Steam goes Fark

Was vergangenes Jahr als zartes Pflänzchen begann, ist nun sozusagen bunt auf Glanzpapier fixiert: Das Musical-Projekt Neunkirchen mit seinem Musical „Steam“ und der Fantasie- und Rollenspiel-Konvent, Fark, sind Partner. Gestern präsentierten Vertreter der beiden Projekte ihre gemeinsamen Pläne stilecht im Erlebnisort Reden.

Es könnte der offizielle Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. Dabei, darauf machte der Produktionsleiter des Neunkircher Musical-Projektes, Markus Müller, nochmal aufmerksam, liegen die ersten Wurzeln der Zusammenarbeit eigentlich schon zwei Jahre zurück. Freunde des Musical-Projektes Neunkirchen erinnern sich: Der Vorhang zur Derniere der Wiederaufnahme des "Jedermann" war gefallen - da ging das Licht wieder an und auf der Bühne standen Gestalten in seltsamen Kostümen, gleichzeitig lief im Hintergrund der Trailer fürs damals künftige Musical "Steam". Die verschiedenartig kostümierten Menschen waren Vertreter der Fantasie-Szene, die mit der ersten Messe in der Illinger Illipse 2013 Premiere gefeiert hatte. "Damals war eigentlich schon klar: Das passt zusammen", erinnerte Messe-Initiator Benjamin Kiehn am Freitag. Logisch also, dass bei der zweiten Auflage der Fark im vergangenen Jahr einige der Musical-Leute einen Auftritt hatten. "Schade war nur", erzählt Müller, "dass es da schon längst keine Karten mehr gab." Kiehn dazu: "Wir haben viele Mails bekommen von Menschen, die das bedauert haben."

Steampunk ist Fark-Thema

Beide fanden schon im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit fruchtbar. Viele Telefonate haben die Köpfe der beiden Projekte seitdem miteinander geführt. Schließlich ist Steampunk eines der drei großen Themen der Fark, und das aktuellste. "Erst vor sechs Jahren ist die Bewegung von den USA zu uns rübergekommen", erläutert Kiehn. Mittlerweile hat die Bewegung der Welt im Stile des Autors Jules Verne , einer Welt ohne Elektrizität, aber mit Dampf (Steam), viele Anhänger. "Es war für uns eine richtig tolle Spielwiese", erinnerte denn auch am Freitag die künstlerische Leiterin Ellen Kärcher an die Entstehung des Musicals. Dass das nun vom Saarland in die Welt gehen könnte, das wäre schon so ein Traum, gesteht sie.

Kiehn ist erst einmal glücklich mit dem Status quo. "Dass wir gemeinsam auf einem Transparent am Hochofen hängen, ist schon toll." Sechs auf acht Meter groß ist das Teil, klärt Müller auf. Und Symbol der Zusammenarbeit ebenso wie die gemeinsamen Flyer, die zu Zehntausenden gerade unters Volk gebracht werden. Wenn sich auch die beiden Köpfe der Projekte gerne darüber kabbeln, welche Veranstaltung denn nun auf der Vorderseite sei. Verteilt wird auf den großen Events in ganz Europa.

"Mittlerweile kommen Leute sogar aus den USA zur Fark", freut sich Kiehn. In dem Zusammenhang müssen auch Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried gewaltig die Ohren geklingelt haben. "Es ist so toll, dass der Oberbürgermeister diese größte Charity-Veranstaltung des Saarlandes auf diese Art unterstützt." Zur Erinnerung: Die Fark ist kostenlos, lediglich Spenden werden gesammelt. Die gehen zu 100 Prozent an Kinderhilfsdienste. Im vergangenen Jahr waren das über 40 000 Euro für den Kinderhospizdienst. Dieses Jahr soll es mindestens genauso viel werden. Die Fark steht kurz bevor, am kommenden Freitag ist Eröffnung, bis Sonntag kann man sich in Fantasie-Welten begegnen. Beispielsweise in der Welt des Steampunk eben. In die entführt auch dieses Jahr während der Messe (Sonntag, 10.30 Uhr Hauptbühne) wieder das Musical-Projekt. Und am Stand mit flottem Käfer-Cabrio als Hingucker gibt es auch noch Karten für die Veranstaltungen vom 4. bis 13. September in der Neunkircher Gebläsehalle.

Stilechtes Outfit

Appetit hat man am Freitag schon mal den Spaziergängern im Garten Reden gemacht, wo nicht nur Kiehn selbst im neuen Fark-Kostüm als Commodore , sondern Nicole Reif und Co-Organisator Dirk Boudier im stilechten Outfit sowie Jennifer Brill und Rebekka Sauer in bunten Cosplay-Outfits sowie Kristin Backes und Lissy Lismann in ihren Musical-Bühnen-Steampunk-Kleidern für Aufsehen sorgten. Auch das hat zusammen gut geklappt. Ob die Zusammenarbeit über das "Steam"-Jahr hinausgeht? Kiehn: "Die Fark spiegelt so viele verschiedene Spielwiesen für mutige Regisseure und Regisseurinnen." Konkretes verraten wollten die Herren nicht. "Wir haben uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen", versprach Müller immerhin.

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