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Schiffweiler kocht drei Tage Laxem
Köstliches aus dem Kupferkessel

Beim letzten Schiffweiler Laxemkochen vor zwei Jahren am Kessel (von links): Ortsvorsteher Dominik Dietz sowie Dominik und Sandra Biehl mit dem Nachwuchs.
Beim letzten Schiffweiler Laxemkochen vor zwei Jahren am Kessel (von links): Ortsvorsteher Dominik Dietz sowie Dominik und Sandra Biehl mit dem Nachwuchs. FOTO: Winfried Dietz
Schiffweiler. Vom 13. bis 15. September findet das 7. Schiffweiler Laxem-Fest statt. Erlös für unverschuldet in Not geratene Bürger. Von Heike Jungmann

Wer einmal den köstlichen Laxem aus Schiffweiler probiert hat, wird sich den 15. September zwetschgensaftrot im Kalender markieren: An diesem Samstag ist der Höhepunkt des dreitägigen Schiffweiler Laxemfestes mit dem Verkauf der edlen Marmelade für einen guten Zweck. Seit 2006 lädt der Ortsrat Schiffweiler alle zwei Jahre auf dem Vorplatz der Pfarrkirche St. Martin zum Laxem-Fest für den guten Zweck ein. Der Erlös kommt in den Laxem-Fonds, mit dem Familien aus dem Ortsteil, die unverschuldet in Not geraten sind, unbürokratisch und schnell geholfen wird. Der Fonds wird von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, von Bürgermeister Markus Fuchs und dem Ortsvorsteher verwaltet.


In diesem Jahr sollen 1,2 Tonnen Zwetschgen über drei Tage lang im Kupferkessel nach altem Rezept eingekocht werden. Zwar ist in diesem Jahr die Zwetschgenernte im Saarland reichlich, trotzdem müssen die Organisatoren die Früchte kaufen. Es wäre nicht zu leisten, eine solch große Menge auch noch selbst zu pflücken.

Das Rezept für Laxem ist dabei denkbar einfach: Alles, was man braucht, sind Zwetschgen, Zucker, Zimt und Sternanis. Und natürlich sehr, sehr viel Geduld. Denn es dauert in der Regel zehn bis zwölf Stunden, bis der dick eingekochte Brei in Gläser abgefüllt werden kann. Bis es soweit ist, muss der Laxem ständig gerührt werden, damit er nicht am Boden des Kupferkessels anbrennt. Zwölf Mannschaften haben sich gemeldet, um die wichtige Aufgabe des Rührens zu übernehmen, berichtet einer der Organisatoren, Winfried Dietz. Allein 60 Leute wollen sich am 13. September ab 18 Uhr zum gemeinsamen Entkernen der Zwetschgen treffen. Manche mit, andere am liebsten ohne Handschuhe. Eine mühselige Arbeit, die aber im Team bei netten Gesprächen durchaus Spaß macht. „Helfer kann man immer gebrauchen“, lädt Dietz weitere Freiwillige dazu ein, bei der guten Sache mitzuhelfen. „Das Gemeinschaftsgefühl ist toll“, schwärmt Dietz.



Der beliebte Brauch, der mit zahlreichen Helfern gestemmt wird, soll auch Kindern und Jugendlichen einen Einblick geben, wie man früher Marmelade eingekocht hat. Daher wird Guido Jung vom Historischen Verein Schiffweiler am Freitagvormittag, 14. September, ab 10 Uhr Grundschülern und Kindergartenkindern, aber auch interessierten Erwachsenen den Brauch des Laxemkochens näher bringen. Natürlich darf hier auch die ein oder andere „Laxemschmeer“ probiert werden. „Die Marmelade gab es früher eben nicht im Regal zu kaufen“, betont Winfried Dietz. Wenn in großen Mengen Laxem gekocht wurde, war die ganze Straße oder sogar ein Ortsteil auf den Beinen. Wie eben jetzt in Schiffweiler vor der Kirche. Dietz ist stolz darauf, dass in seiner Gemeinde an der Tradition festgehalten wird und diese sogar noch einem guten Zweck dient. Weil der Andrang für die Laxem-Gläser an dem Samstag immer sehr groß ist, können maximal vier Gläser pro Person ausgegeben werden. Ein Glas kostet fünf Euro.

Wer noch mithelfen möchte, kann sich bei Dominik Dietz, Tel.  (01 70) 4 65 64 36 oder Erwin Klein, Tel. (01 70) 4 65 64 36, melden oder auf dem Kirchenvorplatz vorbeikommen.

Daumen hoch für die leckere Laxemschmeer: Schiffweiler Grundschulkinder werden auch dieses Mal in den Genuss der frischen Marmelade kommen.
Daumen hoch für die leckere Laxemschmeer: Schiffweiler Grundschulkinder werden auch dieses Mal in den Genuss der frischen Marmelade kommen. FOTO: Winfried Dietz