Sternsinger im Landkreis Neunkirchen sammeln für Kinder aller Welt

Größte Solidaraktion weltweit: : Viele freuen sich auf den Segen an der Haustür

Zum Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar werden die Sternsinger im Landkreis Neunkirchen wieder unterwegs sein.

Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion weltweit. Über eine Milliarde Euro sind seit 1959, dem Jahr der ersten bundesweiten Aktion, in Projekte in aller Welt geflossen. Eine Tradition, die auch im Landkreis Neunkirchen gepflegt wird. Allerdings sind dazu mehr Kraftanstrengungen als früher notwendig. Wir haben exemplarisch bei der Pfarreiengemeinschaft Schiffweiler nachgefragt, die Ansprechpartnerin für die Gläubigen von St. Barbara Stennweiler, Herz Jesu Landsweiler-Reden, St. Laurentius Heiligenwald und St. Martin Schiffweiler ist. Gemeindereferentin Brigitte Philippi hält hier die Fäden für die Sternsinger in der Hand, sie hat die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt und nennt Gründe für den Rückgang der Sternsinger.

„In unserer großen Pfarreiengemeinschaft haben wir schon lange nicht mehr genügend Sternsinger“, berichtet Brigitte Philippi. Zum einen gebe es weniger Kinder, zum anderen seien auch weniger Kinder als früher bereit, sich den ganzen Tag auf den Weg zu machen und an fremden Türen zu klopfen. Hinzu komme die abnehmende Unterstützung durch die Familien. Man müsse diese mangelnde Bereitschaft aber differenziert sehen, findet die Gemeindereferentin. Nicht alle Familien hätten einfach keine Lust zu der Aktion.

Mehr Jungen und Mädchen seien heutzutage nachmittags in der Betreuung, weil beide Elternteile berufstätig seien.

Der Sonntag sei oftmals der einzige freie Tag, der zusammen als Familie verbracht werden könne. Dann heiße es oft: „Das ist unser Tag, den wollen wir ohne Termine verbringen“, weiß die Gemeindereferentin.

Diese Einstellung, die sie durchaus nachvollziehen könne, stelle sie letzten Endes auch in der Gemeindearbeit wie etwa beim Kommunionsunterricht fest. Bei der Sternsinger-Aktion komme hinzu, dass dieser Termin eben auch zum Ende der Ferien liege und viele Familien erst am Freitag aus dem Urlaub kämen.

Die Jungen und Mädchen, die tatsächlich dabei sind, seien am Nachmittag zwar „total platt, mit rot glühenden Backen, der Umhang schief und schepp – aber total begeistert.“ Sie selbst versuche im Vorfeld, die Kinder für die Aktion zu motivieren und ihnen klar zu machen, dass Christen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern für die Welt und die eigene Gemeinde tragen. Hilfreich für die Betreuerinnen und Betreuer der Aktion ist ein Werkheft zur Aktion Dreikönigssingen 2019. In diesem wird über die Situation von Kindern mit Behinderung in Peru berichtet, dem Beispielland der 61. Aktion Dreikönigssingen.

Außerdem wird sehr anschaulich erklärt, wie den Kindern im Sternsingerprojekt Yancana Huasy geholfen wird. Methoden und Spiele geben Ideen, wie man sich gemeinsam mit den Kindern dem Thema annähern kann.

Brigitte Philippi kann sich an Zeiten erinnern, in denen sich in jeder Pfarrei genügend Sternsinger meldeten. Heute könnten nicht mehr alle Straßen in der Gemeinde Schiffweiler bedient werden. Wer sich jedoch bei den Pfarrämtern melde, könne auf jeden Fall mit einem Besuch rechnen.

Leider sei es auch so, dass die Sternsinger nicht überall gut gelaunt und mit offenen Armen empfangen würden. Sie bereitet die Jungen und Mädchen auf solche Situationen vor mit den Worten: „Das hat nichts mit euch zu tun, dafür könnt Ihr nichts. Und es ist gut, wenn ihr die schlechte Laune nicht zurückgebt.“ In den Aussendungsgottesdiensten kommen solche Ratschläge ebenfalls zur Sprache. In den allermeisten Fällen seien die Türen jedoch „ganz weit offen“ wenn die Sternsinger klingeln, sagt die Schiffweiler Gemeindereferentin. Oft gebe es auch heißen Tee oder Schokolade zur Stärkung. Brigitte Philippi ist überzeugt: „Die Sternsinger haben immer noch sehr viel Strahlkraft.“

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