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Nabu warnt davor, Nilgänse in den Wassergärten Reden zu füttern

Nabu Schiffweiler macht aufmerksam : Gut gemeintes Zu-Tode-Füttern

In den Redener Wassergärten bekommen Enten und Nilgänse viel Brot von Besuchern. Das kann für sie schlimme Konsequenzen haben.

Die Wassergärten am Erlebnisort Reden sind bei halbwegs gutem Wetter bestens besucht. Teenager nutzen die prächtige Kulisse für das ein oder andere Selfie, Familien sind mit ihren Kindern unterwegs, Spaziergänger bewundern auch schon mal einzeln die Relikte des alten Bergbaustandortes, schlendern zwischen Fördertürmen, ehemaliger Sieberei und Werkstätten herum. Und natürlich werden die Enten auf dem Wasser, unter ihnen auch Nilgänse, gerne und viel gefüttert. Es mag putzig aussehen, wenn die Tiere auf dem Wasser Brotkrumen und anderes schlucken, gesund ist es für Lebewesen und Gewässer aber nicht. Günter Kirsch vom Naturschutzbund, Ortsgruppe Schiffweiler, spricht von falsch verstandener Tierliebe.

Der Umweltschützer beschreibt, was er vor einigen Tagen in den Wassergärten gesehen hat: „Am Mittag wurde an fünf Stellen Brot ins Wasser geworfen, zum Teil war es verschimmelter Toast. Hier kommen über den Tag und die Woche gesehen einige Kilo zusammen. Das können die Tiere nicht alles fressen, vieles sinkt auf den Boden, schadet dem Gewässer und letztendlich dem Ökosystem.“ Das Füttern sei nicht nur ein Problem in den Wassergärten, es lasse sich an vielen Weihern im Kreis beobachten, wo sich Wasservögel, Fische, Biber oder Nutrias angesiedelt haben. Kirsch: „Es schwimmen oft Reste von Backwaren im Wasser und im Umfeld liegen auch noch andere Bioabfälle herum. Der Nabu-Mann macht darauf aufmerksam, dass es sowohl im Strafgesetzbuch den Tatbestand „Unerlaubter Umgang mit Abfällen“ gebe als auch in der Polizeiverordnung der Gemeinde Schiffweiler nachzulesen sei, dass das Füttern von Wildtieren verboten ist. Kirsch moniert, dass zwar vielerorts Tafeln aufgestellt würden mit dem Hinweis „Füttern verboten“, sich aber kaum jemand daran halte, weil die Gründe für das Verbot nicht benannt seien.

 Günter Kirsch hat in den Wassergärten diesen Biomüll zusammengetragen.
Günter Kirsch hat in den Wassergärten diesen Biomüll zusammengetragen. Foto: Günter Kirsch

Der Mann vom Nabu zählt sie auf. Zum ersten verhindere übermäßige Fütterung eine natürliche Selektion unter den Tieren. Desweiteren setzten Enten und Co. durch das übermäßige Nahrungsangebot auch mehr Kot im Wasser ab. Die Folgen sind verstärktes Algenwachstum, Sauerstoffentzug, letztlich ein Umkippen des Wassers und damit einhergehend Fischsterben. Nicht gefressenes Brot im Wasser, so der Experte weiter, sinke auf den Grund und werde dort zersetzt. Dabei könnten sich Bakterien entwickeln, die bei den Tieren eine Muskellähmung verursachen. Die Folge ist ein qualvoller Tod. Desweiteren ziehen Bioabfälle im Umfeld Ratten an. Die Nager sind die natürlichen Feinde der Wasservögel und übertragen Krankheiten. Kirschs Fazit zum Füttern in den Wassergärten und an anderen Gewässern im Kreis: „Beobachten ja, Füttern nein.“