildungsministeriums, worin er eine Benachteiligung für sozial schwache Familien sieht.

Tanja Thewes-Mahl (38) leitete sieben Jahre lang die Grundschule in Landsweiler. Nalbach ist ihre Wunschschule gewesen, ist sie dort doch vom Konzept der Offenen Ganztagsschule ebenso überzeugt, wie vom musisch-kulturellen Angebot. Doch nun gibt es gleich schon zu Beginn der Amtszeit an ihrer Wunschschule ein kleines Problem bei der Vergabe von Schulbüchern.

Wie sozial ist das System?

In Nalbach dürfen die Kinder ihre Bücher nach Schuljahresende behalten, anders als bei der landesweiten Schulbuchausleihe. "Wir sind der Meinung, dass unser System das bessere ist", sagte Lauer in einem Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Mit 40 Euro pro Kind koste das Nalbacher System die Eltern nicht mehr Geld, als das landesweite Leihsystem.

Beim landesweiten System dürfen aber sozial schwache Familien einen Antrag stellen, um kostenlos an der Ausleihe teilzunehmen. Jetzt wollte die Gemeinde Nalbach für etwa 20 sozial schwache Familien vom Bildungsministerium eine solche Kostenübernahme und bekam eine Abfuhr. Das Ministerium hat zwar den Vorschlag gemacht, den betroffenen Kindern Schulbücher kostenlos auszuleihen, was Pressesprecher Torsten Rott bestätigte. Das lehnte der Bürgermeister ab, er sieht darin eine grobe Ungleichbehandlung. Seiner Meinung nach gibt es keinen sachlichen Grund einer Ablehnung. "Nalbach hat sich für ein anderes System entschieden, also muss die Gemeinde die damit verbundenen Probleme auch in Gänze alleine lösen", so Rott. Rund 25 000 Euro investiert die Gemeinde in ihre Variante.