Serie "Ich packe meinen Koffer" mit der TKN vor der Sommeralm in Reden

SZ-Serie „Ich packe meinen Koffer“ : Was die Sommeralm so alles braucht

Urlaubszeit, Reisezeit. Sie kennen das Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit“? Die SZ hat sich spannende Koffer öffnen und ihren Einsatz erklären lassen. Teil 5: TKN rüstet sich fürs Spektakel in Reden.

Ein Koffer reicht da bei weitem nicht. Jede Menge für mehrere Koffer, Kisten und Kartons hat das Team der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen (TKN) den Berg hinauf zu transportieren. Am 19. Juli startet die elfte Auflage der SR3-Sommeralm auf der Bergehalde Reden. Zum zehnten Mal zeichnet der Landkreis als Veranstalter verantwortlich. „Das Handy ist in diesen Tagen das Allerwichtigste“, sagt Chef Christian Rau in den Räumen der TKN am Fuße der Bergehalde. „70 bis 80 Mal klingelt es schon am Tag.“ Und das sind ja nur die eingehenden Anrufe. Rau trägt für den Termin mit der SZ schon mal das orangefarbene Team-T-Shirt. Rau, Lisa Grandke, Inken Färber, Anna Grüneisen und Lena Bauer von der TKN sowie zehn studentische Hilfskräfte werden so leuchtende Orientierungspunkte für die Besucher sein.

Irgendwie ist ja immer Vorbereitung auf das Großereignis Sommeralm. Aber so sechs Wochen vorher, sagt Rau, beginnt die intensive Phase. Und eine Woche vorher gibt es eigentlich für alle im TKN-Team nichts anderes mehr: „Wenn dann aber mit dem Almauftrieb um 18 Uhr die Sommeralm losgeht, dann atmen wir durch, dann läuft es.“

Damit alles klappt, gibt es Pläne. Etwa einen Zeitplan zum Aufbau. So richtig startet alles Montag, 15. Juli. Zuvor wurde nochmal gemäht, vermessen, Leitungen legen vorbereitet. Jetzt fahren die Lkw und Radlader, die Bühne wird angeliefert, der Wasserverteiler Festplatz installiert. Ganz wichtig: Die Toiletten kommen. Der SR schafft seine Licht- und Tontechnik heran. Tische und Bänke werden aufgestellt, Papierkörbe bestückt. Auch das Equipment der TKN wird raufgeschafft.

Für die Ausstattung der Hütte sieht eine Liste vor: Info-Material zur Region und zum Event, Geldkassette, die gelbe Kiste gefüllt mit CDs, Pins und Wechselgeld, aber ebenfalls Stuhl, Besen Kehrgarnitur, Müllständer und Müllsäcke, kleine Leiter, Feuerlöscher, Ladestation Funkgeräte, Taschen. Es braucht auch Büromaterial: Reißzwecke, Klebestreifen, Schere Kugelschreiber, Taschenrechner, Notizblock. Auch Sonnenmilch steht drauf. Auf keinen Fall vergessen dürfen sie zudem die Klopapierrollen. Aber sie sind ja schon Alm-erfahren über die Jahre, Routine hilft. Werkzeug muss auch rauf: Hammer, Nägel, Kabelrolle. Ein weiterer Zettel listet die Utensilien für die Stationen auf. Shuttle Tal braucht Wechselgeld-Tasche, Funkgerät, Schlüssel Große Werkstatt, 1000 Fahrkarten. Shuttle Berg Wechselgeldtasche, zwei Taschenlampen, Funkgerät, 1000 Fahrkarten. Jeder Busfahrer bekommt nochmal 300 Fahrkarten und ein Funkgerät, mit Ladegerät. Für die Almhütte selbst liest man auf dem Zettel Funkgerät, eine Taschenlampe, Schlüssel Almhütte, Geldtasche für Tageseinnahmen und Abrechnungen. Fehlt was, wird Nachschub gebraucht – Anruf genügt.

Bis Mittwoch, 17. Juli, steht das Meiste. Donnerstag folgen noch kleinere Arbeiten. So wird die Beschilderung vollendet. Am Freitag schließlich heißt es dann Sperren Parkplatz 2 für den Almauftrieb. Heu und Stroh kommen noch für die Tiere vom Verein Maltiz. Die Esel und Alpakas bekommen übrigens einen anderen Stellplatz: „Mehr Grün, mehr Schatten“, sagt Rau. Und die Untere Bauaufsicht nimmt noch Zelt und Bühne ab.

Für Christian Rau werden während der Sommeralm-Tage der Wetterbericht und der Deutsche Wetterdienst zum Dauerbegleiter. Wird Regen, Gewitter, Sturm vorhergesagt? Ihm obliegt die Entscheidung, die Open-Air-Veranstaltung im Falle eines Falles abzubrechen. Sicherheit zuerst. Erfahrungen auch damit konnte Rau in den vergangenen Jahren sammeln.

Wenn die Sommeralm am 28. Juli mit dem Almabtrieb ab 17 Uhr zu Ende geht, dann können die Alm-Verantwortlichen und Helfer noch ein bisschen zu feiern: „Kölsch steht bereit“, sagt Rau, eine Tradition, die mit dem Auftritt der Höhner ihren Anfang nahm. Allerdings, so der TKN-Chef, müssen er und seine Leute am nächsten Morgen um sieben wieder fit sein. Da beginnen der Rückbau und Abtransport ins Tal. Wieder Koffer, Kisten und Kartons packen. Zum Schluss geht nochmal die Putztruppe übers Festgelände und das war es dann. Erstmal.

Alle Teile unserer Serie finden Sie unter: www.saarbruecker-zeitung.de/koffer-im-einsatz

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