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Schon kleine Maßnahmen helfen dem Klima

Eine ordentliche Dämmung trägt dazu bei, dass weniger Energie verbraucht wird. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Eine ordentliche Dämmung trägt dazu bei, dass weniger Energie verbraucht wird. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Heiligenwald. Energie einsparen trägt zum Klimaschutz bei. Wie der Einzelne konkret dazu beitragen kann, war das Thema bei einer Infoveranstaltung in Heiligenwald. Unter anderem drehte es sich auch um Gebäudedämmung. Anja Kernig

"Das Wenige, dass du tun kannst, ist viel" - dieser Ausspruch von Albert Schweitzer passte wie angegossen zum Thema der Infoveranstaltung "Klima schützen und Energie sparen". Knapp 50 Interessierte waren der Einladung der Gemeinde ins Bürgerhaus Heiligenwald gefolgt.

Sie und alle anderen Schiffweiler Bürger tragen die Hauptverantwortung für den örtlichen Klimaschutz - schließlich verbrauchen sie am meisten Energie und setzen damit den größten Batzen CO2, etwa 7,4 Tonnen pro Jahr und Kopf, frei. Das stellte Volker Dibbern vom Neunkircher Unternehmen KEN im ersten Referat klar. So lag der Gesamtstrombezug in Schiffweiler im Jahr 2013 bei 42 200 Megawattstunden, wovon 58 Prozent auf private Haushalte entfielen. Der auf 180 000 Megawattstunden bezifferte Gesamtwärmeverbrauch ging zu 87 Prozent zulasten der Bürger.

Nur einen geringen Anteil daran hat dagegen die Gemeinde. Trotzdem geht sie mit gutem Beispiel voran und beauftragte KEN vor einem Jahr mit der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes. Dieses wird im April vorliegen, so Dibbern, und konkrete Einsparpotenziale und Maßnahmen nennen.

Doch was kann der Einzelne tun? "Packen sie ihr Haus ein", empfahl Eva-Maria Kiefer von der Energieberatung Saar. "Ein Haus von 1960 mit 140 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht im Schnitt 30 000 Kilowattstunden ", was einem Kennwert von 214 Kilowattstunden pro Quadratmeter entspricht. "Ein Neubau kommt auf 40 bis 70", so Kiefer. Je älter die Immobilie, desto höher das Einsparpotenzial: Bei dem 45 Jahre alten Haus liegt sie etwa bei 55 Prozent. Wer nun mit der typischen saarländischen Lösung liebäugelt - "mal eben vier Zentimeter Styropor drauf" - "liegt weit unter den gesetzlichen Vorgaben", darauf wies Bauingenieurin Kiefer hin. Wenn energetisch sanieren, dann gleich richtig, weshalb die rechtlich bindende Energieeinsparverordnung von 2014 die Latte sehr hoch legt. "Und wenn ich gar nichts mache", fragte jemand im Saal. "Dann müssen sie nur die hohen Energiekosten tragen", konterte Eva-Maria Kiefer. Ob dicke Wände nicht doch reichen? Leider nein: "Ein Meter Betonwand hat die gleiche Dämmwirkung wie zwei Zentimeter Dämmstoff." Am wirksamsten ist es, die komplette Außenfassade mit einem Wärmedämmverbundsystem einzuhüllen. Doch das ist kostspielig (Minimum 140 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ). Alternativ könnte man die oberste Geschossdecke und die Kellerdecke dämmen: "Auch kleine Maßnahmen machen Sinn", inklusive des Abdichtens der Rollladenkästen. Eine ganz wesentliche Rolle spielt im Übrigen der Zeitpunkt. "Wann ich etwas tue, entscheidet darüber, ob es wirtschaftlich ist." So macht es keinen Sinn, das Haus neu zu streichen und zwei Jahre später die Außendämmung in Angriff zu nehmen.

Moderne Heizungstechnik ist "Einstellungssache", informierte Thomas Streit von der KEW. Theoretisch liegt das Einsparpotenzial von Heizungen bei 30 bis 35 Prozent. Wobei: Nur den alten Heizkessel rausschmeißen und einen neuen einbauen, sei "totaler Kappes", egal ob Pelletheizung oder Brennwerttechnik. "Keine Sanierung ohne hydraulischen Abgleich", lautete Streits eindringlicher Rat. Nur dann wird unabhängig vom Stockwerk an jeder Heizung der gleiche Druck anliegen. Es lohnt sich auch, die Heizkurve zu optimieren. "Viele Heizungen laufen auf Werkseinstellungen und liefern für gedämmte Häuser zu hohe Vorlauftemperaturen", weiß der Diplomingenieur. Rund wurde der Abend dank Markus Allgayer von der Saarländischen Investitionskreditbank, der Förderprogramme der staatlichen Förderbank KfW vorstellte.