Nerd-Flohmarkt von Fit4charity am 28. April in Reden

Fit4Charity : Rares für Bares — nicht nur für Nerds

Den Leuten des Vereins Fit4charity fällt immer wieder was Neues ein. Zum ersten Nerd-Flohmarkt lädt Initiatorin und Vorstandsmitglied Jennifer Brill für den 28. April.

Wer den Ablauf der zwei Jahre bis zur nächsten Fark nicht erwarten kann, der muss keineswegs bis zum 23. August warten. Bereits vier Monate vorher soll  der Erlebnisort Reden, genauer gesagt die große Werkhalle, zum Mekka für Cosplayer, Steampunker, Endzeitler, Mittelalter-Fans und alle anderen Nerds werden. Am Sonntag, 28. April, findet dort nämlich  der erste Nerd-Flohmarkt statt.

Die Idee dazu stammt von Jennifer Brill. „Sie ist meine rechte und meine linke Hand“, sagt Benjamin Kiehn vom Verein Fit4Charity und Organisator der Fark. Brill, die seit der zweiten Fark überhaupt und der ersten in Reden im Team mitmischt, ging schon länger schwanger mit der Idee. „Dieses ’bring and buy’, also mitbringen und kaufen, ist auf Conventions durchaus üblich“, sagt Kiehn. Allerdings habe es bislang einfach an Leuten gefehlt, um das auch noch während der Fark zu stemmen. Aber Brill ließ nicht locker. Die Vermessungstechnikerin hatte eine neue Idee. „Da ich selbst immer gerne auf Flohmärkten stöbere, man da aber selten was aus dem Bereich Cosplay findet, dachte ich: Warum nicht unabhängig von der Fark einen Flohmarkt ausrichten?“ Gesagt, getan. Benjamin Kiehn gefiel das Konzept. „Alle Mitglieder in unserem Verein haben die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Es muss nur klar sein, dass ein Event mehr einbringt, als es kostet“, schließlich gehe es ja darum, Geld für den guten Zweck zu generieren.

Jennifer Brill hat sich schon überlegt, für welchen guten Zweck sie den Erlös aus Standgebühr und Verzehr verwenden möchte. „Es wird eine Individualhilfe für ein kleines krebskrankes Kind werden, um dem Kind letzte Wünsche zu erfüllen.“ Dass da einiges zusammenkommt, da ist sie sich sicher.

Bislang wurde der Nerd-Flohmarkt lediglich über Facebook beworben — und die Hälfte der rund 50 Standplätze ist bereits weg. Querbeet durch alles, was den Fark-Leuten so Spaß macht, wird angeboten, darüber hinaus auch aus dem Retro-Bereich: TKKG-Allerlei beispielsweise, oder dies und das von „Tim und Struppi“. In der Halle selbst werden die Stände gemischt sein, also nicht thematisch geordnet. Für die Kleinsten ist an Kinderschminken gedacht. Umkleidekabinen wird es auch geben. „Vielleicht will ja jemand ein Kostüm abkaufen. Das muss man dann testen“, sagt Brill, die selbst Cosplayerin ist. Da der Eintritt wie bei der Fark selbst frei ist, hofft man auf viele Neugierige. „Der ein oder andere will sich vielleicht einen Vorgeschmack auf die Fark holen, schon mal schnuppern, was ihn möglicherweise erwarten könnte. Und sich gleich neu ausstatten“, sagt Kiehn schmunzelnd.

Der Aufwand für eine Veranstaltung wie den Nerd-Flohmarkt ist für die Fit4charity-Leute nur ein kleiner Fisch: Ein 100tel von dem, was die Fark an Arbeit macht. Und weil das so ist, ist eines für die Beiden schon jetzt ganz klar: Läuft der Flohmarkt, wird es den jährlich geben, mit der Chance, räumlich zu wachsen. Der Verein wird trotzdem keine seiner anderen Aktivitäten vernachlässigen: Neben der Fark ist das der Mittelaltermarkt (in 2020 sogar über vier Tage), der Cosplayball, die Endzeit-Events, Weihnachtsmarkt und Charity-Lesungen — diesen Freitag beispielsweise mit Benjamin Kiehn im Drachenwinkel in Dillingen.

Pro Jahr stemmt der Verein vier bis fünf Veranstaltungen. Inklusive Vorstand sind damit hauptsächlich zwölf Mitglieder beschäftigt. „Mehrere Stunden täglich, neben der eigentlichen Tätigkeit“, weiß Kiehn. Dafür fühlen sich die Mitglieder aber reichlich belohnt auf vielerlei Weise. Wenn sie, wie kürzlich, Aktionen wie Lichtschwert-Kämpfe mit Kindern im Rollstuhl üben. Oder wenn ihre Arbeit eine ganz andere Anerkennung findet. So hat die Messer Comic-Con Stuttgart, die größte ihrer Art, angefragt, ob die Fit4charity-Leute eventuell einen Mittelaltermarkt für sie organisieren könnten. „Echte“ Profis haben sich wohl keine gefunden, weiß Kiehn. „Das ist wie ein Ritterschlag“, freut er sich. Ganz neu ist das für den Verein allerdings nicht, schließlich war man bereits 2018 „fremd“ aktiv. Das läuft dann über eine Spende für den Verein.

Spender und Sponsoren sind es auch, die dem Verein ermöglichen, möglichst viel für den karitativen Zweck zu erwirtschaften. So wird beispielsweise beim Mittelalter-Markt in Illingen Wasser und Strom vom Energieversorger gespendet. Beim Nerd-Flohmarkt ist es die Hallennutzung, die spendiert wird, dazu Biertisch-Garnituren. „Das hilft schon, schließlich verschlingen Miete und Unfallversicherung für die Helfer immer einen großen Batzen der Einnahmen“, erzählt Kiehn.

Beim Nerd-Flohmarkt wird sich auch das in Grenzen halten. Stände gibt es im Übrigen nur für Privatpersonen, da achtet Jennifer Brill genau drauf. Dass die Halle voll wird, da ist man sich sicher.

Und vielleicht ist ja das Wetter so gut, dass man auch noch draußen stellen kann. Man wird sehen. Eines ist für Kiehn sicher: „Das wird so eine Art Rares für Bares. Und ich freu’ mich drauf.“

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