Schlechtes Jahr für Schmetterlinge

Schlechtes Jahr für Schmetterlinge

Im Zechenhaus in Landsweiler-Reden fand die Jahrestagung der naturforschenden Gesellschaft Delattinia statt. Im Blickpunkt standen unter anderem die Beobachtungen der Schmetterlingsforscher und der Fledermaus-Experten.

Von Ameise bis Weißstorch, Schwalbenschwanz bis Wasserfrosch, Moos bis Rotbuche, Armleuchteralge bis Blutegel. Für all diese Pflanzen und Tiere gibt es Spezialisten in der "Naturforschenden Gesellschaft des Saarlandes" - der Delattinia. Traditionell hat die Delattinia jetzt ihre Jahrestagung im Zechengebäude in Landsweiler-Reden abgehalten, wie sie in einer Pressemitteilung erläutert. Die Vereinigung ist benannt nach ihrem Gründer, Professor Gustav de Lattin.

Im Hauptvortrag berichteten die erste Vorsitzende, Christine Harbusch (Perl-Kesslingen), und Geschäftsführer Andreas Werno (Nunkirchen) über die Forschungsarbeiten im Jahr 2016. Sie stellten den fast 50 Mitgliedern, die zur Jahrestagung gekommen waren, die Ergebnisse der Berichte von insgesamt 16 Arbeitskreisen der Delattinia vor.

Eine der aktivsten Gruppen, die der Schmetterlingsforscher, klagten über ein klimabedingtes außergewöhnlich schlechtes Jahr. So lag die Zahl der Tagfalter im Saarland mit 88 Arten so niedrig wie noch nie in diesem Jahrtausend, wie Rainer Ulrich , Tagfalter-Experte aus Wiesbach, berichtete. Nachzulesen ist die alles in der von Ulrich herausgegebenen Internet-Zeitschrift "Das Schmetterlings-Netz", von der jährlich 15 Ausgaben an Experten in ganz Deutschland verschickt werden. Ulrich veröffentlichte 2016 bereits sein zweites Buch im bekannten Stuttgarter Kosmos-Naturbuchverlag: den Kosmos-Schmetterlingsführer.

Die Nachtfalter- und Kleinschmetterlingsspezialisten (Andreas Werno, Nunkirchen) konnten demgegenüber 2016 gleich fünf neue Arten für das Saarland nachweisen, darunter zwei aus der Familie der Spanner. Der erst vor einigen Jahren aus China eingeschleppte Buchsbaumzünsler ist im Saarland stark auf dem Vormarsch. Seine Raupen dürften in den nächsten Jahren so manche Buchsbaumhecke kahl fressen.

Die Fledermausspezialisten (Dr. Christine Harbusch, Markus Utesch, Niedaltdorf und Dirk Gerber, Haus-Furpach) hatten auch 2016 alle Hände voll zu tun. Sie berieten viele Bürger, päppelten verwaiste Jungtiere und verletzte Alttieren auf und berieten vor Ort bei Problemen mit Fledermausquartieren an und in Häusern. Die 15 gesicherten Winterquartiere und die bekannten Wochenstuben-Kolonien wurden regelmäßig kontrolliert. In einem großen Höhlenquartier im Saarland wurden an den Stolleneingängen fest installierte Lichtschranken mit Kameras installiert, um die ein- und ausfliegenden Fledermäuse während der Schwarmzeit und im Winter zu zählen und zu bestimmen. Im Winter 2015/16 wurden hier circa 1500 Individuen nachgewiesen.

Im zweiten Hauptvortrag berichteten Moose Claudia und Thomas Schneider (Merzig) über ihre Kartierungsarbeiten der Moose im Departement Moselle in Lothringen.

www.delattinia.de

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Delattinia hat ihren Sitz im Zechengebäude des Bergwerks Reden. Sie bietet dort monatlich Vorträge an, die alle interessierten Bürger ansprechen sollen. Auch die im Zechengebäude untergebrachten riesigen Sammlungen (insbesondere Schmetterlinge) sind für Interessierte auf Anfrage zugänglich. Fragen und Mitteilungen von Funden an den Verein sind möglich unter Telefon (06 81) 5 01 34 61, oder auch per E-Mail an Kontakt @Delattinia.de. red