So sehen die Ortsräte in Schiffweiler aus

Kommunalwahlen Schiffweiler : SPD in Ortsräten stärkste Kraft

Nur in Landsweiler-Reden brauchen Sozialdemokraten Unterstützung für Mehrheit.

„Schiffweiler bleibt rot“, hatte sich Bürgermeister Markus Fuchs gefreut, als die Ergebnisse der Kommunalwahlen im Schiffweiler Rathaus feststanden am 26. Mai. Im Ortsrat Landsweiler-Reden sei die SPD-Dominanz gebrochen, freute sich auf der anderen Seite sein Kontrahent Mathias Jochum von der CDU. Tatsächlich haben die Sozialdemokraten in Landsweiler-Reden ein Mandat verloren und künftig derer noch fünf. Die CDU kommt auf vier Sitze, die Linke und die Freie Bürgerliste FBL auf je einen. Das bedeutet zumindestens rein rechnerisch, dass CDU, Linke und FBL zusammen eine Mehrheit bei Entscheidungen stellen könnten. Und auch gemeinsam einen Ortsvorsteher auf den Schild hieven, so sie denn eine gemeinsame Position fänden. In den anderen Ortsräten ist dies nach der Sitzverteilung nicht denkbar. Sieht sich Ortsvorsteher Holger Maroldt jetzt vor der Abwahl? Seit 13 Jahren in diesem Amt, blickt er der konstituierenden Sitzung gelassen entgegen. Während das erste Treffen des neuen Gemeinderates bereits auf den 12. August festgesetzt ist nach Auskunft des Rathauses, gibt es für die vier Schiffweiler Ortsräte aktuell noch keinen Termin. „Wir haben natürlich Sondierungsgespräche geführt“, sagt Maroldt, der keinerlei Amtsmüdigkeit verspürt. Er gehe fest davon aus, Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden zu bleiben. Der Wählerwille sei zudem eindeutig links. Er selbst gehöre dem linken Flügel der SPD an, sei nicht mit allem zufrieden, was seine Partei auf höheren Ebenen mache. Deshalb habe er auch Verständnis für jeden im Gemeindeteil, der seine Stimme lieber der Linken gebe. Zudem sieht er eine positive Zusammenarbeit im Ortsrat. Maroldt: „Wir haben keinen Ärger im Ortsrat. Ich bin offen, wenn gute Vorschläge von Ortsräten außerhalb der SPD kommen.“ Und noch eines ist Maroldt wichtig: Angestoßene Projekte wie den Ausbau der Kreisstraße, den die CDU im Orts- wie auch im Gemeinderat abgelehnt habe, wolle er gerne selbst zu Ende bringen. Es wäre schon befremdlich, wenn letztlich ein christdemokratischer Ortsvorsteher eine solche Verbesserung des Ortsbildes begleite, die seine Partei gar nicht gewollt habe. Nein, das Amt wolle er noch weiter bekleiden.

Jenseits der veränderten Arithmetik in Landsweiler-Reden bleibt es in den drei anderen Ortsteilen nach der Sitzverteilung beim bekannten Bild: Die SPD ist in Schiffweiler selbst unumstritten stärkste Kraft mit acht Sitzen, die CDU kommt auf vier, die FBL auf einen. In Heiligenwald haben die Sozialdemokraten künftig sieben Vertreter im Ortsgremium, die CDU hat vier. In Stennweiler gibt die SPD zwar ein Mandat an die CDU ab, ihre absolute Mehrheit bleibt dennoch erhalten: SPD sechs Sitze, CDU vier Sitze, FBL ein Sitz.

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