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SC Heiligenwald vorsichtig optimistisch in der Corona bedingten Pause

Amateurfußball : Auf der Suche nach der alten Torgefahr

Für die Fußballer vom SC Heiligenwald lief die Saison in der Bezirksliga Neunkirchen bislang durchwachsen. Vor allem der Offensivmotor des SCH kommt nicht auf Touren. Mit einem (nicht ganz) neuen Gesicht an der Seitenlinie will Heiligenwald aus dem Tabellenkeller.

Nein, so richtig rund war es bei den Fußballern des SC Heiligenwald in der Bezirksliga Neunkirchen vor der Unterbrechung der Saison noch nicht gelaufen. Bis zum zweiten Corona-Lockdown stand der SCH sechs Mal auf dem Rasen. Nur einmal verließ die Mannschaft als Sieger den Platz. Damit findet sich Heiligenwald auf Rang zwölf wieder – einem möglichen Abstiegsplatz.

Die Konsequenz: Seit Ende vergangenen Jahres steht Tobias Grimm nicht mehr an der Seitenlinie. Er wurde von seinem bisherigen Co-Trainer Dennis Frisch abgelöst. „Klar, wir sind bislang sportlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wir hatten uns alle mehr erhofft – auch der Trainer. Die Trennung ist in beidseitigem Einvernehmen erfolgt“, blickt Heiligenwalds 1. Vorsitzender Torsten Rosar zurück.

Da momentan niemand genau wisse, wann es wieder mit dem Amateurfußball weitergehen wird und viele angeschlagene oder verletzte Spieler bei einer Fortführung der Runde wieder bereitstehen werden, hat man in Heiligenwald trotz der prekären Lage im Tabellenkeller darauf verzichtet, Neuzugänge gewinnen zu wollen. „Unser neuer Trainer war ja als Co schon ganz eng an der Mannschaft dran. In Hinblick auf das System, das wir spielen, gibt es keine große Anlaufschwierigkeiten. Wir planen auch nächste Saison mit ihm als Spielertrainer, dann befassen wir uns auch wieder mit Neuzugängen“, sagt der Vorsitzende.

Das Saisonziel ist klar: Klassenerhalt. „Teilweise hat uns in den bisherigen Begegnungen das Spielglück gefehlt. Ein riesiges Problem, das ich bei uns schon seit Jahren sehe, ist aber die Chancenverwertung“, hadert Rosar. So richtig torhungrig präsentierten sich die Heiligenwalder letztmals in der Saison 2016/2017 – damals allerdings noch in der Kreisliga A lll/Theel. Damals schenkte der SCH den Gegnern im Schnitt fünf Tore pro Spiel ein. Mit 126 Treffern und 77 Punkten stieg Heiligenwald in die Bezirksliga auf – und möchte die Spielklasse auch nach dieser Saison nicht nach unten verlassen.

Der 54-jährige Rosar steht dem Club seit 2012 vor. Er hofft darauf, dass nach Wiederbeginn zumindest noch die Vorrunde zu Ende gespielt werden kann, damit die Saison gewertet wird. „Momentan ist aber aufgrund der hohen Infektionszahlen alles noch fraglich. Wie alle anderen Vereine müssen wir abwarten“, weiß Rosar.

Die zweite Mannschaft des Vereins spielt in der Kreisliga A Ill/Theel. Sie gewann bis zur Rundenunterbrechung drei Spiele, vier wurden verloren. Die Zweite des SCH steht im gesicherten Mittelfeld, das Abschneiden liegt „im Rahmen dessen, was vor der Runde zu erwarten war“, sagt Rosar. Neuen Herausforderungen muss sich aber auch die Heiligenwalder Reserve stellen. Denn während die erste Mannschaft ihren Trainerwechsel schon hinter sich hat, steht er bei der zweiten Mannschaft bevor. Allerdings nicht, weil der SCH unzufrieden mit Trainer Dennis Ecker ist. „Er hat sich sehr stark mit der Aufgabe identifiziert, konnte viele Spieler dazugewinnen. Wir wollten auch in der nächsten Saison sehr gerne mit ihm zusammenarbeiten. Aber er wird im Rahmen seines Studiums ein Auslandssemester absolvieren und zum Saisonende aufhören. Wir werden uns zeitnah auf die Suche nach einem Nachfolger machen.“

Ebenso im Fokus wie die Aktivenmannschaften steht in Heiligenwald aber die Nachwuchsarbeit. Weil diese angesichts des demographischen Wandels und großer Konkurrenz auch abseits des Sports viele Vereine vor Herausforderungen stellt, hat der SCH mit anderen Clubs die Kräfte gebündelt, arbeitet in der Jugend mit dem SV Merchweiler und dem SC Wemmetsweiler zusammen. „Wir haben zusammen rund 180 Kinder am Start. Die Jugendleiter und Vorstände der drei Vereine kennen sich schon sehr lange und arbeiten eng zusammen. Wir können durch die Kooperation auf drei gute Kunstrasenplätze zurückgreifen“, berichtet Rosar. Das sportliche Aushängeschild im Nachwuchsbereich sei zwar die A-Jugend, die in der Verbandsliga spielt, „aber für unsere Spielgemeinschaft ist jeder Jugendspieler extrem wichtig“.

Dass die Spielgemeinschaft in Corona-Zeiten den einen oder anderen Jugendspieler verlieren könnte, befürchtet Rosar zumindest Stand jetzt nicht. Er sei positiv gestimmt, „alle Kids wieder begrüßen zu dürfen“, wenn die Pandemie denn irgendwann hoffentlich abklingen sollte. Denn der persönliche Kontakt innerhalb des Vereins und auch in der Spielgemeinschaft fehle „natürlich ungemein“. Es gebe aber keine andere Option, als diese schwere Zeit gemeinsam zu meistern. „Wir halten zusammen. Auch in finanzieller Hinsicht müssen wir da jetzt durch“, bekräftigt der Vorsitzende. Zwar seien dem Verein wichtige Einnahmen im Rahmen der Heimspiele entgangen. Aber die beantragten Finanzhilfen seien ausgezahlt worden. Und auch über die Sparkassen-Aktion „Meine Helden“ sei wichtiges Geld geflossen. Zudem seien wegen des ruhenden Trainings- und Spielbetriebs Energiekosten gespart worden.