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Schiffweiler
Neun Module geben zwei Klassenzimmer

Schiffweiler. Der Gemeinschaftsschule Schiffweiler fehlten zwei Klassenzimmer. Ab Montag  stehen sie in flugs aufgebauten Containern, auch Module genannt, zur Verfügung. Von Solveig Lenz-Engel

Am Dienstagmorgen in der Schiffweiler Comeniusstraße: Die schmale Straße hoch zu den beiden Schulen ist gesäumt von riesigen Tiefladern mit Anhängern. Darauf stehen hellbeige Blechkisten, die man üblicherweise als Container bezeichnen würde. Doch der Leiter der Abteilung Bautechnik beim Landkreis Neunkirchen klärt darüber auf, dass sich die Teile „Module“ nennen und dass aus neun dieser Module bis Freitag eine Art flacher Pavillon wird, der Platz für zwei Klassen der Gemeinschaftsschule (GmS) Schiffweiler bietet.


Zur Vorgeschichte: Die GmS Mühlbachschule (als weiterführende Schule in Trägerschaft des Landkreises)  ist in einem Gebäudekomplex gemeinsam mit der Grundschule (in Trägerschaft der Gemeinde) untergebracht.  Die Grundschule musste wegen Platzproblemen   aber auf Räume zurückgreifen, die bislang der GmS zur Verfügung gestellt wurden. Damit hatte der Landkreis das Problem. Und löste es durch den Ankauf der Module (rund 150 000 Euro), die  bis Freitag miteinander verbunden und damit fertig aufgestellt sein werden. „Auch in der GmS Neunkirchen Stadtmitte hatten wir schon  eine solche Lösung, das hat gut funktioniert“, sieht Landrat Sören Meng die Instant-Klassenzimmer positiv. Einmal eingerichtet,  ergäbe sich für die Schüler kaum ein anderes Raumgefühl als in den festen Gebäuden. Auch GmS-Schulleiter Frank Brück ist sicher, dass sich der „Neubau“    auf dem vorderen Teil des Schulhofes  in die Schulstruktur einfügen wird.

Einerseits ist er froh über die steigenden Anmeldezahlen an seiner Schule, aber mit jetzt 550 Schülern, die auch rege die Nachmittagsbetreuung nutzen, sei die Kapazität an der Grenze. Wobei der Zuwachs nichts mit Flüchtlingszuzügen zu tun habe.   „Das gute Angebot unserer Schule wird eben  gut angenommen“, freut sich Brück über  die Arbeit des Kollegiums, die auch schon  mit dem saarländischen Schulpreis gewürdigt wurde. Erfreulich sei auch die Zusammenarbeit mit der Grundschule und deren Leiter Björn Denne. Auch dort sei die Nachfrage nach der Nachmittagbetreuung wachsend, was letztlich dazu geführt habe, dass die GmS auf Räume verzichten musste.

Am Montag wird der Kran weg sein und die Möbel können in  beiden Klassenzimmern aufgestellt werden. Zwei  zehnte Klassen werden  dann erleben können, wie sich das Lernen im elektrisch beheizten Modul anfühlt. Der Neuigkeits-Effekt wird  schnell verfliegen.